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Corona-Pandemie : Sollte der Lehrplan jetzt reduziert werden?

Trotz Regelbetrieb sind die Schulen aufgrund der Hygieneregeln im Ausnahmezustand. Sollte der Lehrplan unter diesen Umständen reduziert werden, damit sich die Lehrkräfte im Unterricht auf die Kernkompetenzen konzentrieren können? Machen Sie mit bei unserer Online-Umfrage.

Florentine Anders / 12. November 2020 / 4 Kommentare
©Pia Bublies

Auch wenn die meisten Schulen bisher im Regelbetrieb laufen, ist dieses Schuljahr alles andere als normal. Immer wieder fallen Lehrkräfte für den Präsenzunterricht aus, weil sie in Quarantäne sind. Auch Schülerinnen und Schüler müssen öfter als sonst zu Hause bleiben, weil sie Risikokontakte hatten. Der Präsenzunterricht wird häufig durch Lüftungspausen unterbrochen, und Arbeitsgemeinschaften finden meist nicht statt.

Für den Fall, dass Normalbetrieb an Schulen nicht stattfinden kann, plädierte eine von der Friedrich-Ebert-Stiftung eingesetzte Expertenkommission im Juni dafür, im Schuljahr 2020/21 Kürzungen in den Lehrplänen beziehungsweise bei den zu erwarteten Leistungszielen in den Fächern vorzunehmen. Im Interview mit dem Schulportal erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Kai Maaz: „Man muss an der Quantität, nicht aber an der Qualität der Lerninhalte ansetzen. Nehmen wir Mathematik als Beispiel: Die Kompetenzbereiche ,Argumentieren‘ und ,Beweisen‘ werden an verschiedenen mathematischen Sätzen gelehrt. Müssen es zwingend drei oder vier sein, oder kommt man vielleicht mit zwei aus, bei denen man in die Tiefe geht?“

Die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Länder sollten nach Ansicht der Expertenkommission konkrete Kürzungsvorschläge benennen. Doch das ist bisher nicht geschehen. Die KMK setzt auf den Regelbetrieb, in dem alle Fächer in vollem Umfang unterrichtet werden. Lediglich bei den Prüfungen heißt es, die Länder seien sich einig, dass die besonderen Corona-Bedingungen bei der inhaltlichen Gestaltung beachtet werden sollten.

Ende Oktober forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Nordrhein-Westfalen eine Reduzierung des Stoffs. „Wir müssen über eine Anpassung der Lehrpläne sprechen und darüber, welcher Stoff noch zu schaffen ist. Das hier ist kein normales Schuljahr“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Falls es tatsächlich Kürzungen im Lehrplan geben sollte, stellt sich die Frage, ob sich Schulen auf die Kernkompetenzen konzentrieren sollten oder ob die Anpassung gleichmäßig auf alle Fächer verteilt werden sollte.

Uns interessiert Ihre Meinung! Die Teilnahme an der Umfrage ist bis zum 3. Dezember möglich.

Sollte der Lehrplan im Schuljahr 2020/21 aufgrund der Corona-Pandemie reduziert werden?
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4 Kommentare

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#4 – 18.11.2020 Bernhard W.

Reduktion ist auch ohne Corona sinnvoll

Der Lehrplan ist zumindest was mein Fach (Pädagogik/Psychologie) anbelangt, vollkommen überfüllt. Es besteht keinerlei Freiheit Themen zu vertiefen. Insofern wäre eine Reduktion auch ohne Corona eine sehr sinnvolle Maßnahme, denn Lernen gelingt da, wo Lehrer und Schüler ihre Interessen vertiefen können.
#3 – 16.11.2020 Beate K.

Lehrplan-Reduktion auf das Wesentliche

Lehrkräfte sind mehr denn je gefragt, didaktische Reduktionen durchzuführen. Das heißt, dass die eigenen fachlichen Anforderungen und persönlichen Wertvorstellungen noch einmal reflektiert und mit den Bedürfnissen der Schüler*innen abgeglichen werden müssen. Die Freude am Lernen muss im Vordergrund stehen! Methoden sollten immer zugleich auf Präsenz- und Distanzunterricht und auf deren Verknüpfung hin gedacht werden. Dann kann die gegenwärtige Situation auch eine Chance für einen bewussteren und selbstbestimmteren Umgang mit dem Curriculum bieten.
#2 – 16.11.2020 Christine A.
Ich habe zwar dafür gestimmt, den Lehrplan/die Inhalte in allen Fächern gleichermaßen zu kürzen, bin aber lediglich dafür, den Lehrplan ggf. MINIMAL zu kürzen! Wir loben unser Home-Schooling/unseren Distanzunterricht und wie gut wir auch damit Vieles hinkriegen - von daher sind m.E. nur geringfügige Kürzungen nötig.
#1 – 16.11.2020 Mathias C.
So lange das Denken noch in Begriffen wie "Lehrplan" und "Stoff durchkriegen" geschieht, so lange wird Lernen in der Schule in längst vergangenen Zeiten steckenbleiben. Daran ändern weder digitale Endgeräte noch Atemschutzmasken etwas: Ein iPad erleichtert mir vieles, Fernunterricht unterbindet das Miteinander - doch didaktische Ansätze, die einen Lehrplan beinhalten und am "Stoff" ansetzen, die sind hoffnungslos veraltet. Fazit: Valtsche Frage formuliert. Try again.