Gemeinsam lernen : Was wissen Sie über Inklusion?

Seit der UN-Behinderten­rechts­konvention gilt: Inklusion ist Menschen­recht. Das bedeutet für die gesamte Gesellschaft tief greifende Veränderungen, fordert aber bis heute insbesondere Schulen heraus – der Weg zur inklusiven Schule ist für viele noch lang. Doch was genau heißt „Inklusion“ eigentlich? Testen Sie Ihr Wissen!

Antje Tiefenthal / 09. Januar 2019 / 3 Kommentare

Herzlichen Glückwunsch!

Sie haben auf Anhieb 0 von 10 Fragen richtig beantwortet!
0 Punkt Punkte
Frage 10/10

Bei wie vielen Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender Schulen in Deutschland wurde im Schuljahr 2016/2017 sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert?

Antwort 1

Bei rund 524.000 Kindern und Jugendlichen.

Antwort 2

Bei rund 87.000 Kindern und Jugendlichen.

Antwort 3

Bei rund 196.000 Kindern und Jugendlichen.
RICHTIG!
Laut 2018 veröffentlichten Zahlen der Kultusministerkonferenz wurde im Schuljahr 2016/2017 bei exakt 523.813 Jungen und Mädchen sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert. Acht Jahre zuvor waren es noch rund 482.000 Kinder.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 9/10

Barrierefreiheit in einer inklusiven Gesellschaft bedeutet, …

Antwort 1

… dass Gebäude, Verkehrsmittel und öffentliche Plätze so gestaltet sind, dass auch Menschen mit Behinderung sie nutzen können.

Antwort 2

… mehr als nur bauliche Veränderungen oder speziell ausgerüstete Busse und U-Bahnen. Auch Dienstleistungen, Freizeitangebote oder Internetseiten müssen so konzipiert sein, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind.

Antwort 3

… dass speziell Menschen mit Behinderung Teilhabe ermöglicht wird.
RICHTIG!
Barrierefreiheit in einer inklusiven Gesellschaft muss ganzheitlich gedacht werden, sodass tatsächlich alle Menschen teilhaben können.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 8/10

Ein Streitfall zur Inklusion vor dem Bremer Verwaltungsgericht sorgte 2018 für eine bundesweite Debatte. Worum ging es dabei?

Antwort 1

Eine Mutter klagte, um auf diesem Weg ihrem Kind den Besuch einer Förderschule in einem anderen Bundesland zu ermöglichen. In Bremen wurden die meisten Förderschulen zugunsten eines Zwei-Säulen-Systems abgeschafft.

Antwort 2

Unterrichtsstörungen, körperliche Übergriffe und Streitereien – nachdem ein Brandbrief nicht half, kämpften Eltern mit einer Klage gegen das gemeinsame Lernen.

Antwort 3

Die Schulleiterin eines Gymnasiums hatte Klage eingereicht, um sich so gegen die Einrichtung einer Inklusionsklasse zu wehren.
RICHTIG!
Mit einer Klage gegen die Bildungsbehörde versuchte ein Bremer Gymnasium, die Einrichtung einer Inklusionsklasse zu verhindern. Ohne Erfolg: Das Verwaltungsgericht wies die Klage ab.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 7/10

Und in welchem Bundesland ist die Exklusionsquote am höchsten?

Antwort 1

Nordrhein-Westfalen

Antwort 2

Sachsen-Anhalt

Antwort 3

Mecklenburg-Vorpommern
RICHTIG!
Mit 6 Prozent ist die Exklusionsquote in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten. Der bundesweite Durchschnitt für das Schuljahr 2016/2017 lag laut Studie der Bertelsmann Stiftung bei 4,3 Prozent.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 6/10

Die Bundesländer schneiden beim gemeinsamen Lernen unterschiedlich ab. Welches Bundesland liegt bei der Umsetzung der Inklusion – gemessen an der Exklusionsquote – vorn?

Antwort 1

Bremen

Antwort 2

Brandenburg

Antwort 3

Baden-Württemberg
RICHTIG!
Mit 1,2 Prozent hatte Bremen im Schuljahr 2016/2017 die bundesweit niedrigste Exklusionsquote. Das bedeutet, dass in Bremen besonders wenig Kinder separiert in Förderschulen unterrichtet werden. Zu diesem Ergebnis kommt die im Herbst 2018 veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung, „Unterwegs zur inklusiven Schule“, die sich auf Zahlen der Kultusministerkonferenz beruft.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 5/10

Wie setzt die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention um?

