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Schulöffnung : Wie sollten Schulen den Betrieb wieder aufnehmen?

Gespannt warten Schulen und Familien auf die Entscheidung, wann die Kontaktbeschränkungen wegen des Coronavirus wieder gelockert werden und in welcher Weise dann der Schulbetrieb wieder aufgenommen wird. Verschiedene Exit-Strategien sind derzeit in der Diskussion. Was ist Ihre Meinung: Sollten alle Schulen gleichzeitig öffnen? Sollte der Unterricht vor Ort schrittweise wieder aufgenommen werden? Machen Sie mit bei der Umfrage auf dem Schulportal.

Annette Kuhn / 09. April 2020 / 16 Kommentare
©Pia Bublies

Seit die Schulen vor fast vier Wochen wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, hat sich das Lehren und Lernen komplett verändert. Und auch der Familienalltag ist auf den Kopf gestellt: Viele Eltern leben im Spagat zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung, Kindern fehlen Strukturen und Freunde. Die meisten hoffen, dass der Unterricht in den Schulen nach den Osterferien wieder aufgenommen wird. Aber ob das tatsächlich möglich ist, entscheidet sich voraussichtlich erst nach Ostern.

Am 14. April will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder beraten, ob die Kontaktbeschränkungen auch über die Osterferien hinaus aufrechterhalten bleiben sollen. Grundlage für die Entscheidung wird die Einschätzung des Robert Koch-Instituts zur Corona-Pandemie sein. Davon abhängig ist auch die Frage, wann und in welcher Weise die Schulen wieder öffnen.

Denkbar sind verschiedene Szenarien. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hält eine sofortige Öffnung aller Schulen nach den Osterferien für unwahrscheinlich. In einem Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“ sagte sie Anfang der Woche, dass zum Beispiel zunächst Grundschulklassen abwechselnd an verschiedenen Tagen zum Unterricht kommen oder nur die Abitur- und anderen Abschlussprüfungen in den Schulen stattfinden könnten.

Denkbar ist auch, dass zunächst die Schulen in sozial besonders belasteten Gegenden öffnen. Außerdem stellt sich die Frage, ob eine Schule gleich den vollen Betrieb aufnimmt oder die Schülerinnen und Schüler erst einmal in kleineren Gruppen oder immer nur wenige Klassen zu einer Zeit kommen sollen. Das Kultusministerium in Niedersachsen schließt hingegen nicht aus, dass die Schulen bis zu den Sommerferien geschlossen bleiben. Was ist Ihre Meinung zur Öffnung der Schulen?

 

Wie sollten Schulen nach der Schließung ihren Betrieb wieder aufnehmen?
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16 Kommentare

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#16 – 14.04.2020 Friedrich T.

Öffnung von unten nach oben ist pädagogisch angemessen

Je jünger die Kinder, desto weniger kann selbstständiges Arbeiten ohne direkte Anleitung der Lehrkräfte erwartet werden. Daher ist es richtig, wenn die Hochschulen bis zum Herbst (von Prüfungen abgesehen) keine Präsenzveranstaltungen mehr anbieten. Für die Schulen bedeutet das: Je jünger die Schüler*Innen, desto schneller muss der Betrieb wieder aufgenommen werden. Daher erscheint es pädagogisch sinnvoll, dass insbesondere Grundschulen wieder aufmachen, gefolgt von den weiterführenden Schulen angefangen mit den unteren Klassen und ggf. Sonderregeln für die aktuellen Abiturient*Innen.
#15 – 14.04.2020 Anja B.

