App-Tipp : Spielend das Gehirn verstehen mit „Blue Brain Club“

Die Digitalisierung bringt viele Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, ihren Unterricht neu zu gestalten, kreativer zu werden und sich effizienter zu organisieren. Doch das Angebot ist groß. Allein fällt es vielen Lehrkräften schwer, sich im Dschungel der digitalen Anwendungen zu orientieren. Das Schulportal hat Leserinnen und Leser über Facebook und Twitter nach ihren Empfehlungen gefragt. Alwin Zeiß, Schulleiter an einer Grund-, Haupt- und Realschule in Hessen, empfiehlt seinen Kolleginnen und Kollegen das Programm „Blue Brain Club“. Die Lernsoftware kann im Biologieunterricht als Ergänzung zum klassischen Unterrichtsmaterial eingesetzt werden.

24. September 2019
Schülerinnen und Schüler arbeiten mit einer App auf Tablets im Unterricht.
Apps auf Smartphone, Tablet oder dem PC bieten neue Möglichkeit bei der Unterrichtsgestaltung und der Organisation von Schule.
©Thomas Frey/dpa

Was bietet das Programm?

Der „Blue Brain Club“ (BBC) wird an der Mittelpunktschule Gadernheim im Biologieunterricht eingesetzt. Die Anwendung ermöglicht auf spielerische Art und Weise das Kennenlernen der verschiedensten Funktionsweisen des Gehirns. Interessant ist das zum Beispiel auch an den Stellen, wo es um die Auswirkungen von Alkohol auf die Aufnahmefähigkeit des Gehirns geht.

Für das Thema „Rund um das Gehirn“ gibt es in den bisherigen Schulbüchern nur wenig Material. Deshalb ist das Programm eine sehr gute Ergänzung. Es wird vereinzelt auch bei Themen wie der Suchtprävention eingesetzt. Der spielerische Charakter geht hier weg von der „Zeigefinger“-Pädagogik. Im hessischen Rahmenplan ist genug Raum, das Programm neben den verbindlichen Inhalten fakultativ anzubieten.

Wie kann das Programm im Unterricht genutzt werden?

Der Wettbewerbscharakter der Anwendung und die ansprechenden Animationen steigern die Motivation der Schülerinnen und Schüler. Sie befassen sich mit Phänomenen, die sie durch alleiniges Lesen in einem Schulbuch eher uninteressant finden und schnell wieder vergessen würden. Die Story, die in einigen Punkten an ihre Lebenswelt anknüpft, wecken das Interesse der Jugendlichen.

Jede Lehrkraft kann das Programm individuell in den Unterricht einbinden. So kann der „Blue Brain Club“ eine Ergänzung zur Suchtprävention sein oder auch eine komplette Einheit darstellen. Das ist ein Vorteil. Die Lehrkraft ist nicht gezwungen, das komplette Programm zu durchlaufen, sondern kann damit Schwerpunkte setzen.

Ergänzungen mit anderen Unterrichtsmaterialien sind absolut sinnvoll. Allerdings müssen sich die Lehrkräfte diese häufig selbst zusammenstallen, da die Standardlehrwerke an dieser Stelle nicht in die Tiefe gehen. Manche Kollegin hat auch schon eine Projektwoche zum Thema „Unser Gehirn“ gestaltet und den „Blue Brain Club“ dafür eingesetzt.

Wieso würden Sie das Programm weiterempfehlen?

Besonders geeignet ist der „BBC“ für die Realschule ab der achten Klasse oder für die Hauptschule ab der neunten Klasse als Einstieg in und begleitend zu verschiedene Themenbereiche des Gehirns. Es können diverse Sachverhalte im Unterricht vorbereitet und bearbeitet werden, und der „BBC“ dient der Sicherung oder Weiterarbeit an bestimmten Themen.

Auf einen Blick

Wofür?

Zum spielerischen Kennenlernen des Gehirns Im Biologieunterricht an weiterführenden Schulen.

Kosten?

Das Programm ist kostenlos

Ausstattung?

Zur Nutzung muss die Lernsoftware auf einem PC, einem Tablet oder Smartphone installiert werden.

Zur Person

  • Alwin Zeiß ist Schulleiter an der Mittelpunktschule Gadernheim in Hessen.
  • Er beschäftigt sich mit dem Einsatz digitaler Medien an seiner Schule.
  • Alwin Zeiß arbeitet schon längere Zeit mit der Hertie-Stiftung zusammen. Der „Blue Brain Club“ist ein Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Die Mittelpunktschule Gadernheim gehört zu einer der ersten Schulen, die den „Blue Brain Club“ getestet haben.

Weitere App-Tipps

Welche Apps empfehlen Lehrerinnen und Lehrer? Die Möglichkeiten sind vielfältig, den Unterricht neu, effizienter und kreativer mit Hilfe digitaler Medien zu gestalten. Trotzdem bleibt die Frage, welche Anwendungen tatsächlich sinnvoll sind. Das Schulportal hat diejenigen gefragt, die direkt betroffen sind: In der Serie „App-Tipp“ stellen Lehrkräfte Apps, Programme und andere digitale Anwendungen vor, die sie gerne in ihrem Unterricht verwenden.