Duisburg-Marxloh : Eine Schule, die gegen schwierigste Umstände ankämpft

Die allermeisten Kinder kommen ohne Deutschkenntnisse auf die Gemeinschaftsgrundschule Sandstraße in Duisburg-Marxloh. Sie haben oft keine Kita besucht und wohnen auch noch nicht lange in Deutschland. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schule stehen damit vor großen Herausforderungen, denen sie mit viel Engagement und Kreativität begegnen. Aber sie stoßen auch immer wieder an Grenzen, zumal die Stellen nur zu 76 Prozent besetzt sind. Schulleiter Klaus Hagge erzählt dem Schulportal, wie der Alltag an seiner Schule aussieht und was er sich für die Zukunft wünscht.

Annette Kuhn 21. Dezember 2021 Aktualisiert am 22. Dezember 2021
Klaus Hagge Schulleiter der GGS Sandstraße in Duisburg Marxloh
Schulleiter Klaus Hagge wünscht sich bessere Rahmenbedingungen für die Arbeit an den Schulen in Marxloh.
©Annette Kuhn

„Detroit des Ruhrgebiets“, „Hochzeitsmeile“, „Hochburg der Schrottimmobilien“ – Marxloh hat viele Namen und Gesichter. Einst ein reicher Stadtteil im Norden von Duisburg, ist er nach der Schließung vieler Hüttenwerke verarmt. Die Kriminalitätsrate ist hoch, die Arbeitslosenquote noch höher. Etwa 21.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben heute in Marxloh, kaum jemand ohne ausländische Wurzeln. Viele Marxloherinnen und Marxloher, deren Eltern und Großeltern in den 60er-Jahren aus der Türkei als „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen, haben den Stadtteil aber inzwischen wieder verlassen. Stattdessen zieht es nun Menschen aus Südosteuropa nach Marxloh.

Mitten in Marxloh liegt die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Sandstraße. Es ist eine dreizügige Grundschule mit offenem Ganztagsbetrieb. Das Gebäude ist ein typischer Schulbau aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hohe Decken, weite Flure, große Fenster, wenig Flexibilität in der Raumgestaltung. Dabei bräuchte die Schule dringend mehr Räume, denn die Schulplätze sind bis auf den letzten Platz besetzt. 313 Kinder besuchen die Schule insgesamt, in jeder Klasse sind derzeit 26 Kinder, in einer sind es 27. Sie kommen aus 22 Nationen, die meisten aus Bulgarien und Rumänien.

Viele Kinder in Duisburg-Marxloh sprechen kein Wort Deutsch

Aber die Schule bräuchte viel mehr als neue Räume. Auf den ersten Blick ist das aber nicht zu erkennen. Es ist Adventszeit, gleich an der Eingangstreppe heißt ein riesiger Adventskranz alle willkommen. An den Türen der Klassenräume sind Bilder und Namensschilder mit Tierarten: Bienen, Tiger, Fische, Giraffen, Bären. Jede Klasse ist nach einem anderen Tier benannt. Klassische Grundschulwelt. Von außen wirkt das beschaulich.

Gemeinschaftsgrundschule Sandstraße in Marxloh
Nur 76 Prozent der Stellen an der Gemeinschaftsgrundschule Sandstraße in Duisburg-Marxloh sind besetzt.
©Annette Kuhn

Für das Treffen mit dem Schulportal hat sich Schulleiter Klaus Hagge zwei Stunden Zeit genommen. Man sollte meinen, danach ist alles gesagt über die GGS Sandstraße. So viel vorweg: Die Zeit wird knapp, um alle Facetten der Schule und ihrem Umfeld zu beleuchten. Hagge ist seit 25 Jahren Lehrer an der Gemeinschaftsgrundschule Sandstraße, seit sechs Jahren leitet er die Schule.

