Kontrovers : Sind Haus­aufgaben sinnvoll?

Sind Hausaufgaben notwendig, um Schülerinnen und Schülern das selbst­ständige Verarbeiten von Unterrichts­inhalten und damit einen stärkenden Erfolg zu ermöglichen? Oder sind sie unnötige und demotivierende Stress­faktoren, die den Unterricht aufhalten, das Familien­leben stören und Bildungs­ungerechtigkeiten verstärken?

Dieser Artikel erschien in PÄDAGOGIK 09 / 2021 Sprachsensibel unterrichten
Lars Strotmann, Franziska Breuninger
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Hausaufgaben auf einem Tisch ausgebreitet
Hausaufgaben können in den Familien zum Stressfaktor werden. Einige Schulen setzen lieber auf individuelle Lernzeiten im Stundenplan.
©Patricia Haas

Wer von der Schule spricht, darf von der Selbstständigkeit der Schüler nicht schweigen. Wer von der Selbst­ständigkeit der Schüler spricht – und wer täte das nicht? –, darf von den Haus­aufgaben nicht schweigen. Im Kontext eines omnipräsenten Eifers gerieten neben dem differenzierten Schul­system und der Leistungs­orientierung automatisch auch die Haus­aufgaben ins schul­reformerische Fadenkreuz. Mit der Ausdehnung der in der Schule verbrachten Zeit im Zuge der flächen­deckenden Einführung der Ganz­tags­schule erodierte die Legitimation der Haus­aufgaben weiter. Flankiert wurde und wird diese Entwicklung von gebets­mühlen­artig vorgebrachten (und ebenso über­holten wie sachlich inadäquaten) Klagen über herkunfts­abhängige Bildungs­ungleichheit, welche auch durch Hausaufgaben perpetuiert würde.

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