App-Tipp

Online-Unterricht : E-Learning mit der Lernplattform „Moodle“

Die Digitalisierung bringt viele Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, ihren Unterricht neu zu gestalten, kreativer zu werden und sich effizienter zu organisieren. Das Angebot ist groß. Allein fällt es vielen Lehrkräften jedoch schwer, sich im Dschungel der digitalen Anwendungen zu orientieren. Das Schulportal hat Leserinnen und Leser über Facebook und Twitter nach ihren Empfehlungen gefragt. Leena Brütt ist E-Learning-Lehrerin und arbeitet mit der Lernplattform „Moodle“. Die Anwendung ermöglicht ihr, mit ihren Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu bleiben, auch ohne am selben Ort zu sein.

02. April 2020 / 1 Kommentar
©Pia Bublies

Was bietet die App?

Das Lernmanagementsystem „Moodle“ bietet die Möglichkeit, virtuelle Klassenräume und Arbeitsplätze einzurichten. Es können vielfältige Aufgaben oder Lernmaterial zur Verfügung gestellt werden. Den Nutzerinnen und Nutzern werden Rollen zugewiesen, die sie zum Beispiel als Teilnehmer/in oder Trainer/in festlegen. In den verschiedenen Rollen können Aufgaben eingereicht und bewertet werden.

„Moodle“ ermöglicht kooperative sowie multimediale Aufgaben. So bietet es die Option, Foren für einen Austausch einzurichten, eine Chat-Funktion und einen Messenger zu nutzen. Einsendeaufgaben können in verschiedenen Dateiformaten hochgeladen werden oder als Tonaufnahme gesprochen werden. Für die Verwendung muss die Bildungseinrichtung das Tool installieren und administrieren.

Wie kann die App im Unterricht und für die Unterrichtsplanung genutzt werden?

Die „Moodle“-Anwendung und die App sind im Blended-Learning-Unterricht einsetzbar. Die virtuellen Arbeitsräume können eine hilfreiche Ergänzung zum Präsenzunterricht sein. Sie ermöglichen den Lehrenden, Inhalte und Aufgaben strukturiert zur Verfügung zu stellen. Die Lernenden können individuell auf Lernaktivitäten und Inhalte zugreifen, die von ihren Lehrkräften vorbereitet wurden. Besonders hilfreich ist, dass das Tool durchgehend weiterentwickelt wird und Formate wie H5P-Aufgaben für interaktive Inhalte eingebunden werden können.

Wieso würden Sie die Anwendung weiterempfehlen?

Die Lernplattform „Moodle“ bietet einen umfassenden Funktionsumfang für interaktive Aufgaben. Auf der einen Seite können Lernende ortsunabhängig auf Material und Lernaktivitäten zugreifen. Auf der anderen Seite werden die Lernaktivitäten strukturiert, und ein inhaltlicher Austausch kann stattfinden.
Durch die vielfältigen Möglichkeiten von „Moodle“ ergeben sich Chancen für individuelles Arbeiten – allerdings sollte die Lehrkraft ausreichend Zeit für die Vorbereitung der Lernaktivitäten haben.

Auf einen Blick

Wofür?

Virtuelles Lernen: Aufgabenverteilung, Austausch und das Teilen von Material können über die Lernplattform stattfinden.

Kosten?

„Moodle“ kann kostenlos genutzt werden. Für weitere Funktionen gibt es unterschiedliche Bezahlmodelle.

Ausstattung?

Für die Verwendung muss die Bildungseinrichtung das Tool installieren und administrieren.

Zur Person

  • Leena Brütt ist E-Learning-Lehrerin im Fach Englisch auf den nordfriesischen Halligen. Sie arbeitet für das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein.
  • Der Unterricht in den Halligschulen wird in einem Blended-Learning-Konzept durch Webinare und die Arbeit mit der Lernplattform „Moodle“ ergänzt.

Weitere App-Tipps

Welche Apps empfehlen Lehrerinnen und Lehrer? Die Möglichkeiten sind vielfältig, den Unterricht neu, effizienter und kreativer mithilfe digitaler Medien zu gestalten. Trotzdem bleibt die Frage, welche Anwendungen tatsächlich sinnvoll sind. Das Schulportal hat diejenigen gefragt, die direkt betroffen sind: In der Serie „App-Tipp“ stellen Lehrkräfte Apps, Programme und andere digitale Anwendungen vor, die sie gerne in ihrem Unterricht einsetzen.

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1 Kommentar

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#1 – 14.04.2020 Anselm W.

Das Ganze muss stabil funktionieren ...

Ich arbeite mit Moodle seit mindestens 10 Jahren und man muss schon sagen, dass man es mögen muss. Das System hat seine Eigenheiten, man muss sich schon richtig in die Feinheiten einarbeiten, so ganz selbsterklärend ist das Ganze nicht in allen Bereichen. Hinzu kommt, dass es sehr davon abhängig ist, wo die eigene Moodle-Plattform gehosted ist. Fakt war, dass viele Lernplattformen aufgrund des Ansturms im Rahmen der Schulschließungen gleich reihenweise in die Knie gegangen sind. Unsere schuleigene Moodle-Plattform war z. B. fast drei Wochen nicht erreichbar, weil der externe Anbieter erst einmal erheblich leistungsstärkere Server anschaffen und installieren musste, ehe das Ganze wieder richtig stabil lief. Das war nun gerade in der Situation, wo man Moodle in der Tat hätte gut einsetzen können, wenig hilfreich. Prinzipiell sollte man aber vor allem die älteren Schüler mit Moodle vertraut machen, denn es spielt auf allen Hochschulen und Universitäten nachher auch eine große Rolle.