Vertrauen zu Eltern aufzubauen ist eine der größten Hürden

Als der heute 63-Jährige an die Schule kam, habe es schon viele Herausforderungen gegeben, zumindest habe er das Mitte der 90er-Jahre so gesehen. Damals verließen viele deutsche Familien das Viertel, das dann überwiegend von der türkischen Community geprägt war. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund war hoch, ihre Deutschkenntnisse zum Teil wenig ausgeprägt, aber sie waren in Marxloh verwurzelt. Heute sei das ganz anders. Im Rückblick sagt er daher: „Damals war es viel leichter.“ Und die Rahmenbedingungen hätten sich auch noch mal deutlich verschlechtert.

„Wenn die Kinder heute in unsere Schule kommen, haben sie im Extremfall schon in sieben Ländern gelebt. In Kita oder Kindergarten war nicht einmal die Hälfte, oft sprechen sie kein Wort Deutsch“, sagt Hagge. Und das Misstrauen von der Elternseite sei groß. „Einige Familien haben vorher mit Schule keine guten Erfahrungen gemacht, sie haben Angst, dass wir ihnen ihr Liebstes wegnehmen.“ Dass dies nicht der Fall ist, versucht Hagge natürlich immer klarzumachen. Aber es gelingt nicht immer, allein weil viele Eltern ihn nicht verstehen. Schon gar nicht auf Deutsch.

Manchmal nehmen die Kinder den Stift in den Mund, weil sie denken, dass es ein Lolli sei. Malen kennen sie nicht.
Klaus Hagge, Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule Sandstraße

Vertrauen zu Eltern aufzubauen sei eine der größten Hürden, aber zugleich sieht er darin die wichtigste Voraussetzung, damit der Schulbesuch der Kinder gelingt. Und ohne Schulbildung haben diese Kinder kaum eine Chance, da ist sich Hagge sicher.

„Lesen, Schreiben, Rechnen steht täglich auf dem Plan“, heißt es im Schullied der GGS Sandstraße. Aber der Unterricht setzt meist viel niedrigschwelliger an. Die meisten Kinder, die an der Schule angemeldet werden, seien überhaupt nicht schulfähig. „Beim Anmeldegespräch lege ich für das Kind ein Blatt und Stifte auf den Tisch, damit es malen kann. Manchmal nehmen die Kinder den Stift in den Mund, weil sie denken, dass es ein Lolli sei. Malen kennen sie nicht“, erzählt Hagge.

Auch Spiel- oder Gruppenerfahrungen hätten die wenigsten. Die meisten Kinder würden vor dem Schuleintritt nur das familiäre Umfeld kennen. Ein soziales Miteinander, wie es in der Schule üblich ist, sei neu für sie. „Wir müssen erzieherische Arbeit oft auf dem Niveau von Dreijährigen leisten.“.

Ein Jahr Kitabesuch wäre schon eine große Hilfe

Darum hält der Schulleiter den Kita-Besuch vor dem Schuleintritt gerade für die Kinder in Marxloh für so wichtig. Wenn bei der Schulanmeldung noch ein jüngeres Geschwisterkind dabei ist, versucht er die Eltern dazu zu bewegen, das jüngere Kind in der Kita anzumelden. Er steht dazu in engem Austausch mit einigen Kitas. Manchmal kann er sie überzeugen, aber nicht immer gibt es dann einen Platz für das Kind.

Manch einer würde bei so vielen Probleme in ein Lamento verfallen und resignieren. Nicht so Klaus Hagge. Er ist nicht jemand, der stöhnt. Besonnen und zugleich zupackend wirkt er. Wenn er einen Weg sieht, Zugang zu den Kindern zu bekommen, sie auch unter schwierigsten Bedingungen zu fördern, dann geht er diesen Weg. Auf der Homepage der Schule steht: „Alle Menschen sind gleich, sie haben den Kopf oben und die Füße unten. In diesem Sinne lernen an der GGS Sandstraße viele verschiedene Kinder viele Dinge auf vielfältigen Wegen.“

Mit dem Sprachbad klappt das nicht, wir haben einfach zu wenige sprachfähige Kinder.

