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Digitale Medien : Was halten Sie vom Prinzip „Bring Your Own Device“?

Das Prinzip „Bring Your Own Device“ (BYOD) ist an Schulen in Deutschland bisher wenig verbreitet und hoch umstritten. Wie ist Ihre Meinung? Sollten Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Smartphones und Laptops im Unterricht zum Lernen nutzen können?

Florentine Anders / 13. November 2019 / 3 Kommentare
©Pia Bublies

Dass Schülerinnen und Schüler im Unterricht zum Lernen ihr Smartphone oder den eigenen  Laptop nutzen, ist hierzulande eher eine Seltenheit. Während das Prinzip „Bring Your Own Device“ („Bring dein eigenes Gerät mit“) im Nachbarland Dänemark eine Selbstverständlichkeit ist, wird es in Deutschland oft skeptisch gesehen. Laut der jüngst veröffentlichten Vergleichsstudie ICILS 2018 liegt der Anteil der Achtklässlerinnen und Achtklässler, die eine Schule besuchen, an der die Schülerinnen und Schüler selbst digitale Endgeräte zur unterrichtlichen Nutzung mitbringen, in Deutschland bei 15,1 Prozent. Zum Vergleich: In Dänemark liegt der Anteil bei 90,7 Prozent.

Dabei ist die Ausstattung der Schulen mit digitalen Geräten in Deutschland vergleichsweise schlecht. Auf zehn Schülerinnen und Schüler kommt im Schnitt ein Computer. Die privaten Geräte der Schülerinnen und Schüler könnten diese Lücke schließen. Einige Schulen setzen dieses Konzept bereits erfolgreich um. Andere halten das Prinzip „BYOD“ für keine gute Lösung. Soziale Unterschiede beim Bildungserfolg könnten noch verstärkt werden, schließlich sind die Smartphones oder Laptops, die die Kinder mitbringen, von unterschiedlicher Qualität. Lehrkräfte könnten überfordert sein von der Vielfalt der Technik und der Software im Klassenzimmer. Die Schülerinnen und Schüler könnten abgelenkt sein, wenn sie ständig Zugriff auf ihre privaten Geräte im Unterricht hätten. Wie ist Ihre Meinung dazu? Diskutieren Sie mit uns über das didaktische Potenzial des Prinzips „BYOD“ und schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel.

Sollten Schülerinnen und Schüler ihre eigenen digitalen Endgeräte wie Handys oder Laptops in der Schule zum Lernen nutzen?
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Schwerpunkte:

Digitalisierung

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Digitale Medien

3 Kommentare

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#3 – 27.08.2020 Jannis A.

Ja!

Warum ich dafür bin und was ich von den gängigen (auch hier in der Diskussion dargelegten Gegenargumenten) halte, habe ich hier ausführlich dargelegt: https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/digitale-bildung-handybesitzpflicht-und-andere-missverstaendnisse/
#2 – 23.11.2019 Peter K.

Ja, aber nicht ausschließlich

Dazu kommen noch dauernde Störungen und Zeitverluste durch unterschiedliche Geräte, beim Ausdruck und zentralem Speichern. Dennoch wäre ich offen für solche Lernszenarien. Wieso sollte man nicht auch Unterrichtssequenzen ausprobieren, bei denen die Schüler ihre eigenen Geräte verwenden (was sie ja trotz bayerischem Handyverbot sowieso tagtäglich tun)? Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass BOYD EDV-Räume, Klassenzimmer-PC und Intranet tatsächlich ersetzen kann. Und wir haben m.W. bislang auch kaum pädagogische Konzepte, wie man Handys und Tablets sinnvoll und mit Mehrwert in den täglichen Fachunterricht integrieren kann. Das wird der Knackpunkt für die Schüler- und Lehrerakzeptanz, wie mit allen Neuen Medien. Wir haben im Übrigen Schüler und Lehrer an zwei Nürnberger Schulen zu BOYD befragt. Selbst an einer "Referenzschule für Medienbildung" war die Mehrheit der befragten Schüler und Lehrer gegen eine völlige Freigabe privater Endgeräte. https://lernenohnelehrer.jimdo.com/
#1 – 20.11.2019 Birgit S.

Gegen Nutzung eigener Endgeräte

Mit der Nutzungsmöglichkeit eigener Endgeräte spaltet man die Klassen & macht Leistungen, Übungsmöglichkeiten & evtl. Lernerfolg schon im Klassenraum vom Geldbeutel & Verständnis der Eltern abhängig. Kinder, deren Eltern sich die passenden Geräte und Verträge nicht leisten können, wollen, o. die gar keine Verträge - aus welchen Gründen auch immer - erhalten, werden abgehängt. Die hohen Preise guter Geräte & deren häufige technische Kurzlebigkeit sprechen für mich ebenfalls dagegen. Dazu gibt es Familien/Alleinerziehende mit mehr als einem Kind & gering. Einkommen. Völlig ungeklärt ist der Umgang mit Verlust, Diebstahl, Zerstörung... (bisher gibt es noch nicht mal für "billigere" u./o. eigene Materialien in diesem Zusammenhang Ersatz oder irgendeine Kompensation). Eine Versicherung, sollte es sie evtl. geben, zahlt - wenn überhaupt - höchstens einmal. Nicht zu unterschätzen ist die Missbrauchsmöglichkeit (nicht nur Mobbing & Co), die den Schulen einige Probleme bereiten.