Umfrage des Monats : Sollten Kinder eine Schreibschrift lernen?

Viele Schulen verzichten mittlerweile auf das Erlernen der verbundenen Ausgangsschrift – auch Schreibschrift genannt - und setzen stattdessen auf die Grundschrift, die auf den Druckbuchstaben basiert. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Florentine Anders / 23. September 2019 / 3 Kommentare
Ein Kind übt die Schreibschrift
Viele Grundschulen verzichten bereits auf das Erlernen einer Schreibschrift.
©dpa

Dass Kinder in der Grundschule Schreiben  lernen sollen, ist unumstritten. Doch um das „Wie“ ist seit Jahren eine kontroverse Diskussion im Gange. Ein Grund für die Debatte sind die unterschiedlichen Vorgaben dazu in den Bundesländern. Viele Schulen verzichten mittlerweile auf das Erlernen der verbundenen Ausgangsschrift (Schreibschrift) und setzen stattdessen auf die  Grundschrift, die auf den Druckbuchstaben basiert. Ohnehin lernen die Kinder in der Schule zuerst die Druckbuchstaben. Der zweite Schritt –  das Erlernen der Schreibschrift – ist mühsam, zeitaufwendig und bringt aus der Sicht der Wissenschaft wenig. Die Bildungsstandards der KMK geben vor, dass Schülerinnen und Schüler eine individuelle „gute lesbare Handschrift flüssig schreiben”. Um die Debatte über den Stellenwert der Handschrift zu versachlichen, hat das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache nun einen Faktencheck „Handschrift in der digitalisierten Welt“ veröffentlicht. In einem Interview mit dem Schulportal dazu, sagte der Direktor des Mercator-Instituts, Michael Becker-Mrotzek: „Die Schriftform macht keinen Unterschied. Das ist etwa so, als würden Sie fragen, ob das Schwimmenlernen mit roten oder blauen Schwimmflügeln besser gelingt.“ Die Schreibschrift sei auch nicht flüssiger als die Druckschrift. Uns interessiert Ihre Meinung dazu. Stimmen Sie ab und schreiben Sie uns Ihre Meinung in der Kommentarfunktion!

Sollten Kinder in der Grundschule noch eine Schreibschrift (verbundene Ausgangsschrift) erlernen?
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3 Kommentare

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#3 – 21.11.2019 Marie-Liesel V.

Druckschrift und Verbundene Schrift

Alles zu seiner Zeit! Im KiGa sollten ab 4 Jahren Druckbuchstaben eingeführt werden, da Kinder schon daran interessiert sind, Namen, Ortsschilder usw. i. d. Umgebung zu entziffern. Sie können Wörter mit Buchstaben legen o. stempeln. Sie sind ganz stolz auf Ihre "Werke", können ausschneiden, kneten uvm. Wenn sie anfangen zu schreiben, sollten ErzieherInnen auf d. richtige Stifthaltg+Schr.richtg. achten u. diesen sorgsam auch i. Umgang mit and. Materialien einführen. In England ist d.Usus. Es macht d. meisten Kindern Spaß. Im fr. Alter kann schon d. Bewusstein f. d. Lautierung v.Buchstaben o. Buchstabenkombin. geweckt werden. Phonemen werden bereits Grapheme zugeordnet. Mit 6 Jahren beginn man bereits mit d. Schreiblehrgang -SAS o. Lat.Ausgangsschrift - jedes Kind i. eig. Tempo u. ggfs. mit feinmot. Angeboten. Motor.Gedächtnis u.Motivation d. Schulneulinge beschleunigen d. Lernprozess. Verbund. Buchstaben bilden lesbare Silben u.Wörter i. Schreibfluss, beste LRS-Prävention!
#2 – 04.10.2019 Özlem W.

„Feinmotorik“ = Förderung neurophysiologischer Entwicklungsprozesse

Die Feinmotorik (Hand-Finger-Motorik) hat großen Einfluss auf die Vernetzung neuronaler Strukturen (Gehirn, Synapsen,Nervenbahnen). Ein „Training“ der Feinmotorik im Sinne der Übung von Schreibschrift kann die neurophysiologische Entwicklung des Kindes unterstützen, indem es die für das Lernen notwendigen (Teil-)Kompetenzen „Konzentrationsfähigkeit“, Kreativität“, „Ausdauer“, „Wahrnehmung“ etc. anbahnt.Kurz:Die Feinmotorik stellt für mich das Grundgerüst für Lernprozesse dar. Die Trauerfeier mit einer Geburtstagsparty zu verwechseln, wäre natürlich äußerst peinlich und unmenschlich. Dass aber sogar die Wahl der Schriftart beim Verfassen einer Karte und somit bei der Anteilnahme solch eine entscheidende Rolle spielen soll, halte ich für überzogen. Entscheidend ist für mich (in Bezug auf die o.g. Feierlichkeiten) der Inhalt und erst dann die Verpackung (die Form)! Trotz und gerade wegen des digitalen Zeitalters, sollte wir das menschliche Können nicht so leichtfertig untergraben. LG
#1 – 24.09.2019 Jean-Marc A.

Es ist ein falsches Problem

Es ist sinnvoller, die verschiedene Schriftarten und ihreBeteutungen zu erkennen. Was beteuten Comic Sans, Arial, usw. Es ist sinnvoller, dass jedes Kind seine eigene Schriftart wählt, damit er sich identifiziert. gleich sollen wir nicht denken, dass es besser ist, auf papier zu zeichnen, als alle die Sketch und Vectorprogramme zu lernen, die eigentlich mehr bringen können. Bei dem Schreibschrift lernen die Kinder, die Feinmotorik zu üben, aber am Ende wäre es besser, dass sie erkennen, warum man kein Comic Sans in einer Trauerkarte und kein Fraktur in der Einladungskarte einer Geburstagsparty nutzen soll. Wir mussen die Kenntnisse und das Wissen verbreiten. Die Geschichte der Schriftarteneinhält viel mehr als Formen. Wir sprechen von Structur, Lesbarkeit, Kunst, etc. Schreibschift ist nur eine Schriftart. aber es gibt tausenden davon. Dazu,Schreibschrift heiß mehr Papier...