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Lehrergesundheit : Was belastet Lehrkräfte in der Corona-Krise am meisten?

Personalmangel, ständig neue Verordnungen, Angst vor erneuten Schulschließungen oder vor einer Ansteckung – gerade in Corona-Zeiten sind Lehrerinnen und Lehrer besonderen Belastungen ausgesetzt. Das Schulportal möchte daher wissen, wie es Ihnen als Lehrkraft jetzt geht.

Annette Kuhn / 14. Oktober 2020 / 1 Kommentar
©Pia Bublies

Der Lehrerberuf ist mit vielen Belastungen verbunden. Das hat auch die Studie „Lehrerarbeit im Wandel“, die kurz vor der Corona-Krise erschienen ist, gezeigt. Befragt wurden dafür 16.000 Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien. Die Ergebnisse dürften aber wohl in ähnlicher Weise auf alle Schularten zutreffen. Diese Studie zur Lehrergesundheit wurde im Auftrag des Deutschen Philologenverbands vom Institut für Präventivmedizin der Universitätsmedizin Rostock durchgeführt. Darin gaben zwei Drittel der Gymnasiallehrer an, sich durch ihre Arbeit gestresst zu fühlen. Neun von zehn Lehrkräften sahen das hohe Arbeitspensum als besonders belastend an. 74 Prozent vermissen Ruhezonen in der Schule. Die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer leidet unter dem hohen Lärmpegel im Klassenzimmer und unter verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern.

Vielen Lehrkräften fällt es schwer, eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen

Laut dem Studienergebnis ist ein Drittel der Befragten unzufrieden über zusätzliche Aufgaben und lange Arbeitstage. Da sich ein Teil der Arbeit in die eigenen vier Wände verlagert, gelingt es vielen nicht, eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Das hat zur Folge, dass es jeder dritten Lehrkraft schwerfällt, sich am Abend und am Wochenende effektiv zu erholen. Insbesondere in der Corona-Zeit, in der ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice gearbeitet hat, wird sich dieses Problem wohl noch verschärft haben.

Mit Beginn der Corona-Pandemie sind für Lehrkräfte ohnehin weitere Belastungsfaktoren hinzugekommen, die in der genannten Studie zur Lehrergesundheit noch keine Rolle gespielt haben. Allein die sich ständig ändernden Hygieneregeln bedeuten einen immer wieder neuen Organisationsaufwand und eine Umstellung der Unterrichtsmethoden. Viele Lehrkräfte fühlen sich bei der Gestaltung des Unterrichts unter Pandemiebedingungen auch alleingelassen.

Gerade erst hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) darauf hingewiesen, dass die Belastungen für Lehrkräfte in der Corona-Pandemie gestiegen sind. Dabei wirkt sich der ohnehin große Personalmangel noch einmal stärker auf die Lehrergesundheit aus. Eine Rolle spielt dabei auch, dass jetzt nicht alle Kolleginnen und Kollegen im Präsenzunterricht arbeiten können. Und bei einer Umfrage der GEW unter Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen gaben fast 70 Prozent an, dass sie sich mit den gegenwärtigen von der Landesregierung verordneten Maßnahmen in der Pandemie nur unzureichend geschützt fühlen.

Wie geht es Ihnen als Lehrkraft in der Pandemie? Wodurch fühlen Sie sich in der Corona-Pandemie am meisten belastet? Die Teilnahme an der Umfrage ist bis zum 4. November möglich.

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879 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen.

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1 Kommentar

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#1 – 15.10.2020 Michael C.

Optimierungswahn

Die Schulbehörde als auch die Schulleitung insinuiert eine Sicherheit im Unterricht, die es so in ihrer Komplexität (Raum-Luft-Bewegungszustand) nicht gegeben ist. Scheinbar hinterfragen nur wenige die tatsächlichen Bedingungen (Hygienema0nahmen) vor Ort! Vielfach geistern mehr oder weniger erprobte Ideen durch die coronageschwängerte Luft mit dem Anspruch, Schulunterricht ließe sich auf diese Weise realisieren. Interessanterweise fragen nur wenige, wie sich die Akteure als auch die "Zuschauer" fühlen. El gran teatro kann bis zur Erschöpfung fortgeführt werden!