Digitale Mini-Hospitationen

Konzeptfilme ersetzen keine realen Hospitationen, ermöglichen aber einen unmittelbaren und authentischen Einblick in die Arbeit ausgezeichneter Schulen. Sie stellen in diesem Sinne keine Blau­pausen dar – vielmehr sollen sie inspirieren und dazu anregen, das Gesehene im Team zu reflektieren. Sie eignen sich, um im Kollegium Gespräche über Veränderungen zu initiieren und zu einem gemeinsamen Verständnis der pädagogischen Arbeit zu gelangen. „Lehrerinnen und Lehrer lassen sich sehr inspirieren durch die praktische Arbeit anderer Schulen. Insofern haben die Konzept­filme einen hohen inspirativen Wert.“, erklärt Professor Thomas Häcker, Direktor des Instituts für Schul­pädagogik und Bildungs­forschung an der Universität Rostock.

Lehrerinnen und Lehrer lassen sich sehr inspirieren durch die praktische Arbeit anderer Schulen. Insofern haben die Konzeptfilme hohen inspirativen Wert.
Prof. Dr. Thomas Häcker

Schulleitungen, Lehrkräfte, Erzieher, Eltern und Schülerinnen und Schüler der Preis­träger­schulen kommen in den Filmen selbst zu Wort. Sie erklären, mit welchen spezifischen Heraus­forderungen sie sich konfrontiert sehen, warum und unter welchen Bedingungen eben jenes Konzept für ihre Schule so zentral und wirksam ist. Begleitet wird jeder Film von einem einordnenden Text und von Material, welches die Schule zur Umsetzung ihres Konzepts erarbeitet hat.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wie entsteht ein Konzeptfilm?

Ein Konzeptfilm entsteht immer in enger Zusammenarbeit mit einer Preis­träger­schule. Dabei sucht das Team des Deutschen Schulportals gemeinsam mit den Schul­leitungs­teams nach konkreten Ansätzen der Schule, die erfolg­reich erprobt wurden und die als Impulse für andere Schulen geeignet sind und sich filmisch umsetzen lassen. Es wird also bewusst ein spezifischer Aspekt aus dem facetten­reichen Wirken einer Schule heraus­gegriffen. Daraus entsteht ein Drehplan, der die Situationen enthält, die das Konzept im Schul­alltag erfahrbar machen. Die Schule erarbeitet dafür eine schriftliche Beschreibung ihres Konzepts und stellt Material zur Verfügung, welches zur Umsetzung des Konzepts entwickelt wurde. Wichtig dabei ist, die Schule mit allen Beteiligten in den gesamten Prozess mit einzubeziehen. Nach zwei Drehtagen vor Ort liegen viele Stunden Material vor, aus dem schließlich ein Film von etwa sieben bis zehn Minuten entsteht.

Von Leistung bis Verantwortung – Mehr gute Schulen in Deutschland

Die Konzeptfilme auf dem Deutschen Schulportal geben einen Einblick in den großen Erfahrungs­schatz der mittler­weile über 80 Preis­träger­schulen des Deutschen Schulpreises. „Dem Lernen Flügel verleihen!“ – unter diesem Motto steht die jährliche Auszeichnung, die die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung 2006 ins Leben gerufen haben. Die Stiftungen wollen damit einen Beitrag leisten, die Qualität von Schule und Unterricht in Deutschland nach­haltig zu verbessern. Um es mit dem Leitspruch des Deutschen Schulportals zu sagen: Das Ziel ist mehr gute Schulen in Deutschland.

Die Frage, was unter einer guten Schule zu verstehen ist, wird mit den sechs Qualitäts­bereichen des Deutsche Schulpreises beantwortet. Gute Schulen zeichnen sich demnach dadurch aus, dass sie in den sechs Qualitäts­bereichen

  • Leistung,
  • Umgang mit Vielfalt,
  • Unterrichtsqualität,
  • Verantwortung,
  • Schulklima, Schulleben und außer­schulische Partner und
  • Schule als lernende Institution

mindestens gut und in einem oder mehreren Bereichen weit über­durch­schnittlich abschneiden.

Die sechs Qualitätsbereiche strukturieren auch die Arbeit der Jurorinnen und Juroren des Deutschen Schulpreises. Sie erlauben eine transparente, umfassende und vergleichbare Bewertung der Schul­qualität. Die Qualitäts­bereiche sollen sicher­stellen, dass alle Aspekte berücksichtigt werden, die eine gute Schule in einem umfassenden Sinne auszeichnen. Dazu gehört, dass nicht nur die Leistungen der Schülerinnen und Schüler stimmen, sondern auch, dass sich alle an der Schule wohl­fühlen. Gute Schulen zeichnen sich außerdem durch ein demokratisches Miteinander, geteilte und gemeinsam getragene Verantwortung und eine effektive Organisation aus. Nur so können sie auch zukünftigen Anforderungen souverän begegnen und ihre hohe Qualität lang­fristig halten.

Wie hängt alles zusammen? – Schulentwicklung simulieren mit dem Planspiel „Gute Schule“

An welchen Punkten im Schul­entwicklungs­prozess eignen sich die Konzept­filme als Ideen­pool für die eigenen Praxis? Welche Bedingungen müssen gegeben sein? Wie verhalten sich die verschiedenen Konzepte zueinander? Und wie entscheiden Mitglieder einer Schul­gemeinschaft, welche Veränderungen sie angehen? Mit dem Planspiel „Gute Schule“ simulieren Kollegien und Schul­leitungs­teams verschiedene Szenarien der Schul­entwicklung. Sie ringen gemeinsam um die beste Strategie für ihre Schule und nehmen dabei verschiedene Rollen ein. Grundlage des Spiels sind die sechs Qualitäts­bereiche des Deutschen Schulpreises. Die Spiel­karten beinhalten viele QR-Codes zu passenden Konzept­filmen auf dem Deutschen Schulportal.

Planspiel "Gute Schulen"