ZP und Abitur geht vor

Bei uns zu Hause habe ich beides. Tochter (16) und Sohn (7). Es war relativ einfach, den 7 jährigen zu Hause zu beschäftigen bzw. ihn zu „beschulen“. Er ist im 2. Schuljahr und lernt gerade die Uhr. Notruf absetzen/ Feuerwehr, Wortfamilien.. einfach. Dabei kann ich ihm helfen. Mein Mann kann Homeoffice machen, ich arbeite Teilzeit. Also wir bekämen die „Beschulung“ für ihn hin. Bei unserer Tochter sieht das ganz anders aus. Sie steht vor ihren ZPs. Ich kann ihr wenig helfen. Die Probleme sind hier unüberwindbar ohne Lehrer. Englischgrammatik oder Trigonometrie in Mathe... wie soll ich da helfen? Es wurden viele ZPs aus Vorjahren geschickt - aber statt wöchentliches Feedback durch Lehrer bisher nichts. Ich habe Mathe seit meinem Abschluss 1995 nicht mehr in der Form gebraucht. Englisch seit 1997 nicht mehr. In Deutsch müssen Interpretationen geübt werden. Keine Hilfe durch Lehrer bisher. Nur Lösungen zur Selbstkontrolle. Das hilft gar nichts. HILFE! Bitte lasst die 10er wieder gehen!
#14 – 14.04.2020 Ralf H.
Bis Ostern galt der Urbi te Orbi-Gruß des Papstes als wichtige Osterbotschaft, heute wird diese von Leopoldina verkündigt. Die beratenden Herren gehören doch eher der Pisafraktion an, deren Denken geht an der Praxis von Schule nicht erst seit heute komplett vorbei. Was für ein Glück, dass ich als Schulleiter einer Schule mit fast 1000 Schülerinnen und Schülern so umsichtig war 10000 Masken und hunderte Liter Desinfektionsspray sowohl eine Palette voller Handschuhe schon vor Monaten besorgt zu haben. Zudem sind unsere Schüler durch jahrelang durchführte Camps im Halten von Abstandsregeln geschult. Da wird schon nichts schiefgehen. Mein Gott, lasst die Schulen zu.
#13 – 14.04.2020 Hans-Joachim F.

Umfrage sinnvoll - verlangt aber differenzierte Antworten

Mein Gedanke geht daher in die Richtung, den Grundschulen den Start zuerst zu ermöglichen. Das macht auch zu weiterhin notwendigen Eindämmung der sozialen Kontakte Sinn, weil die Kinder am Nachmittag eher zuhause zu behalten sind. Jugendliche haben einen viel größeren und schwieriger einzuschränkenden Radius. Nicht zuletzt würde sich dadurch auch für die Schüler*innen aus bildungsfernen Hintergründen die Schere der Schulleistungen nicht weiter öffnen. Dieses Problem zeichnet sich bereits jetzt an den Grundschulen ab. Zusammengefasst: Teilweiser Schulbetrieb an Grundschulen und in den Abschlussklassen, so es die Virusverbreitung zulässt.
#12 – 14.04.2020 Uwe S.

Komplexe Thema - Single Choice Umfrage?

Hallo, diese Umfrage kann ich nicht bearbeiten, weil dieses Thema mit Sicherheit nicht mit EINER der obigen Antworten vernünftig zu behandeln ist. Einzig das gleichzeitige Öffnen ALLER Schulen halte ich für völlig illusorisch! Denken Sie nur mal an die differenzierten Vorschläge der leopoldina vom Osterwochenende. Netter Versuch, aber leider am Thema vorbei :-(
#11 – 14.04.2020 Sabine B.

Differenziertes Vorgehen

1. Abitur Wenn die Abiturprüfungen nach den neu definierten "Abstandsregeln" beginnen, müssen genügend lehrkräfte in Aufsicht und Korrektur gesichert sein. Öffnet man vorher die Schule generell oder auch nur für einzelne Stufen, steht zu befürchten, dass die Ansteckung im vollen Gang ist, und riskiert die geregelte Durchführung des Abiturs. Vorschlag: strikte Trennung des Lehrereinsatzes, besser noch: Öffnung der Schulen erst nach dem Schriftlichen. 2. Unterricht in Unter- und Mittelstufe Hier müssen schulspezifische Lösungen her, die Raumangebot, Klassenstärke und Lehrereinsatz berücksichtigen. Prämisse: Schutz geht vor. 3. Notbetreuung für Lehrerskinder Kollegen mit Kindern im Kita-Alter, die zuhause betreut werden sollen, müssten die FGTS als Notbetreuung nutzen dürfen. 4. Masken für alle - kleines Teil, große Fragezeichen Von wem? An alle? Kontrolle? 5. Handy Tracking zur Diskussion
#10 – 14.04.2020 Angelika E.