Antwort 1

Mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz – in der Umgangssprache auch „Antidiskriminierungsgesetz“ genannt.

Antwort 2

Mit einem sogenannten Nationalen Aktionsplan.

Antwort 3

Mit einer Grundrechte-Charta.
RICHTIG!
2011 veröffentlichte die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan „Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft“ zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Mittlerweile gibt es den „Nationalen Aktionsplan 2.0“ mit über 240 konkreten Maßnahmen.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 4/10

Die UN-Behindertenrechtskonvention feiert 2019 Jubiläum. Welches?

Antwort 1

Das 25. Jubiläum.

Antwort 2

Das 15. Jubiläum.

Antwort 3

Das 10. Jubiläum.
RICHTIG!
Am 26. März 2009 – vor zehn Jahren – trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 3/10

Was ist das Ziel der Inklusion?

Antwort 1

Gleichberechtigte, berufliche und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen.

Antwort 2

Abschaffung der Förderschulen und Einrichtung einer Regelschule für alle.

Antwort 3

Die Minimierung sozialer Ungleichheiten.
RICHTIG!
Eine inklusive Gesellschaft will jeder Einzelnen und jedem Einzelnen Teilhabe (Partizipation) ermöglichen.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 2/10

Bereits 1994 einigten sich die Regierungen von 92 Ländern sowie 25 internationale Organisationen auf Inklusion als bildungspolitisches Ziel. Wie heißt die gemeinsam verfasste Erklärung?

Antwort 1

Salamanca Erklärung

Antwort 2

Turku Erklärung

Antwort 3

Gent Erklärung
RICHTIG!
Vom 7. bis zum 10. Juni 1994 fand in der spanischen Stadt Salamanca die Weltkonferenz „Pädagogik für besondere Bedürfnisse: Zugang und Qualität“ statt. Das gemeinsam erklärte Ziel der über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Bildung für alle“.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.
Frage 1/10

Was bedeutet inklusive Pädagogik?

Antwort 1

Kinder mit Behinderung dürfen auch in Klassen für Kinder ohne Behinderung lernen.

Antwort 2

Alle Kinder – mit und ohne Behinderung – lernen gemeinsam.

Antwort 3

Es werden möglichst homogene Lerngruppen gebildet.
RICHTIG!
„Inklusive Pädagogik“ heißt: Alle Kinder – mit und ohne Förderbedarf – lernen gemeinsam. Dabei geht es vor allem um die Anerkennung und Wertschätzung von Diversität – der sonderpädagogische Förderbedarf ist nur ein Aspekt von vielen. Eine Rolle spielen unter anderem auch der sozioökonomische, der ethnische, der kulturelle und der religiöse Hintergrund sowie die Vielfalt der Begabungen, Lerntempi, Stärken und Interessen. Kurz: Die inklusive Schule ist eine Schule für alle.
LEIDER FALSCH! VERSUCHEN SIE ES NOCHMAL.

Mehr zum Thema

Wie gelingt inklusive Schule? Wie meistern Schulen den Umgang mit Heterogenität, und wie ermöglichen sie mehr Teilhabe für alle Kinder? Fragen wie diese beschäftigen das Schulportal besonders. Regelmäßig berichtet die Redaktion über Inklusion, Vielfalt und Chancengleichheit, stellt aktuelle Studien vor und präsentiert erfolgreiche Konzepte aus der Praxis. Eine Auswahl:

  • Das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft in Kiel begegnet mit neuen Formen der Unterrichts­organisation der Heterogenität von jugendlichen Geflüchteten. Erfahren Sie hier mehr über das Konzept „DaZ-Cluster“.
  • Die Ergebnisse der Inklusions­reform im Schul­system seien bundes­weit blamabel, sagt Inklusions-Experte Hans Wocken im Gespräch mit dem Schulportal. Lesen Sie hier das Interview „Das eigentliche Ziel der Inklusion ist verfehlt“.
  • Die Meusebach-Grundschule in Brandenburg hat sich auf den Weg zur inklusiven Schule gemacht – das Schulportal begleitet die Schule bei diesem Prozess. Lesen Sie hier den Auftakt der Serie „Wenn Frontalunterricht nicht mehr funktioniert“.