Homeschooling : Angebote für das Lernen zu Hause

Die Schulen sollen bis 14. Februar 2021 grundsätzlich geschlossen bleiben. Für das Homeschooling gibt es jetzt zahlreiche Angebote im Netz und im TV. Doch welche Angebote sind für Lehrkräfte didaktisch sinnvoll und kompatibel mi dem Lehrplan? Wo finden Eltern Anregungen für die Beschäftigung der Kinder zu Hause? Das Schulportal hat hier eine Auswahl zusammengestellt.

Florentine Anders / 20. Januar 2021 / 2 Kommentare
Bei Planet Wissen von WDR und SWR gibt es eine Auswahl von Sendungen und Hintergrundtexten nach Unterrichtsfächern sortiert.
©WDR/Andrea Böhnke

die Schulschließungen bleiben bis 14. Februar weiter bestehen. Für die meisten Schülerinnen und Schüler gibt es also weiter Fernunterricht. Das hat die Ministerpräsidentenkonferenz am 19. Januar beschlossen. Die Bundesländer entscheiden nun, in welchen Schritten die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule zurückkehren. Das Schulportal berichtet darüber in einem Newsblog.  Klar ist, dass das Schuljahr 20/21 von Hybridunterricht geprägt ist und damit auch das Homeschooling dazu gehört. Viele Anbieter haben seit dem ersten Lockdown ihr Repertoire für das Distanzlernen ausgebaut. Die meisten Lehrkräfte nutzen inzwischen digitale Lernplattformen, auf die sie nicht nur Aufgabenblätter stellen, sondern auch Links zu Lernapps oder Erklärvideos. Das hatte zuletzt auch die repräsentative Umfrage Deutsches Schulbarometer Spezial Corona-Krise gezeigt. Viele Schulen haben in den vergangenen Monaten Konzepte entwickelt, wie sie die Schülerinnen und Schüler zu Hause besser erreichen, und wie sie digitale Formate langfristig in den Unterricht integrieren. Mehr dazu erfahren Sie in dem Dossier „Krise als Chance”. Doch für Lehrkräfte und Eltern ist es oft nicht leicht, in dem Überangebot die richtigen digitalen Lernformate auszuwählen. Das Schulportal gibt Tipps, wo interessante Formate für das Lernen zu Hause zu finden sind. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird regelmäßig aktualisiert.

School to go: Woran erkennt man gute Angebote für Fernunterricht und Homeschooling? Die neue Lernplattform „School to go“  bündelt digitale Lernangebote, deren Qualität wissenschaftlich geprüft ist. mehr als 800 Angebote sind auf der Seite verfügbar. Lehrkräfte oder Eltern können nach Fach und Jahrgangsstufe auswählen. Julia Knopf, Bildungsforscherin und Mitinitiatorin der Plattform, erklärt im Interview mit dem Schulportal was ein gutes digitales Lernformat ausmacht und was Lehrkräfte bei der Auswahl beachten sollten.

App-Tipps: Padlet, meetzi oder Moodle – welche Apps empfehlen Lehrerinnen und Lehrer für das digitale Lernen? Auf dem Schulportal stellen Lehrkräfte regelmäßig Apps vor, die die gern für den Unterricht verwenden. Neben virtuellen Klassenräumen werden auch Apps zum Erstellen von Erklärvideos, Wissenstests oder zur Unterrichtsplanung empfohlen. Alle App-Tipps finden Sie hier.

ARD-Sender: Die ARD hat ihr Bildungsangebot für das Homeschooling aufgrund des erneuten Lockdowns weiter ausgebaut. In der ARD-Mediathek beispielsweise gibt es unter der Rubrik „Zu Hause Lernen” Angebote, die nach Klassenstufen differenziert sind. Seit dem 11. Januar 2021 gibt es auch eine runderneuerte Version des YouTube-Bildungskanals alpha Lernen mit Lernvideos für alle Schularten und Jahrgangsstufen. WDR und SWR bieten bei Planet Schule eine kuratierte Auswahl von Unterrichtsmaterial zu verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen. Planet Wissen hat außerdem eine Auswahl von Sendungen und Hintergrundtexten nach Unterrichtsfächern sortiert. Die Themen reichen von A wie Armut bis Z wie Zucker. Bei „Schule digital“ bietet der WDR zudem digitales Unterrichtsmaterial in verschiedenen Niveaustufen, zum Beispiel einen Programmierkurs mit der Maus.