Öffentlicher Nahverkehr

Es muss zusätzlich bedacht werden, dass ausreichend Schulbusse zur Verfügung stehen. Es hilft nicht, wenn in Schulen die Abstandsregeln beachtet werden (sofern dies überhaupt gewährleistet werden kann), so lange unsere „Fahrschüler“ dicht gedrängt in Bussen den Schulweg bestreiten.
#9 – 14.04.2020 Anselm W.

Schulbeginn so schnell wie möglich

Ich bin sehr dafür, dass wir den Schulbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen. Über die Grundschüler kann man meines Erachtens noch reden, weil sie sicherlich Schwierigkeiten mit den Abstandsregeln haben, aber bei allen anderen Schülergruppen sehe ich diese Probleme nicht. Die Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf Bildung und in manchen Bundesländern ruht inklusive der Osterferien der Unterricht dann schon insgesamt 5 Wochen lang und das bereitet v. a. im Hinblick auf Abschlussklassen nicht geringe Probleme, sorgt aber auch bei allen anderen Klassen dafür, dass Unterrichtsstoff im laufenden Schuljahr eindeutig fehlen wird, weil er schlicht nicht unterrichtet wurde. Hinzu kommt, dass das Lernen allein zu Hause nicht so effektiv ist und auch vielfach die Familien jetzt zunehmend überfordert. Kinder und Jugendliche benötigen die Peer-group, Schule ist eben auch Lebensraum und Erziehungsberechtigte müssen auch wieder zur Arbeit gehen können. Der Exit muss jetzt stattfinden.
#8 – 14.04.2020 Alfred B.

Viel zu wenig Platz - Klassen zu groß

Eltern müssen entlastet werden, aber: In einem Klassenraum befinden sich v.a. in der Mittelstufe i.d.R. bis zu 30 SchülerInnen, manchmal auch mehr. Es gibt kaum Räume, die leerstehen. Wie sollen unter diesen Umständen die Abstandreglen eingehalten und für die Sicherheit der SchülerInnen und auch der Lehrkräfte gesorgt werden? Selbst wenn man die Klassen nur halbierte, wären kaum ausreichend Räume vorhanden. In Grundschulen und Kindergärten dürfte das Problem noch größer sein. Der Abiturjahrgang könnte weiterhin zuhause bleiben (die schriftl. Prüfungen sind vorbei). Die mündlichen Prüfungen beinhalten dann eben nur die Themen der Q1-Q3 und die SchülerInnen könnten sich in Ruhe vorbereiten. Ab Klasse 9 sollten SchülerInnen ohne Probleme in der Lage sein, allein zuhause zu sein und selbständig Aufgaben zu bearbeiten und zu lernen. Dann gäbe es ausreichend Platz, die jüngeren SchülerInnen in einer (weiterführenden) Schule zu verteilen und zu beschulen.
#7 – 14.04.2020 Peter W.

Exit

Ich denke die Diskussion wird durch Leute wie Laschet politisch instrumentalisiert. Dabei wird all zu leicht übersehen, dass in dieser Krise auch Chancen liegen. Ein "weiter so" sollte es auch in den Schulen nicht geben. Durch die Krise ist offenbar geworden, dass wir auch in diesem Bereich erhebliche Defizite haben. Das betrifft den z.T. mangelhaften Zustand der Schulgebäude (Toiletten werden hier oft genannt), die von den Räumlichkeiten den Anforderungen modernen Unterrichts nicht mehr entsprechen (so sind z.B. variable Raumkonzepte nicht möglich). Es ist aber auch deutlich geworden, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern im Interesse der Kinder und Jugendlichen ist. Dieses Bewusstsein sollte bewahrt werden!
#6 – 14.04.2020 Thomas G.

