Ideen aus der Praxis : 50 mal gute Schule

Heute stellt das Schulportal das 50. Konzept einer Preisträgerschule vor. Dabei geht es darum, wie die Max-Brauer-Schule in Hamburg erhobene Daten für Verbesserungen des Unterrichts und des Schulalltags nutzt. Die Konzepte aus der Praxis von Schulen, die mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden, geben in Film, Bild und Text Anregungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung und sind fester Bestandteil des Schulportal. Verantwortlich für das Format ist Lars Rettberg. Im Interview erklärt er, welche Idee hinter den Konzepten steckt und was ihn bei den Drehterminen in den Schulen am meisten überrascht.

Annette Kuhn / 03. April 2020
Kinder Mikrofon Kamera
Wenn das Kamerateam in die Schulen kommt, um einen Konzeptfilm zu drehen, haben die Kinder meist viel Spaß dabei.
©Lars Rettberg

Schulportal: Welche Idee steckt hinter den Konzepten?
Lars Rettberg: Mit dem Preisträgernetzwerk des Deutschen Schulpreises haben wir einen Fundus an erfolgreichen Schulen, denen es gelungen ist, mit neuen Konzepten pädagogische Probleme zu lösen und neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Diese Konzepte können eine Inspirationsquelle für andere Schulen sein, die sich auf den Weg machen und weiterentwickeln wollen. Daher bereitet die Deutsche Schulakademie die Konzepte in Zusammenarbeit mit den Preisträgerschulen in Film, Bild und Text auf und veröffentlicht sie auf dem Schulportal. Mit den inzwischen 50 Konzepten wollen wir Lösungsansätze für pädagogische Herausforderungen anschaulich zeigen – nach dem Prinzip: aus der Praxis für die Praxis. Natürlich lassen sich die Konzepte nicht eins zu eins übertragen, sondern sie müssen immer an die jeweilige Situation und den Kontext der Schule angepasst werden.

Was gab den Anstoß für die Erstellung der Konzepte?
Seit 2006 wird der Deutsche Schulpreis jedes Jahr an bis zu sechs Schulen verliehen. Mit der Preisverleihung in diesem Jahr sind das dann 85 Schulen. Die hervorragende Arbeit, die an diesen Schulen geleistet wird, wollten wir gern anderen Schulen zur Verfügung stellen, um die gute Praxis sichtbar und niedrigschwellig zugänglich zu machen. Die Deutsche Schulakademie organisiert zwar Hospitationen an den Preisträgerschulen, aber wir haben uns gefragt, wie wir diese Idee auch medial unterstützen können. Uns ist bewusst, dass wir den realen Besuch vor Ort zwar nicht ersetzen können, aber durch möglichst authentische Einblicke möchten wir quasi als digitale Mini-Hospitationen Anregungen, Impulse und Ideen liefern, Schulen zu verbessern.

So entstand vor zwei Jahren das Deutsche Schulportal mit der Idee, auf dieser Plattform die Konzepte in einem digitalen Format zu präsentieren. Inzwischen zeigen wir 50 Konzepte von insgesamt 35 Preisträgerschulen auf dem Schulportal.

Kamerateam Kinder Klassenraum
Lars Rettberg (l.), verantwortlich für die Konzepte auf dem Schulportal, ist bei den Drehtagen in der Schule immer dabei.
©Melanie Pabst

Wie entsteht ein Konzeptfilm?
Ein Konzeptfilm entsteht immer in enger Zusammenarbeit mit einer Schule. Dabei suchen wir gemeinsam nach Ansätzen der Schule, die erfolgreich erprobt wurden und die als Impulse für andere Schulen geeignet sind und sich filmisch umsetzen lassen. Daraus entwickeln wir dann einen Drehplan, der die Situationen enthält, die das Konzept im Schulalltag erfahrbar machen. Die Schule erarbeitet dafür eine schriftliche Beschreibung ihres Konzepts und stellt uns Material zur Verfügung, welches zur Umsetzung des Konzepts entwickelt wurde. Wichtig dabei ist, die Schule mit allen Beteiligten in den gesamten Prozess mit einzubeziehen. Wir haben dann nach zwei Drehtagen vor Ort viele Stunden Material, aus dem wir schließlich einen Film von etwa sieben Minuten schneiden.

Was ich immer wieder bemerkenswert finde, ist das Engagement, mit dem die Kollegien an den Preisträgerschulen ihre tägliche Arbeit leisten und sich über die Maßen für ihre Schülerinnen und Schüler einsetzen.

Bei so viel Material sicherlich keine einfache Aufgabe.
In der Tat, das ist eine große Herausforderung. Wir machen ja keinen Imagefilm über die Schule, sondern wollen zeigen, wie sie tatsächlich arbeitet. Unser Ansatz ist dokumentarisch, wir stellen keine Szenen und haben keinen Sprecher. Das heißt aber auch, dass wir oft viel Zeit und Geduld brauchen, um den richtigen Moment einzufangen, an dem sichtbar wird, was das Konzept der Schule ausmacht. Und wir müssen uns fokussieren, denn in den Preisträgerschulen gibt es so viel Besonderes zu sehen, aber wir können nicht alles zeigen. Da fliegt sehr viel beim Schnitt heraus – manchmal entsteht dann aber auch die Idee für einen zweiten Film.

Welches Feedback gibt es auf die Konzeptfilme?
Wir bekommen sehr viel positives Feedback. Besonders freut es uns, wenn die Konzepte an anderen Schulen genutzt werden, um sich im Kollegium über das gemeinsame Verständnis von gutem Unterricht und guter Schule auszutauschen. Es kommt auch immer wieder vor, dass bei uns Lehrende an Hochschulen, in Ausbildungs- und Weiterbildungsseminaren anfragen, ob sie die Konzepte in ihren Veranstaltungen einsetzen können.

Welche Momente sind Ihnen nach 50 Konzeptfilmen vor allem in Erinnerung?
Was ich immer wieder bemerkenswert finde, ist das Engagement, mit dem die Kollegien an den Preisträgerschulen ihre tägliche Arbeit leisten und sich über die Maßen für ihre Schülerinnen und Schüler einsetzen. Was mich dann beeindruckt, ist es, die Kinder bei den Lernprozessen zu beobachten und zu erleben, wie die Konzepte bei den Schülerinnen und Schülern ankommen und letztendlich Wirkung zeigen. Das merkt man auch, wenn man die Schülerinnen und Schüler interviewt und sie die Idee eines Konzeptes oft in zwei Sätzen auf den Punkt bringen können. Daran scheitern selbst manchmal die Schulleitungen.

Das 50. Schulkonzept

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Das Video zeigt, wie an der Hamburger Max Brauer Schule die Ergebnisse von Lern­stands­erhebungen genutzt werden, um schulische Veränderungs­prozesse anzu­stoßen. Das Schulportal bietet in der Konzeptbeschreibung weitere Informationen zur Umsetzung und zur Evaluation.

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