„Schule daheim“ vom Bayerischen Rundfunk: Unter dem Titel „Schule daheim“ stellt der Bayerische Rundfunk (BR) gemeinsam mit dem bayerischen Kultusministerium ein besonderes Angebot auf ARD-alpha und in der BR Mediathek bereit. Montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr sendet der Bildungskanal ARD-alpha ausgewählte Lernformate. Ergänzt wird das Angebot durch das Landesportal „Mebis“ für Lehrkräfte, auf dem der Bayerische Rundfunk ebenfalls Programme anbietet. Seit dem ersten Lockdown wurden die Inhalte kontinuierlich erweitert, zum Beispiel um Angebote für Grundschulkinder.

Digitale Sportstunde und Experimente für das Lernen zu Hause

Bundeszentrale für politische Bildung: Auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung werden Internetprojekte für Schülerinnen und Schüler vorgestellt. Hier stehen zudem kostenlos Unterrichtsmaterialien in den Fächern Politik, Geschichte, Erdkunde zur Verfügung. Außerdem gibt es auch Foren und Chats. Auf der Website wird auch erklärt, wie man mit wenig Aufwand als Lehrkraft selbst ein Erklärvideo erstellt.

Experimente mit #ScienceAtHome: „Science at Home“ ist eine Twitter-Initiative des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Verschiedene Forschungsinstitute sind daran beteiligt. Unter dem Hashtag #ScienceAtHome werden „einfache Selbstmach-Experimente für zu Hause beschrieben. Auf der Website des DLR werden außerdem viele Fragen der Luft- und Raumfahrt für Kinder und Jugendliche beantwortet.

Albas tägliche Sportstunde: Der Basketball-Bundesligist Alba Berlin hat am Mittwoch das Online-Programm „Albas tägliche Sportstunde“ gestartet. Jeden Tag gibt es auf dem Youtube-Kanal von Montag bis Freitag 45 Minuten Fitness und Wissenswertes zum Anschauen und Mitmachen. Das Angebot für Kinder im Kita-Alter läuft um 9 Uhr, für Grundschulkinder um 10 Uhr und für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen um 11 Uhr.

Unterrichtsfilme des Medieninstituts der Bundesländer: Für Lehrkräfte stellt das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gGmbH (FWU) seine Online-Mediathek bis zum 30. Juni 2020 kostenlos zur Verfügung. In der Mediathek sind mehr als 1.100 Unterrichtsfilme und über 5.000 Sequenzen für allgemeinbildende Schulen abrufbar. Daneben gibt es Arbeitsblätter, Bilder, Grafiken und Lernspiele. Lehrkräfte müssen sich anmelden und erhalten per Mail die Zugangsdaten. Der Zugang endet dann automatisch am 30. Juni. Eine Kündigung ist nicht nötig.

Nähe trotz Distanz

Wie es Schulen gelingt, Beziehungen auch im Fernunterricht aufrecht zu erhalten, zeigt das Beispiel der Hardtschule Durmersheim und Baden-Württemberg. Die Gemeinschaftsschule setzt dabei auf Konzepte, die bereits vor der Corona-Pandemie etabliert waren. Das Schulportal zeigt in einem Video, wie die Schule dabei im Fern- und Wechselunterricht vorgeht. Ausführlich ist das Konzept hier beschrieben.

