Monatsvorschau : Was die Schulen im November erwartet

Mit Spannung wird die Veröffentlichung von ICILS 2018 erwartet. Die Studie gibt Aufschluss über die Medienkompetenzen von Achtklässlerinnen und Achtklässlern – im nationalen und internationalen Vergleich. Bewegen wird auch der 30. Jahrestag des Mauerfalls. Und es gibt für Lehrkräfte viele Anregungen, zum Beispiel beim Forum „Schule. Macht. Demokratie.“ der Deutschen Schulakademie oder bei der ARD-Themenwoche, die in diesem Jahr die Bildung in den Fokus rückt.

Annette Kuhn / 01. November 2019
Menschen auf der Mauer Berlin
30 Jahre liegt der Mauerfall schon zurück. Am 9. November wird aber noch mehr Ereignisse gedacht.
©Peter Kneffel/dpa

ICILS 2018: Am 5. November kommen die Ergebnisse der neuen Studie zur Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern der achten Klassen heraus. Es ist die zweite Runde der Studie, bei der ein internationaler Vergleich gezogen wird. Die Ergebnisse der ersten „International Computer and Information Literacy Study“ von 2013 waren erschütternd: Bereits vor fünf Jahren hatten die meisten Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe Smartphones, aber nur ein Viertel von ihnen war in der Lage, mit diesem oder am Computer Informationen zu suchen und zu bearbeiten. Interessant wird sein, ob sich daran etwas geändert hat. Neu ist an ICILS 2018 auch der Blick auf das noch junge Forschungsfeld Computational Thinking. Dabei wird untersucht, ob Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe acht erkennen können, welche Probleme sich mithilfe eines Computers lösen lassen und in welcher Weise.

Ganztagsschule: Das Team der bundesweiten Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) zieht nach 15 Jahren Bilanz. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler blicken auf einer Tagung am 8. November in Berlin auf die Ergebnisse der Studie seit ihrem Start im Jahr 2005 zurück, und sie diskutieren kontroverse Themen rund um die Ganztagsschule – zum Beispiel, was sie zur sozialen Teilhabe beiträgt und wie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Beteiligten in der Ganztagsschule klappt.

9. November: Der 9. November steht in diesem Jahr im Zeichen des 30. Jahrestages des Mauerfalls. Ein Ereignis, das auch in der Schullandschaft viel bewegt hat. Heute spielt es in den meisten Kollegien kaum noch eine Rolle, wer aus Ost und wer aus West kommt, doch der Weg des Zusammenwachsens war lang. Der 9. November steht aber nicht nur für den Mauerfall. Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann die erste deutsche Republik aus. Am 9. November 1923 scheiterte der Hitlerputsch in München. Und vor allem steht der 9.November für die Reichspogromnacht im Jahr 1938. Der 9. November – er ist ein Schicksalstag der Deutschen. Die Kultusministerkonferenz hat bereits vor zehn Jahren Schulen dazu aufgerufen, an diesem besonderen Datum einen Projekttag durchzuführen.

ARD-Themenwoche 2019: Vom 9. bis 16. November widmet sich die ARD in ihrer Themenwoche Fragen zur „Zukunft Bildung“. In Fernseh-, Radio- und Online-Beiträgen, in Spielfilmen, Reportagen und Diskussionen geht es zum Beispiel um Inklusion, um die Integration von Flüchtlingen, um Bildungsgerechtigkeit, um die Hürden bei der Digitalisierung, um besondere Schulen und ihre Angebote, um die Herausforderungen, vor denen Lehrkräfte im Alltag stehen, und auch um den Wert des lebenslangen Lernens.

Vorlesetag: Am 15. November findet wieder der bundesweite Vorlesetag statt. In diesem Jahr heißt das Motto: Sport und Bewegung. Dahinter steckt die Idee, Lesen lebendiger zu machen und dem Bedürfnis der Kinder nach Bewegung entgegenzukommen. Zum Beispiel wird dann eine Fußballgeschichte auf dem Fußballplatz vorgelesen, und danach findet auf dem Platz gleich ein Fußballspiel statt. Den Vorlesetag gibt es seit 2004 vor allem an Schulen, in Kindergärten und Bibliotheken. Der Tag will ein Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens setzen.

Deutscher Lehrerpreis: Am 18. November wird in Berlin der Deutsche Lehrerpreis verliehen – eine Initiative des Deutschen Philologenverbandes und der Vodafone Stiftung Deutschland in Kooperation mit der ZEIT. Es gibt zwei Kategorien: „Schüler zeichnen Lehrer aus“ – dafür können Schülerinnen und Schülern des Abschlussjahrganges einer Sekundarschule Vorschläge einreichen – und „Unterricht innovativ“. Für diese zweite Kategorie bewerben sich Lehrkräfte mit ihren Konzepten. Ausgezeichnet werden in beiden Kategorien Lehrerinnen und Lehrer des Sekundarbereiches. Der bundesweite Wettbewerb findet jedes Jahr statt.

Forum „Schule. Macht. Demokratie.“: Die Deutsche Schulakademie veranstaltet am 25. und 26. November in Berlin das bundesweite Forum „Schule. Macht. Demokratie.“ Es will Schulleitungen und Lehrkräfte anregen, sich mit Demokratiebildung auseinanderzusetzen. Es geht vor allem darum, wie Demokratie im Schulalltag gelebt wird. Welche Rolle spielt die Schule in der Demokratie? Wie lassen sich Schülerinnen und Schüler in demokratische Prozesse einbeziehen? Wie können Lehrkräfte ihnen demokratische Kompetenzen vermitteln? Das sind nur einige Fragen, die beim Forum im Fokus stehen. Unter dem Hashtag #SchuleMachtDemokratie werden im November in den sozialen Netzwerken Beiträge gebündelt, die deutlich machen, wie Schulen Demokratie lehren und leben und wie demokratische Schulentwicklung gelingen kann.

Globaler Klimastreik: Am 29. November werden wohl wieder viele Schülerinnen und Schüler ihre Schulen vorzeitig verlassen. „Fridays for Future“ ruft für diesen letzten Freitag im November zum „4. Globalen Klimastreik“ auf. Am letzten weltweiten Aktionstag am 20. September hatten sich in Deutschland 1,4 Millionen Menschen beteiligt, weltweit waren sieben Millionen Menschen dabei. Das Datum im November ist bewusst gewählt: Anlass ist die Weltklimakonferenz vom 2. bis 13. Dezember. Im Vorfeld des Klimastreiks wird es wieder Diskussionen geben, ob und unter welchen Umständen Schülerinnen und Schüler dem Unterricht fernbleiben dürfen.

Jugend forscht: Bis zum 30. November läuft noch die Anmeldefrist für die neue Wettbewerbsrunde von „Jugend forscht“ (15 bis 21 Jahre) und „Schüler experimentieren“ (4. Klasse bis 14 Jahre). Schülerinnen und Schüler können sich mit einem oder mehreren Projekten bewerben. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln die Projekte privat, in Schülerlaboren oder Schülerforschungszentren, häufig aber auch in Arbeitsgemeinschaften in der Schule. Fachgebiete, in denen Projekte eingereicht werden können, sind Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Der Wettbewerb will vor allem das Interesse für MINT-Themen bei den Schülerinnen und Schülern wecken. Nach der Anmeldung reichen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis Januar 2020 eine schriftliche Ausarbeitung ihres Projektes ein. Im Februar finden die Regional-, im März die Landeswettbewerbe statt. Wer sich dort qualifiziert, ist im Mai beim Bundesfinale dabei.