App-Tipp : Mit „Oncoo“ den Unterricht partizipativ gestalten

Die Digitalisierung bringt viele Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, ihren Unterricht neu zu gestalten, kreativer zu werden und sich effizienter zu organisieren. Das Angebot ist groß. Allein fällt es vielen Lehrkräften jedoch schwer, sich im Dschungel der digitalen Anwendungen zu orientieren. Das Schulportal hat Leserinnen und Leser über Facebook und Twitter nach ihren Empfehlungen gefragt. Lehrer Hendrik Büdding nutzt „Oncoo“, um interaktive und kooperative Unterrichtsszenarien zu gestalten.

18. Mai 2020
Schülerinnen und Schüler arbeiten mit einer App auf Tablets im Unterricht.
Apps auf Smartphone, Tablet oder dem PC bieten neue Möglichkeit bei der Unterrichtsgestaltung und der Organisation von Schule.
©Thomas Frey/dpa

Was bietet das Programm?

„Oncoo“ steht für „Online Cooperation“ und ist eine internetbasierte Plattform, die mehrere Web-Apps für eine persönliche und onlinegestützte Kommunikation und Zusammenarbeit vereint. Das Online-Tool erleichtert den Unterrichtsalltag nachhaltig.

„Oncoo“ bietet eine gute Auswahl interaktiver und multimedialer Tools. Dazu gehören kooperative Lernbausteine, um verschiedene Methoden im Unterrichtsalltag digital umzusetzen. Ein besonderer Mehrwert ist, dass die Lernbausteine wiederverwendet und weiterverarbeitet werden können. Dazu zählen auch Rückmeldemethoden, um Meinungsbilder und Feedback unkompliziert und schnell einholen zu können.

Wie kann das Programm für den Unterricht genutzt werden?

Auf einer virtuellen Pinnwand können Kartenabfragen durchgeführt werden, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler über PCs, Laptops, Tablets und Smartphones beteiligen können. Die in der Kartenabfrage gesammelten Ideen, Vorschläge und Kommentare können dann weiterverarbeitet und sortiert werden.

Weitere kooperative Arbeitsmethoden sind über „Oncoo“ möglich. So sind Placemat-Methoden für Think-Pair-Share-Arbeitsphasen realisiert, automatische Gruppenbildungen und differenzierte Abstimmungsarten je nach Lehr- und Lernanlass möglich. Ebenso sind altbekannte Methoden wie das Helfersystem und Lerntempoduett aus dem kooperativen Lernen sinnvoll strukturiert und praxistauglich umgesetzt. Somit ist die plattformunabhängige Mitarbeit mit BYOD (Bring Your Own Device)-Systemen möglich. Die einzelnen Bausteine können verzahnt und mit anderen Lernmanagementsystemen wie „Moodle“ genutzt werden.

Wieso würden Sie die Anwendung weiterempfehlen?

Wenn es in einer Unterrichtsphase hilfreich erscheint, digitale Medien und kooperative Arbeitsformen sinnvoll zu nutzen, dann sind die Werkzeuge, die „Oncoo“ der Lehrkraft kostenlos bereitstellt, äußerst hilfreich. Ohne lange Einarbeitungszeit und Programmierkenntnisse ermöglicht „Oncoo“, zeitnah die Idee zum kooperativen Arbeiten und Lernen umzusetzen und nachhaltig weiterzuverarbeiten.

Wichtig ist, dass das Setting berücksichtigt werden sollte. Für möglichst viele Schülerinnen und Schüler sollten internetfähige Computersysteme vorhanden sein. Ein Vorteil ist außerdem, dass die Schülerinnen und Schüler – anders als die Lehrkraft, die die Onlineaktionen über das Webportal konzipiert – keine personenbezogenen Daten angeben müssen.

Wofür?

Zur Gestaltung kooperativer Arbeitsformen.

Kosten?

Die Tools, die „Oncoo“ bietet, sind kostenlos. Nur die Lehrkraft muss sich anmelden, um die Bausteine zu erstellen.

Ausstattung?

Ob PC, Tablet oder Smartphone – die Lernbausteine können über verschiedene Geräte genutzt werden. Ein Internetzugang ist erforderlich.

Zur Person

  • Hendrik Büdding unterrichtet seit 2010 am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Münster, das 2018 zu den Preisträgern des Deutschen Schulpreises gehörte.
  • 2019 wurde er mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.
  • Hendrik Büdding ist Projektleiter beim überschulischen IT-Projekt-Münster.

Weitere App-Tipps

Welche Apps empfehlen Lehrerinnen und Lehrer? Die Möglichkeiten sind vielfältig, den Unterricht neu, effizienter und kreativer mit Hilfe digitaler Medien zu gestalten. Trotzdem bleibt die Frage, welche Anwendungen tatsächlich sinnvoll sind. Das Schulportal hat diejenigen gefragt, die direkt betroffen sind: In der Serie „App-Tipp“ stellen Lehrkräfte Apps, Programme und andere digitale Anwendungen vor, die sie gerne in ihrem Unterricht verwenden.