Nachgefragt : Wann und wo machen Kinder Hausaufgaben?

„Nervig“, „lästig“, „ganz okay“ oder „irgendwie gut“: Schülerinnen und Schüler haben ganz unterschiedliche Ansichten zum Thema Hausaufgaben. Wo erledigen Kinder und Jugendliche überhaupt ihre Hausaufgaben? In der Schule oder daheim? Wann ist die beste Zeit dafür, und wie lange brauchen sie, bis sie Bleistift, Heft und Buch wieder wegräumen können? Das Deutsche Schulportal hat nachgefragt.

Antje Tiefenthal / 25. April 2018
Viele Kinder erledigen ihre Schularbeiten am heimischen Küchentisch oder am eigenen Schreibtisch.
Viele Kinder erledigen ihre Schularbeiten am heimischen Küchentisch oder am eigenen Schreibtisch.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Marvin, elf Jahre, fünfte Klasse an der Regionalen Schule Nord in Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern:
„Heute mache ich ausnahmsweise meine Hausaufgaben bei meiner Oma. Normalerweise habe ich alles schon erledigt, wenn ich sie besuche. Manchmal schaffe ich es, dass ich schon alles in der Cafeteria der Schulmensa erledige, oft arbeite ich daran aber erst zu Hause am Schreibtisch in meinem Zimmer. Hausaufgaben finde ich blöd – ich spiele lieber draußen. Deshalb vergesse ich sie manchmal, das fällt mir dann erst abends ein. Dann muss ich nach dem Abendessen, kurz bevor ich schlafen gehe, noch mal eine Nachtschicht einlegen.“

Nur ausnahmsweise erledigt Marvin seine Hausaufgaben bei der Oma.
Nur ausnahmsweise erledigt Marvin seine Hausaufgaben bei der Oma.
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Klara Isabell, acht Jahre, dritte Klasse an der Grundschule Jesteburg, Niedersachsen:
„Meine Hausaufgaben mache ich immer bei meiner Tagesmutter am Schreibtisch – direkt nach dem Mittagessen. Das dauert höchstens eine Dreiviertelstunde, dann bin ich fertig. Meistens finde ich Hausaufgaben gut und mache sie gern.“

Direkt nach dem Mittagessen ab an den Schreibtisch: Nach 45 Minuten ist Klara meist fertig.
Direkt nach dem Mittagessen ab an den Schreibtisch: Nach 45 Minuten ist Klara meist fertig.
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Maxime, zwölf Jahre, sechste Klasse am Graf-Stauffenberg-Gymnasium Osnabrück, Niedersachsen:
„Wenn der Unterricht zu Ende ist, bin ich in der Hausaufgabenbetreuung. Ich brauche immer ungefähr eine halbe Stunde. Wenn ich in der Hausaufgabenbetreuung nicht fertig werde oder Hilfe brauche, mache ich die Hausaufgaben später zu Hause am Küchentisch fertig – so wie heute auch. Ich habe nicht immer Lust, mich um meine Schularbeiten zu kümmern, aber eigentlich finde ich sie gut. Denn dann sehe ich, ob ich das Thema verstanden habe, und außerdem ist es eine gute Wiederholung aus dem Unterricht.“

Wenn Maxime in der Hausaufgabenbetreuung nicht alle Schularbeiten schafft, muss er noch mal zu Hause in der Küche fleißig sein.
Wenn Maxime in der Hausaufgabenbetreuung nicht alle Schularbeiten schafft, muss er noch mal zu Hause in der Küche fleißig sein.
©privat
Ich habe begriffen, dass man Hausaufgaben nicht für die Lehrer macht, sondern für sich selbst.
Jette, 18 Jahre

Jette, 18 Jahre, 13. Klasse Berufliches Gymnasium am Hamburger Institut für Berufliche Bildung, Hamburg:
„Ich komme meist spät aus der Schule und jobbe nebenbei. Deshalb mache ich meine Hausaufgaben oft abends oder sogar auch nachts, wenn es mal länger dauert. Für normale Aufgaben sitze ich in der Regel zwei Stunden am Schreibtisch. Für umfangreichere Schularbeiten oder wenn ich für Klausuren lerne, kann das aber dann schon mal fünf Stunden in Anspruch nehmen. Eine Weile habe ich gar keine Hausaufgaben gemacht, weil sie mir einfach lästig waren und sie mich an meinen Freizeitaktivitäten gehindert haben. Je näher aber das Abitur gerückt ist, habe ich umso mehr begriffen, dass man sie nicht für die Lehrer macht, sondern für sich selbst – zur Vorbereitung auf die Prüfungen. Manchmal nerven mich Hausaufgaben natürlich trotzdem, aber ich weiß ja, wofür es gut ist.“

Jette hatte lange Zeit keine Lust auf Hausaufgaben. Erst spät hat sie verstanden, dass sie die Aufgaben nicht für die Lehrer, sondern sich selbst macht.
Jette hatte lange Zeit keine Lust auf Hausaufgaben. Erst spät hat sie verstanden, dass sie die Aufgaben nicht für die Lehrer, sondern sich selbst macht.
©privat

Emma, 16 Jahre, elfte Klasse, Staatliche Fachoberschule Sonthofen, Bayern:
„Hausaufgaben sind teilweise eine gute Übung und teilweise lästig. Mein kleiner Bruder macht seine Aufgaben wie ich früher in der Küche, inzwischen sitze ich aber längst an meinem Schreibtisch in meinem eigenen Zimmer. 45 Minuten, höchstens eineinhalb Stunden – mehr Zeit brauche ich nicht dafür.“

Hausaufgaben sind gut – da lernt man was!
Anton, acht Jahre

Anton, acht Jahre, zweite Klasse Grundschule Oberstaufen, Bayern:
„Hausaufgaben sind gut – da lernt man was! Ich mache meine Hausaufgaben direkt nach der Schule am Küchentisch. Ich bin immer ganz schnell fertig, nach einer Viertelstunde oder ein paar Minuten mehr.“

Wann, wo und wie lange machen Kinder eigentlich Hausaufgaben?
Anton machen Hausaufgaben Spaß: „Da lernt man was!“, sagt er.
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