World Teachers' Day : Weltlehrertag: Zeit, einfach mal Danke zu sagen

Am 5. Oktober ist Weltlehrertag: Das ist nicht nur Anlass, um auf drängende Probleme wie Lehrkräftemangel hinzuweisen, sondern vor allem eine gute Gelegenheit, Lehrerinnen und Lehrern Danke zu sagen. Schulportal-Gastautor Torsten Larbig ist selbst Lehrer und schreibt über seine Gedanken zum 24. Weltlehrertag.

Torsten Larbig Torsten Larbig / 04. Oktober 2018
Zum Weltlehrertag schreibt jemand mit blauer Tinte das Wort Danke
Zum Weltlehrertag einfach mal „Danke“ sagen - nur so, ohne aber, ohne Forderung, einfach nur: Danke, liebe Lehrerinnen und Lehrer für eure tägliche Arbeit!
©Bernd Vonau / photocase

Das Motto des Weltlehrertags 2018: Das Recht auf Bildung bedeutet das Recht auf eine qualifizierte Lehrkraft

Der Weltlehrertag („World Teachers’ Day“ oder „International Teachers Day“) wurde von der UNESCO 1994 zum ersten Mal für den 5. Oktober ausgerufen. 2018 steht er unter dem Motto: „The right to education means the right to a qualified teacher“ („Das Recht auf Bildung bedeutet das Recht auf eine qualifizierte Lehrkraft“). In Zeiten von Lehrermangel, Diskussionen über Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger sowie dringend nötiger Veränderungen in der Ausbildung von Lehrkräften ist das für mich als Lehrer ein wichtiges Motto.

Doch bei aller politischen Aufladung dieses einen Tages: Der Weltlehrertag hat noch eine ganz andere Seite. Vor zehn Jahren entdeckte ich diese Seite zum ersten Mal. Vor allem im englischsprachigen Teil meiner digital vernetzten Welt tauchten an diesem Tag plötzlich Videos, selbst geschriebene Lieder oder Artikel auf Websites auf, die nur ein einziges Anliegen hatten: den Lehrerinnen und Lehrern „Danke“ zu sagen – einfach so, ohne gleich ein „aber“ anzuhängen oder eine Forderung damit zu verknüpfen, ohne Vorurteile und Klischees aufzubauschen.

Mir ging da durch den Kopf: Das ist ja wie Muttertag, nur für Lehrerinnen und Lehrer! An einem Tag im Jahr rufen wir uns und der Welt in Erinnerung, welche Bedeutung Lehrkräfte für die Bildung und Erziehung junger Menschen haben. Und so ist der 5. Oktober 2018 auch ein Tag, an dem wir tun können, was die meisten Menschen das Jahr über in vielen Fällen oft nicht tun: Lehrerinnen und Lehrern für ihren Einsatz danken, herausheben, welch wichtige Rolle Lehrkräfte für das Individuum und die Gesellschaft spielen.

Warum wir am Weltlehrertag unseren Beruf feiern

Doch es geht nicht nur um das Danke von anderen. Als Lehrer feiere ich mit Lehrerinnen und Lehrern auf der ganzen Welt an diesem Tag unseren Beruf. Wir führen uns vor Augen, welch schönen Beruf wir haben, welche Verantwortung wir übernehmen, aber auch, wie viel Kraft es manches Mal kostet, dieser Verantwortung angesichts all der Schicksale, die man schon bei jungen Menschen als Lehrerin oder Lehrer mitbekommt, auch nur annähernd gerecht werden zu können.

Der Weltlehrertag ist ein Tag des Dankes, ein Tag zum Feiern, ein Tag, sich als Lehrkraft die eigene Verantwortung vor Augen zu führen – und es ist für mich auch ein Tag des Innehaltens und der Erinnerung daran, dass Bildung ein Menschenrecht ist, das nach wie vor vielen Kindern auf der Welt verweigert wird. Und so trauere ich am Weltlehrertag mit allen Menschen, die aufgrund von Krieg, wirtschaftlicher Voraussetzungen und gesellschaftlicher Ausgrenzung ihres Geschlechts, was ja meist Mädchen betrifft, keinen Zugang zu Schule und qualifizierten Lehrkräften haben. Ich denke an die Jugendlichen, die vor allem Ideologien gelehrt bekommen und nicht von qualifizierten Lehrerinnen oder Lehrern unterrichtet werden, die zum eigenständigen Denken befähigen können oder dürfen.

Respekt und Wertschätzung statt Klischees und Vorurteile

Und so wird das „Danke“ an die Lehrkräfte, das am Weltlehrertag in den vergangenen Jahren zunehmend auch im deutschsprachigen Raum zu hören ist, am Ende doch auch wieder politisch. Denn dieses „Danke“ zeigt Respekt und Hochachtung, und steht damit im Widerspruch zu Klischees über Lehrerinnen und Lehrer, die man schnell mal aus der Vorurteilskiste schüttelt und oft unwidersprochen äußern kann.

Der Weltlehrertag ist für mich ein Tag der Ermutigung, mir immer wieder vor Augen zu führen, dass ich einen der wichtigsten Berufe habe, die man so haben kann. An diesem Tag gibt es an vielen Stellen weltweit so viel positive Energie, die uns Lehrkräften geschenkt wird: Jedes Jahr freue ich mich auf den Tag, denke an ihm auch an meine eigenen Lehrerinnen und Lehrer zurück, und schicke ihnen wenigstens in Gedanken meinen Dank.

Feiern Sie den Weltlehrertag, sagen Sie Lehrerinnen und Lehrern Danke, denken Sie an all die Kinder, die keinen Zugang zu Bildung haben!

Ohne qualifizierte Lehrkräfte wäre die Welt ein schlechterer Ort.

In diesem Sinne: Einen schönen Weltlehrertag 2018!

Zur Person

  • Torsten Larbig arbeitet als Lehrer an einem Frankfurter Gymnasium.
  • Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter für Mediendidaktik an der Technischen Universität Darmstadt und Mitglied im Beirat der Heraeus Bildungsstiftung.
  • In seinem Blog „Herr Larbig“ berichtet er regelmäßig über Bildung und Themen, die ihn interessieren. Außerdem twittert Torsten Larbig aktiv über Schule, Bildung und Unterricht.

 

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