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Kostenlose Lernplattformen: Viele Lernplattformen wie  Learnattack, Bettermarks, oder Scoyo können für das Homeschooling während der Schulschließungen vorübergehend kostenlos genutzt werden. Auch die Erklärvideos  auf Sofatutor sind während der Schulschließungen kostenfrei. Dauerhaft kostenlos und werbefrei ist die Plattform  Anton-App mit Inhalten für die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Biologie, Musik sowie für den DAZ-Unterricht von Klasse 1 bis 10. Kostenlose Lernvideos und Material in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte und Wirtschaft gibt es auch auf der nicht kommerziellen Website der Khan Academy.

Kostenlose Nachhilfe: Studierende bieten mit dem Projekt Corona School kostenfreie Lernunterstützung für Schülerinnen und Schüler an. Wenn sich eine Schülerin oder ein Schüler registriert, wird ihm ein Studierender vermittelt. Die Studentinnen und Studenten helfen ehrenamtlich per Video-Chat bei Verständnisfragen oder Prüfungsvorbereitungen.

Merkblatt des Grundschulverbandes: Tipps, wie Eltern von Kindern im Grundschulalter auch ohne digitale Medien das Lernen unterstützen können, gibt es im Merkblatt des Grundschulverbandes. Rechnen lässt sich im Homeschooling zum Beispiel auch gut mit Karten- oder Würfelspielen üben.

Tipps für Eltern: Wie das Lernen zu Hause gelingen kann, beschreibt Grundschullehrern Sabine Czerny in ihrer Kolumne auf dem Schulportal. Wie kann jedes Familienmitglied für Homeschooling und Homeoffice einen geeigneten Platz finden? Welches Pensum ist für das Kind angemessen? Und wie schaffen es Eltern, die Kinder für die Aufgaben im Fernunterricht motivieren?

ZEIT für die Schule: Auch die ZEIT Akademie unterstützt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beim digitalen Lernen während der Schulschließung. Auf der Seite ZEIT für die Schule kann man Arbeitsblätter downloaden und Videos streamen. Die Angebote umfassen die Themen Geschichte, Biologie, Politik, Erdkunde, Berufs- und Studienorientierung, Medienkompetenz, Philosophie/Ethik, Deutsch, Englisch und Französisch.

Podcast: Der ehemalige Berliner Schulleiter Helmut Hochschild und der Radiojournalist Leon Stebe berichten in einer Sonderfolge des  Podcasts „Schule kann mehr” von vielen kreativen Ideen und sprechen darüber, wie die sozialen Beziehungen innerhalb der Schulgemeinschaft im Homeschooling aufrechterhalten bleiben können. Das Schulportal präsentiert ausgewählte Folgen des Podcasts.

Deutscher Bildungsserver: Eine Übersicht zu digitalen Lernplattformen, die sich für das Lernen zu Hause eignen, bietet auch der deutsche Bildungsserver in einem eigens für die Schulschließung erstellten Dossier. Dabei gibt es sowohl Empfehlungen für Grundschulen als auch für weiterführende Schulen.

Twitterlehrerzimmer: Auf Twitter tauschen Lehrkräfte unter dem Hashtag „#Twitterlehrerzimmer” Ideen aus, wie sie das Klassenzimmer von der analogen in die virtuelle Welt verlegen. Das Schulportal hat hier einige Tweets mit interessanten Tipps gesammelt.

Mehr zum Thema

Der Begriff Homeschooling wird während der Corona-Pandemie häufig für das schulangeleitete Lernen zu Hause verwendet, wenn der Präsenzunterricht in der Schule nicht möglich ist.

Homeschooling im eigentlichen Sinne von Heimunterricht ist in Deutschland nicht erlaubt, sofern die schulpflichtigen Kinder nicht länger krank sind.

Eltern, die ihren Kindern den Schulbesuch verweigern, drohen auch Haftstrafen. Das Bundesverfassungsgericht begründete dies 2014 mit dem Interesse der Allgemeinheit, religiös oder weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften entgegenzuwirken. In anderen europäischen Ländern sind die Regeln für das sogenannte Homeschooling weitaus weniger streng. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte urteilte jedoch 2006: Es gibt kein Recht auf Heimunterricht.