Vor fünf Jahren hat der Schulleiter mit dem Kollegium das jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL) eingeführt. In jeder Klasse lernen Kinder nun von Klasse 1 bis 4 zusammen. „Wir sehen, dass die Älteren die Jüngeren mitnehmen können, und dass es diesen leichter fällt, sich in die Gemeinschaft einzufügen, wenn es schon Strukturen gibt.“ Wunder kann auch das nicht bewirken, aber vielleicht ist es ein erster Schritt. Wie weit JÜL an der GGS Sandstraße tatsächlich erfolgreich ist, lässt Hagge gerade evaluieren.

Ziel war auch, mit JÜL die Sprachförderung zu verbessern, wenn Kinder ohne Deutschkenntnisse in ein Sprachbad eintauchen. „Aber mit dem Sprachbad klappt das nicht, wir haben einfach zu wenige sprachfähige Kinder“, gibt Hagge ehrlich zu. Die Ansprüche hat er heruntergeschraubt. Den Eltern sagt er heute: „Reden Sie mit Ihren Kindern, und wenn es in der Muttersprache ist.“

Musik als Schlüssel zum Spracherwerb

Den Zugang zur Sprache versucht die Schule auch auf andere Weise zu vermitteln. Für Hagge ist die Musik ein wichtiger Schlüssel. Klar, er ist ja auch Musiklehrer. Er weiß, dass Kinder zum Beispiel über das Sprechen von Rhythmen oder im Tanz an Wörter andocken können. Die GGS Sandstraße hat beim MUS-E-Programm mitgemacht, das der Geiger Yeduhin Menuhin in den 90er-Jahren an Schulen im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. Und heute kooperiert die Schule im „Modellprojekt Marxloh“ mit dem Klavierfestival Ruhr.

Viele Kinder seiner Schule sprechen zwar noch immer kaum Deutsch, aber sie sind vertraut mit Stücken von Strawinsky, Boulez oder Bartók. Sie erkennen ihre Struktur und können sie im Tanz umsetzen. Integration durch Musik und Tanz – davon ist Hagge überzeugt, und er gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er von Musikstunden voller Improvisation und höchster Konzentration erzählt. Es sind Sternstunden an der GGS Sandstraße.

Aber der Schulleiter ist auch ein Realist. Von solchen Sternstunden gibt es nicht viele. Und Musikprojekte können bei Kindern Potenziale wecken, aber sie können die Probleme in einer Schule in so schwieriger Lage nicht lösen. Das Kollegium stößt immer wieder an Grenzen, obwohl alle sehr engagiert seien. Das betont der Schulleiter. Alle heißt allerdings: Es sind nur 76 Prozent der Stellen besetzt. Bewerbungen auf Stellenausschreibungen gibt es schon, aber zu einer Besetzung kommt es seit Jahren nicht. Von einer 100-prozentigen Lehrerversorgung, die eine Grundversorgung – wenn auch ohne Puffer – sicherstellen soll, sind zwar auch andere Schulen in Nordrhein-Westfalen entfernt, so weit wie die GGS Sandstraße aber nur wenige.

Nach dem Sozialindex steht die Grundschule  in Marxloh auf der letzten Stufe

Die Schulen in NRW werden nach dem Sozialindex von Stufe 1 (sehr geringe Belastung) bis Stufe 9 (sehr hohe Belastung) eingeteilt. Belastungsfaktoren sind vor allem der sozioökonomische Hintergrund der Schülerschaft, der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit vorwiegend nichtdeutscher Familiensprache und der Anteil von Kindern mit einem Förderschwerpunkt.

