App-Tipp

Quiz-Einheiten : „Kahoot!“-Rätselrunden für mehr Spaß im Unterricht

Die Digitalisierung bringt viele Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, ihren Unterricht neu zu gestalten, kreativer zu werden und sich effizienter zu organisieren. Das Angebot ist groß. Allein fällt es vielen Lehrkräften jedoch schwer, sich im Dschungel der digitalen Anwendungen zu orientieren. Das Schulportal hat Leserinnen und Leser über Facebook und Twitter nach ihren Empfehlungen gefragt. Mit der App „Kahoot!“ zum Beispiel können Lehrerinnen und Lehrer ganz einfach ein Quiz erstellen und es in ihren Unterricht einbeziehen. Lehrer Thomas Toczkowski bindet seine Schülerinnen und Schüler aber nicht nur beim Quizzen ein, sondern sogar beim Erstellen der Rätselrunden.

20. August 2021

Es gibt eine Vielzahl an Apps für die Schule. Doch wie erkennen Lehrkräfte, was eine gute App ausmacht und welche Anwendung tatsächlich nützlich ist? Das Schulportal gibt hier einen Überblick.

©Pia Bublies

Was bietet das Programm?

Die App „Kahoot!“ bietet die Möglichkeit, kleine Quiz-Einheiten zu erstellen – ganz wie beim bekannten „Wer wird Millionär?“-Format werden zu einer Frage beispielsweise vier Antwortmöglichkeiten geboten, von denen meist eine richtig ist. Als wichtiger Unterschied zu vielleicht schon bekannten präsentationsgebundenen Rätselrunden wird hier die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler explizit eingefordert: Über ein Smartphone, Tablet oder Laptop können sie einzeln oder in kleinen Gruppen am Quiz teilnehmen und die Antworten interaktiv auswählen. Neben musikalischer Untermalung wird hier auch eine Auswertung im Wettbewerbscharakter geboten, um die Schülerinnen und Schüler immer wieder zu Höchstleistungen zu motivieren.

Wie kann das Programm für den Unterricht genutzt werden?

Grundlage der App ist natürlich die Durchführung einer Rätselrunde. Die Lehrkraft legt Fragen an, um Vorwissen oder erworbenes Wissen abzufragen und spielt dieses Quiz mit den Schülerinnen und Schülern im Unterricht. Das macht Spaß und ist einfach vorbereitet, zumal unter kahoot.com schon zahllose vorgefertigte sogenannte Kahoots zu finden sind.

„Kahoot!“ bietet aber noch mehr: Über die Wahl unterschiedlicher „Question Types“ ist es ebenfalls möglich, Umfragen, Lückentexte oder ein Brainstorming zu absolvieren. Ein – wie ich finde, sehr wertvoller – Perspektivwechsel bietet sich an, wenn die Lehrkraft die Vorbereitung der Kahoots in die Hände der Schülerinnen und Schüler legt. So werden die Lernenden aufgefordert, sich Gedanken über das aktuelle Thema oder bestimmte Fragestellungen zu machen, und entwickeln selbst eine Bewertung und Gewichtung.

Wieso würden Sie die Anwendung weiterempfehlen?

Der größte Vorteil aus Sicht der Lernenden liegt sicherlich in der Motivation und dem Wettbewerbscharakter. Wenn dann noch kleine Preise ausgelobt werden (Radiergummis, Stifte oder Ähnliches), dann entbrennt der Lauf zum Siegerinnen-und-Sieger-Treppchen. Es ist und bleibt eine einfache und „primitive“ Multiple-Choice-Abfrage – ohne die Möglichkeit, freie Antworten oder komplexe Antworten zu geben –, aber genau das regt die Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen an und macht ihnen Spaß. Eine Bewertung der Leistungen der Lernenden ist demnach sicherlich nicht möglich bzw. wäre sehr fehleranfällig.

Eine Ausstattung mit digitalen Endgeräten ist kaum nötig. Es reicht ein Smartphone mit Internetzugang über mobile Daten. Die Nutzung der App beansprucht wenig Traffic, so wäre auch die Nutzung eines mobilen Hotspots über ein Gerät der Lehrkraft denkbar. Die Erstellung eines Kahoots kann dann auch auf Papier geschehen und durch die Lehrkraft umgesetzt werden. Bei einer guten Ausstattung können die Lernenden außerdem die Umsetzung selbstständig durchführen, was den Prozess natürlich vereinfacht.

Auf einen Blick

Wofür?

Quiz zur Einbindung im Unterricht

Kosten

Die Nutzung von „Kahoot!“ ist kostenlos möglich.

Ausstattung

Zur Nutzung der App ist ein Smartphone ausreichend.

Bei den App-Tipps handelt es sich um Empfehlungen von Lehrkräften für Lehrkräfte. Das Deutsche Schulportal hat diese nicht mit Blick auf die aktuellen DSGVO-Richtlinien geprüft. Wenn Sie die App an Ihrer Schule einsetzen möchten, wenden Sie sich am besten an die zuständige Schulbehörde für eine datenschutzrechtliche Beurteilung.

Zur Person

  • Thomas Toczkowski unterrichtet an der Schiller-Schule Bochum die Fächer Mathematik und Chemie. Mit Kolleginnen und Kollegen entwickelte er Konzepte für den Einzug und die Nutzung digitaler Endgeräte an der Schule.
  • Das „Digital-Team“ der Schiller-Schule bildet in „AppCafés“ und Mikrofortbildungen Kolleginnen und Kollegen weiter.
  • Für die Bezirksregierung des nordrhein-westfälischen Arnsberg leitet und entwickelt Toczkowski als Moderator Fortbildungsangebote für Lehrkräfte im naturwissenschaftlichen Bereich.
  • Über Twitter tauscht er sich mit anderen Lehrerinnen und Lehrern aus.