Hygiene Regeln

Kinder der 1. bis 3. Klassen werden keine Abstandsregeln und Hygiene Vorschriften einhalten. Nicht aus Boshaftigkeit sondern Kinder vergessen es einfach. Deshalb sollten die Grundschulen bis Pfingsten geschlossen bleiben.
#5 – 14.04.2020 Thomas G.

Schulöffnungen

Es müsste in Betracht gezogen werden wie ältere Lehrer und Lehrer mit Risiko Faktoren geschützt werden können
#4 – 14.04.2020 Daniela S.

Abschlussprüfungen

Es wird viel diskutiert, dass wenigstens die Abschlussklassen wieder in die Schule dürfen. Das würde ich für die Abitur/Fachabiturklassen sofort unterschreiben, denn da geht es auch um internationale Vergleiche bei Zulassungen für Universitäten. Anders sehe ich es für die Haupt- und Realschulprüfungen. Die schriftlichen Prüfungen zählen ganz wenig und sind eine ungeheure Belastung für SchülerInnen, vor allem aus bildungsfernen Familien. Warum lässt man die stressigen HS und MS Prüfungen nicht in allen Bundesländern weg? Ein Ausbildungsvertrag hängt heutzutage ohnehin nicht mehr vom Anschlusszeugnis ab, sondern von der SchülerInnenpersönlichkeit.
#3 – 13.04.2020 Joaquin P.

Wiedereröffnung!

Zurzeit ist das Thema schule wieder sehr groß, wobei ich denke das dies keine gute Idee ist. Das Risiko auf eine weitere Ausbreitung ist zurzeit einfach zu hoch, immerhin dürfen wir nicht bedenken das der Virus nicht nur auf Ältere Menschen gehen kann. Zudem überlebt der Virus 6 Stunden in der Luft und kann somit auch ein beliebiges Kind anstecken wobei dann eine Katastrophe ausbrechen könnte. Wenn ich richtig liege sind in einer Grundschule bis zu 200 oder mehr Schüler täglich unterwegs , und wenn dort 1 Kind denn Virus haben könnte was würde dann nach 2 Wochen ! Das Schulmonisterium kann es gerne testen aber ich denke das es zu einer schlimmen Kriese kommen könnte. Zurzeit ist sind es in Deutschland über 100Tausend infizierte , danach voll 500.000
#2 – 13.04.2020 Sandra H.

Schulpflicht freiwillig

Ich würde hoffen, dass die Schulpflicht bis Pfingsten freiwillig wäre. Ich will meine Kinder auch nicht in die Schule schicken. Wie sollen sich Grundschüler an Hygienevorschriften halten? Und wie soll man erklären, dass sie morgens in die Schule müssen, aber mittags sollen die Kontakte weiterhin eingschränkt bleiben. Es ist doch schön, dass uns die Situation wie in Italien, Spanien und England bis jetzt erspart blieb. Man kann so vieles anderes in der momentanen Situation lernen, Schulstoff lässt sich immer noch nachholen. Es wäre wünschenswert, dass die Prüfungsjahrgänge zu einem Abschluss kämen.
#1 – 09.04.2020 Sandra W.

Freiwillig

Die Schulen sollten auf freiwilliger Basis öffnen. Natürlich ohne Klassenarbeiten. Wer noch Bedarf hat und noch was aufholen möchte kann das tun, wer nicht der bleibt daheim. Wir hoffen, dass die Schulen nicht mehr vor Pfingsten öffnen. Unsere sind eh mit dem Stoff durch, es steht zwar bei uns auch der Wechsel in die Sekundarstufe an, trotzdem wäre es aktuell für unsere Tochter besser, wenn sie nicht mehr in die Grundschule müsste, da dort nur Wiederholungen noch anstehen. Daheim kann man sich momentan besser auf das neue Schuljahr vorbereiten, als es unsere Schule nach der Wiederöffnung tun würde