Im Schuljahr 2020/21 hat das Schulministerium 4 von insgesamt 2.712 Grundschulen in NRW der Stufe 9 im Sozialindex zugeordnet. Die GGS Sandstraße ist eine davon. Um mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, sollen die Schulen mit einer höheren Sozialindexstufe personell besser versorgt werden. Hagge ist froh über jede Unterstützung, die er bekommen kann. Er kennt wohl jeden Fördertopf, der zusätzliche personelle Ressourcen verspricht.

Dass ein Kind vier Jahre an unserer Schule bleibt, ist nicht selbstverständlich.

Durch Corona sei es aber schwieriger geworden, Unterstützung zu bekommen, weil Pensionäre und Lehramtsstudierende nun in den Aufholprogrammen an Schulen im ganzen Land gebraucht werden. An die GGS Sandstraße will aber kaum jemand. Außerdem würden die externen Aufholprogramme dort ansetzen, wo seine Kinder noch längst nicht sind.

Insgesamt hat die Corona-Pandemie die Schule aber nicht auf den Kopf gestellt. Jedenfalls nicht mehr als der Schulalltag sonst. „Wir müssen immer improvisieren und schauen, wie wir die Kinder und Familien erreichen.“ Für viele Eltern sei es keineswegs selbstverständlich, ihre Kinder jeden Tag zur Schule zu schicken.

Das Sekretariat gleicht der Schaltzentrale eines Logistikunternehmens

Manchmal verschwindet eine Familie mitten im Schuljahr für zwei, drei Wochen in ihr Heimatland. Hagge ist schon froh, wenn er vorher informiert wird. „Dass ein Kind vier Jahre an unserer Schule bleibt, ist nicht selbstverständlich“, sagt der Schulleiter, wahrscheinlicher sei das Gegenteil. Jeden Tag würden Kinder an- und abgemeldet. Das Sekretariat gleicht der Schaltzentrale eines Logistikunternehmens.

Corona habe der Schule sogar etwas Positives gebracht: Digitale Geräte für die Lehrkräfte und auch für Schülerinnen und Schüler. Allerdings ist das WLAN immer noch instabil und die Infrastruktur durch die zusätzlichen Geräte nun noch mehr belastet.

Wenn die Klassen nur halb so groß wären, könnten wir endlich alle Kinder erreichen und mit ihnen arbeiten.

Auch der Wechselunterricht war für die Schule positiv. Die GGS Sandstraße hat mit halben Klassen gearbeitet. Die eine Klassenhälfte kam an einem, die andere Hälfte am anderen Tag. Nicht dass Hagge darin ein Modell der Zukunft für seine Schule sieht, aber sein Kollegium habe ihm gespiegelt: „Wenn die Klassen nur halb so groß wären, könnten wir endlich alle Kinder erreichen und mit ihnen arbeiten.“ Obwohl es nur halb so viel Unterricht gab und die Kinder die Aufgaben, die sie mitbekommen haben, zu Hause selten gemacht haben, hätten die Kinder oft sogar mehr gelernt. So sieht es das Kollegium.

Kleinere Klassen, verlässliche Rahmenbedingungen, mehr personelle Ressourcen, eine stärkere Vernetzung mit außerschulischen Partnern im Stadtteil, das haben Hagge und vier weitere Schulleitungen in Marxloh schon 2018 gefordert. Damals haben sie der Stadt ein Positionspapier vorgelegt. Darin mahnten sie dringende Reformen an, um die Bildungschancen für die Kinder und Jugendlichen an ihren Schulen zu verbessern.

Nur zehn Prozent der Kinder bekommen eine Gymnasialempfehlung

Von den Problemen in Marxloh sind alle Schulen im Stadtteil betroffen. Selbst das Gymnasium, weil ihm seit Jahren die Kinder ausgehen. Von den 78 Kindern eines Jahrgangs an der GGS Sandstraße bekommen etwa zehn Prozent eine Gymnasialempfehlung. An den beiden anderen Grundschulen sieht es nicht anders aus. So lässt sich nicht einmal eine Klasse im Gymnasium füllen. Dabei wird für einen Großteil der Kinder die Grundschulzeit ohnehin schon über fünf Jahre gestreckt, weil sonst der Anschluss an eine weiterführende Schule gar nicht klappt.

