App-Tipp : „ClassroomScreen“ für digitale Einsteiger

Die Digitalisierung bringt viele Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, ihren Unterricht neu zu gestalten, kreative Methoden einzusetzen und sich effizienter zu organisieren. Doch das Angebot ist groß. Allein fällt es vielen Lehrkräften schwer, sich im Dschungel der digitalen Anwendungen zu orientieren: Welche Apps haben sich in der Praxis bewährt und für welche Lernsettings sind sie ein sinnvolles Instrument? Das Schulportal hat Leserinnen und Leser über Facebook und Twitter nach ihren Empfehlungen gefragt. Andreas Ott, Lehrer an der Beruflichen Oberschule Passau, empfiehlt hier den digitalen Einsteigern unter seinen Kolleginnen und Kollegen für den Unterricht die App „ClassroomScreen“ mit hilfreichen Tools zur Organisation des Unterrichtsablaufs.

07. Juni 2019 / 2 Kommentare
Apps auf Smartphone, Tablet oder dem PC bieten neue Möglichkeit bei der Unterrichtsgestaltung und der Organisation von Schule.
©Thomas Frey/dpa

Was bietet die App?

Die App „ClassroomScreen“ ist eine kostenlose browserbasierte App zur Gestaltung einer Lerneinheit über Beamer und Whiteboard. Sie müssen sich nicht registrieren oder die Anwendung herunterladen, sondern können direkt online loslegen. Die App kann auf vielfältige Weise unterstützen und Ihren Unterricht am Whiteboard strukturieren. Die zahlreichen Werkzeuge – hier „Widgets“ genannt – helfen Ihnen, den Bildschirm individuell für Ihre Unterrichtseinheit anzupassen.

Wie kann die App im Unterricht genutzt werden?

Neben wesentlichen Funktionen, etwa dem Texteditor zum Mitschreiben oder der Funktion „Zeichnungen“ zur Erstellung kleiner Skizzen, enthält „ClassroomScreen“ weitere spannende Widgets.

Der „QR-Code-Generator“ zum Beispiel ist sehr hilfreich, wenn Sie möchten, dass Ihre Schüler mit den Handys eine bestimmte Website besuchen. Ihre Schüler müssen nur den Code mit ihren Smartphones scannen, und schon sind sie auf der Website angekommen. Besonders gut gefällt mir die Möglichkeit, auch Texte per QR-Code zu verschicken. So können Sie beispielsweise die Lösung einer zu rechnenden Aufgabe eingeben. Die Schüler können dann per Scan feststellen, ob ihre Lösung richtig ist.

Über die „Arbeitssymbole“ können Sie den Schülern anzeigen, wie sie zu arbeiten haben: in Ruhe, im Flüsterton, in Partner- oder Gruppenarbeit. Schön finde ich den „Timer“, den Sie als Stoppuhr bei Schülerreferaten oder als Backtimer während einer Schulaufgabe verwenden können.

Aber auch die Lehrkraft kann „ClassroomScreen“ mit der Funktion „Exit Poll“ testen. Geben Sie zum Beispiel die Frage ein: „Wie hat Ihnen die Stunde gefallen?“, und lassen Sie Ihre Schüler live am digitalen Whiteboard oder an einem Tablet, das Sie im Raum platzieren, abstimmen.

Wieso würden Sie die Anwendung weiterempfehlen?

Die Digitalisierung des Lehrens und Lernens fordert von und fördert bei allen Beteiligten die Beherrschung computergestützter Werkzeuge. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manche Lehrer diese neuen Werkzeuge eher ungern im Unterricht einsetzen, da sie sich im Umgang mit ihnen unsicher fühlen oder auch Angst haben, sich bei technischen Problemen im Klassenzimmer zu blamieren. Die App „ClassroomScreen“ ist ein vielfältiges Tool, das jeder beherrschen kann. Die App kann ein Wegbereiter sein, Lust auf mehr digitalen Unterricht machen. Probieren Sie die Möglichkeiten einfach mal daheim aus, dann sind Sie für den Einsatz des Tools im Unterricht gewappnet.

Auf einen Blick

Wofür?

Unterrichtseinheiten live strukturieren mit verschiedenen Tools: Text, Zeichnungen, Timer, Symbolen, Feedback uvm.

Kosten?

Die App ist kostenlos verfügbar.

Ausstattung?

Ideal mit interaktivem Whiteboard, mindestens wird aber ein Beamer und eine Leinwand benötigt. Es muss keine App heruntergeladen werden; die Anwendung ist browserbasiert.

Zur Person

  • Andreas Ott unterrichtet seit 1998 an der Beruflichen Oberschule Passau die Fächer Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen, VWL, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftslehre und Rechtslehre.
  • Die „Flipped Classroom“-Methode („Umgedrehter Unterricht“) überzeugte ihn vor vier Jahren, digitale Medien in seinem Unterricht einzusetzen.
  • Auf seiner Website „Die Ott-Casts“ stellt er zahlreiche Methoden und Ideen für den Unterricht mithilfe von „Erklehrvideos“ vor.

Weitere App-Tipps

Welche Apps empfehlen Lehrerinnen und Lehrer? Die Möglichkeiten sind vielfältig, den Unterricht neu, effizienter und kreativer mit Hilfe digitaler Medien zu gestalten. Trotzdem bleibt die Frage, welche Anwendungen tatsächlich sinnvoll sind. Das Schulportal hat diejenigen gefragt, die direkt betroffen sind: In der Serie „App-Tipp“ stellen Lehrkräfte Apps, Programme und andere digitale Anwendungen vor, die sie gerne in ihrem Unterricht verwenden.