App-Tipp

Digitale Unterricht-Tools : Mit „Mentimeter“ auf Stimmenfang im Unterricht

Die Digitalisierung bringt viele Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, ihren Unterricht neu zu gestalten, kreativer zu werden und sich effizienter zu organisieren. Das Angebot ist groß. Allein fällt es vielen Lehrkräften jedoch schwer, sich im Dschungel der digitalen Anwendungen zu orientieren. Das Schulportal hat Leserinnen und Leser über Facebook und Twitter nach ihren Empfehlungen gefragt. Bob Blume unterrichtet an einem Gymnasium in Baden-Württemberg. Er nutzt – und beurteilt hier – die App „Mentimeter“, um Stimmen der Schülerinnen und Schüler einzubinden und so möglichst viele am Unterricht teilhaben zu lassen.

12. März 2021

Es gibt eine Vielzahl an Apps für die Schule. Doch wie erkennen Lehrkräfte, was eine gute App ausmacht und welche Anwendung tatsächlich nützlich ist? Das Schulportal gibt hier einen Überblick.

©Pia Bublies

Was bietet das Programm?

„Mentimeter“ ist eine Plattform, mit deren Hilfe man sehr niedrigschwellig über eigene Geräte Kurzantworten, Antworten oder Feedback geben und dieses dann in den Unterrichtszusammenhang einbinden kann. Die Lehrperson kann eine Frage oder einen Impuls in einer „Präsentation“ anlegen, wie es in der App heißt. Daraufhin können die Teilnehmenden mit einem Code die Frage aufrufen und ganz einfach ihre Antworten eintippen oder angeben. Diese werden auf einer digitalen Oberfläche gesammelt und können sodann allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden.

Wie kann das Programm für den Unterricht genutzt werden?

Oftmals wird „Mentimeter“ für sogenannte Wortwolken benutzt. Diese sind Visualisierungen von Antworten, die in der Größe erscheinen, die der Anzahl der Antworten entspricht. So erscheint bei einem Feedback zum Unterricht beispielsweise besonders groß, wie die Teilnehmenden diesen empfunden haben.

Über solche Umfragen kann aber auch Vorwissen abgefragt werden. So visualisiert man beispielsweise vor einer Unterrichtseinheit Wissen oder Vorurteile. Eine weitere Wortwolke am Ende der Einheit zeigt dann nicht nur die Veränderung des Wissens nach der Erarbeitung, sondern auch den Lernzuwachs der Lernenden.

In diesem Sinne kann „Mentimeter“ sehr gut für Unterrichtseinstiege genutzt werden. Aber nicht nur die Wortwolken bieten sich an. Es gibt die Möglichkeit, offene Antworten zu geben, die sich dann wie Kacheln an einer Leinwand anordnen. Oder aber man kann eine Vorlage nutzen, in der Antworten einzeln nach und nach angegeben werden. Auf diese Weise kann man sich auf die einzelnen Antworten fokussieren. Insgesamt aber erscheinen so die verschiedenen Antworten, und es werden auch jene Lernende gehört, die sich vielleicht nicht getraut hätten, sich zu melden.

Auch Beurteilungsfragen, Ja- und Nein-Fragen sowie Fragen danach, ob etwas als gut oder schlecht eingeschätzt wird, können sehr einfach erzeugt werden.

Wieso würden Sie die Anwendung weiterempfehlen?

Die Plattform bietet eine niedrigschwellige Partizipationsmöglichkeit und lockert den Unterricht auf. Die Lernenden brauchen nichts weiter als ein Mobilgerät, auch mit Handys ist die Nutzung sehr einfach möglich. Auf diese Weise kann der digitale (Fern-)Unterricht oder sogar ein Präsenzunterricht, in dem auf Abstand geachtet werden muss, variabel und interessant gestaltet werden. Alle Antworten sind zusätzlich archiviert. So dient die Plattform gleichsam als Möglichkeit, den Lernzuwachs im Auge zu behalten und abzugleichen.

Auf einen Blick

Wofür?

Interaktive Umfragen im Unterricht

Kosten

Es gibt eine kostenfreie Version, in der die Erstellung von Abfragen und Quizzen beschränkt ist.

Ausstattung

„Mentimeter“ kann problemlos mobil genutzt werden.

Bei den App-Tipps handelt es sich um Empfehlungen von Lehrkräften für Lehrkräfte. Das Deutsche Schulportal hat diese nicht mit Blick auf die aktuellen DSGVO-Richtlinien geprüft. Wenn Sie die App an Ihrer Schule einsetzen möchten, wenden Sie sich am besten an die zuständige Schulbehörde für eine datenschutzrechtliche Beurteilung.

Zur Person

  • Bob Blume ist Oberstudienrat am Windeck-Gymnasium in Bühl und unterrichtet die Fächer Englisch, Deutsch und Geschichte.
  • Als „Netzlehrer“ ist er auf Twitter und Instagram aktiv und betreibt einen eigenen Podcast.
  • Er publiziert Fachliteratur und Artikel auf verschiedenen Onlineplattformen und seinem Blog bobblume.de.