Die fünf Schulen haben sich inzwischen zum „Bildungsfairbunt.Marxloh“ zusammengeschlossen. Mit Unterstützung der Stadt Duisburg und des Schulministerium NRW sowie der Wübben Stiftung haben sie zumindest erreicht, dass nun an den Schulen Familienzentren aufgebaut werden, um mehr Nähe und Kooperation mit den Eltern zu erreichen. Die Planungen dafür laufen schon.

Eine weitere Forderung der Schulleitungen war der Ausbau des Ganztagsbetriebs, „aber das war schnell wieder vom Tisch“, erzählt Hagge. Dabei würde es aus seiner Sicht helfen, wenn die Kinder länger in der Schule wären und passgenauer gefördert werden können. Nun gehen die meisten Kinder schon mittags wieder in ihre Lebenswelt in Marxloh zurück.

Marxloh ist bekannt für die vielen Hochzeitsgeschäfte

Es ist eine eigene Welt. Da ist die Weseler Straße, die heute „Hochzeitsmeile Europas“ genannt wird. Zu beiden Seiten der Straße reihen sich Brautmodengeschäfte aneinander, die so schillernde Namen tragen wie „Prestije“ oder „Cinderella“. Im Frühjahr und Sommer ist es voll hier, dann reisen meist türkische Familien mit vollen Portemonnaies aus ganz Deutschland und den Nachbarländern an, um sich von Kopf bis Fuß für den großen Tag auszustatten. Jetzt, im Dezember ist es leer hier. Es ist nicht die Zeit für Hochzeiten. Ein wenig Leben herrscht nur in den Cafés der Straße. Im Café „Femm“ sitzen nur Frauen, ein paar Häuser weiter im nächsten Café nur Männer.

Nach etwa 400 Metern ist der Glitzer vorbei. Statt Schaufenstern mit Strass, Rüschen und Gold gibt es Wettbüros, Spielhallen, Ein-Euro-Läden. In den Seitenstraßen sind ein paar Kinder auf der Straße, spielen zwischen umgeworfenen Sofas und anderem Gerümpel. Die Kinder sind etwa 9, 10 Jahre alt. Um 12 Uhr an einem Dienstag sollten sie eigentlich in der Schule sein. Und die Möbel sollten wohl auch nicht auf der Straße liegen. Ein Schild droht denen, die ihren Sperrmüll illegal abladen, mit einer Strafe bis zu 50.000 Euro. Aber das scheint hier niemanden zu stören, oder vielleicht vermag auch niemand zu lesen, was auf dem Schild steht.

Wenn man die Kinder erreicht, dann sind sie so empfänglich.

Es ist ein Umfeld, in dem Kinder wenig Anregungen zu bekommen scheinen. Ein Umfeld, das wenig Perspektiven für die Kinder von Marxloh verspricht. Umso mehr will Klaus Hagge seinen Schülerinnen und Schülern Perspektiven eröffnen und sie befähigen, auch in einer Gesellschaft außerhalb von Marxlohs heutiger Realität zu bestehen.

Was er sich dafür vor allem wünschen würde: „Bessere Rahmenbedingungen, damit die Kinder bessere Chancen bekommen und mir die Kolleginnen und Kollegen mit ihrem wunderbaren Engagement nicht weglaufen“, betont Hagge noch einmal, „aber irgendwann geht es eben nicht mehr.“ Doch Klaus Hagge ist keiner, der aufgibt. „Ich bin gern hier“, versichert er. Was ihn motiviert? „Man kann hier etwas entwickeln und bewirken. Wenn man die Kinder erreicht, dann sind sie so empfänglich – das ist schön.“