Deutscher Schulpreis : Jetzt bewerben für den Deutschen Schulpreis 2021

Erst Ende Mai steht fest, wer in diesem Jahr den Deutschen Schulpreis bekommt. Doch bereits jetzt können sich Schulen für das nächste Wettbewerbsjahr bewerben. Bis zum 15. Oktober ist eine Bewerbung für den Deutschen Schulpreis 2021 möglich. Mit dem Preis werden besonders engagierte und erfolgreiche Schulen ausgezeichnet. Die Schulleiterin der Kettelerschule in Bonn, die 2019 zu den Preisträgern gehörte, erzählt, wie sie das Bewerbungsverfahren erlebt hat.

Annette Kuhn / 15. Januar 2020
Zwei Frauen bei Preisübergabe Deutscher Schulpreis
Christina Lang-Winter (l.), Leiterin der Kettelerschule in Bonn, bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2019.
©Robert Bosch Stiftung / Max Lautenschläger

Nach Bewerbungsschluss ist vor der Bewerbung: Gerade läuft noch das Auswahlverfahren für den Deutschen Schulpreis 2020, da hat schon das Bewerbungsportal für das nächste Wettbewerbsjahr geöffnet. Mit dem frühen Bewerbungsstart bekommen Schulen mehr Zeit für ihre Bewerbung. Bis zum 15. Oktober 2020 können allgemeinbildende und berufliche Schulen in öffentlicher oder privater Trägerschaft in Deutschland sowie Deutsche Auslandsschulen ihre Bewerbungsunterlagen für den Deutschen Schulpreis 2021 hochladen. Mit dem Preis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung – gemeinsam mit der ARD und der ZEIT Verlagsgruppe – seit 2006 Schulen aus, die sich durch innovative und erfolgreiche Konzepte hervorgetan haben.

Mehr Zeit bei der Bewerbung für den Deutschen Schulpreis

Grundlage für die Beurteilung der Bewerbungen sind sechs Qualitätsbereiche: Leistung; Umgang mit Vielfalt; Unterrichtsqualität; Verantwortung; Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner; Schule als lernende Institution. Unterstützung bei der Bewerbung bieten die Ansprechpartner in den sechs Regionalbüros des Deutschen Schulpreises. Auch die Kettelerschule in Bonn, die im vergangenen Jahr zu den Schulpreisträgern gehörte, hat die Beratung des Regionalbüros West für ihre Bewerbung kontaktiert. „Im September 2017 war ich mit einer Kollegin auf einer Infoveranstaltung des Regionalbüros, seitdem war die Idee im Kopf“, erinnert sich Christina Lang-Winter, Schulleiterin der inklusiven Gemeinschaftsgrundschule. Im Mai hat sie dann eine Vertreterin des Regionalbüros in die Kettelerschule eingeladen, die allen Interessierten Fragen zur Bewerbung beantwortet hat. „Und dann haben alle gesagt: Jetzt machen wir es wirklich.“

Die Idee, sich für den Deutschen Schulpreis zu bewerben, gab es nämlich schon viel länger. 2013 hat die Kettelerschule bereits den Jakob Muth-Preis gewonnen – die Auszeichnung erhalten Schulen, die inklusive Bildung beispielhaft umsetzen. Der Preis gab die Motivation, sich auch am Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis zu beteiligen. Noch kurz vor Bewerbungsschluss hat die Kettelerschule 2013 eine Bewerbung losgeschickt, „aber das war eher ein Test“, gibt Christina Lang-Winter zu, Hoffnung auf einen Preis hätten sie sich mit der Adhoc-Bewerbung nicht gemacht. Es gab auch – vorerst – keinen Preis, dafür aber ein ausführliches Feedback von der Jury, von dem die Kettelerschule profitiert hat. „Und geblieben ist seitdem der Spruch im Kollegium: Irgendwann bewerben wir uns aber richtig.“

Die größte Herausforderung war, Entscheidungen zu treffen, welche Schwerpunkte wir hervorheben wollen.
Christina Lang-Winter, Leiterin der Bonner Kettelerschule, Preisträgerschule 2019

Der Zeitpunkt „Irgendwann“ kam dann nach dem Besuch des Regionalbüros. Bei einer Sitzung stimmte das gesamte Team für eine Teilnahme, und auch die Schulgemeinde stand hinter dem Projekt. Mit einem zwölfköpfigen Team ging es an die Umsetzung. Zwei bis drei Sitzungen habe es noch vor den Sommerferien gegeben, danach ging es in die heiße Phase. „Nebenbei macht sich das nicht – das kommt alles noch on top zum Schulalltag“, betont Christina Lang-Winter. Allein das zwölfseitige Bewerbungsschreiben sei schon ein erheblicher Aufwand gewesen.

Aber die Zusammenarbeit im Team sei die ganze Zeit über sehr konstruktiv gewesen, auch weil nicht nur Lehrkräfte, sondern außerdem Erzieherinnen dabei waren und dadurch die verschiedenen Aspekte der Schule beleuchtet wurden. „Die größte Herausforderung war dann, Entscheidungen zu treffen, welche Schwerpunkte wir hervorheben, welche Anhänge wir beifügen wollen“, so Christina Lang-Winter, denn um die Arbeit der Schule abzubilden, hätten die zwölf Seiten Bewerbung nicht gereicht. Unterstützung fand sie auch dabei im Regionalbüro, bei dem das Bewerberteam immer wieder anrufen konnte, wenn es Fragen gab.

Die Bewerbung ist eine gute Gelegenheit, die Arbeit an der Schule zu evaluieren

Eng war es noch mal am Schluss. „Es gab sogar den Vorschlag, die Bewerbung um ein Jahr zu verschieben“, räumt die Schulleiterin ein, aber so kurz vor dem Ziel war das keine ernsthafte Option. Und gelohnt habe sich der Aufwand ohnehin, betont sie – nicht nur weil die Schule einen Preis gewonnen hat, sondern auch weil es hilfreich sei, die eigene Arbeit immer wieder zu evaluieren. Zudem bekommt jede Bewerberschule nach der Vorauswahl der Jury im Dezember ein Feedback zu ihrer Bewerbung.

Während die einen nun für 2021 ihre Bewerbung planen, warten die Bewerberschulen aus diesem Jahr noch auf das Votum der Jury. Derzeit besuchen Jurymitglieder die Schulen der TOP-20-Liste, die sie im Dezember unter allen Bewerbungen ausgewählt haben. Nach den Schulbesuchen trifft sich die Jury wieder im März und nominiert 15 Schulen für den Deutschen Schulpreis. Dann beginnt das Warten und Daumendrücken bis zur Preisverleihung Ende Mai.

Auf einen Blick

  • Die Bewerbungsfrist für den Deutschen Schulpreis 2021 endet am 15. Oktober 2020.
  • Bewerbungen können ausschließlich online über das Bewerberportal des Deutschen Schulpreises eingereicht werden.
  • Die vier Bestandteile einer Bewerbung sind ein Onlineformular, ein zwölfseitiges Bewerbungsschreiben, in dem sich die Schule anhand der sechs Qualitätsbereiche präsentiert, Patengutachten und Anlagen.
  • Beratung und Begleitung bei der Bewerbung bieten die Ansprechpartner in den sechs Regionalbüros.