Neue Ausschreibung : Gesucht: Schulen, die in der Krise neue Wege gehen

Die Corona-Krise hat die Schulen vor neue Herausforderungen gestellt. Die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung reagieren darauf mit einer neuen Ausschreibung für den Deutschen Schulpreis 2021. Statt der regulären Ausschreibung gibt es nun den Deutschen Schulpreis 20I21 Spezial. Ausgezeichnet werden Konzepte, die Schulen im Umgang mit der Krise entwickelt haben und auch danach die schulische Arbeit nachhaltig verbessern sollen. Erstmals können auch Schulen für den Preis empfohlen werden.

Annette Kuhn / 04. Juni 2020

Viele Schulen haben mit der Corona-Krise Neuland betreten und Ideen entwickelt, um den Herausforderungen zu begegnen. Auf diese aktuelle Situation reagieren auch die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung und schreiben den Deutschen Schulpreis für das nächste Wettbewerbsjahr neu aus: Mit dem Deutschen Schulpreis 20I21 Spezial werden Konzepte ausgezeichnet, die helfen, die Krise zu bewältigen und über die Krise hinaus die schulische Arbeit nachhaltig zu verbessern.

Die Ideen und Maßnahmen sollen sich mit Themen wie „Chancengleichheit“, „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“, „Beziehungsgestaltung“, „Kommunikationsmanagement“, „Kollegiale Zusammenarbeit“, „Elternarbeit“, „Selbstgesteuertes Lernen“ oder „Resilienz“ auseinandersetzen. Die Krise hat Schule und Unterricht grundlegend verändert. Die neue Ausschreibung will daher auch ein Signal für die Zukunft setzen.

Bewerbungsverfahren für den Deutschen Schulpreis 20I21 wird vereinfacht

Die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers Spezial haben gezeigt, dass sich zwei Drittel der Schulen auf den Fernunterricht nicht gut vorbereitet sahen. In der Umfrage unter Lehrkräften, die Forsa im Auftrag der Robert Bosch Stiftung im April durchführte, nannten die Befragten als größte Herausforderungen in der Krise Kompetenzen im Umgang mit digitalen Lernformaten, die digitale Ausstattung und die Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern. Auch wenn das Bildungssystem nicht sofort mit flächendeckenden Maßnahmen auf die aktuelle Situation reagieren konnte, gibt es aber viele Beispiele von Schulen, die innovative Wege gehen und die Chance nutzen, Lernen, Unterricht und Schule neu zu denken.

Mit der neuen Ausschreibung des Deutschen Schulpreises sind auch einige Änderungen bei der Bewerbung und im Auswahlverfahren verknüpft. So wird das Bewerbungsverfahren vereinfacht: Schulen können eine Kurzbewerbung auf dem Bewerberportal der Robert Bosch Stiftung einreichen. Und erstmals ist es auch möglich, dass Schülerinnen und Schüler, Eltern, Partner der Schule oder die Schulverwaltung eine Schule für den Preis empfehlen. In diesem Fall wird die vorgeschlagene Schule von der Robert Bosch Stiftung kontaktiert und zu einer Bewerbung eingeladen. Weitere Informationen zum Deutschen Schulpreis 20I21 Spezial gibt es auch in Online-Beratungsworkshops.

Deutscher Schulpreis 20I21 Spezial

Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober 2020. Zum Zeitpunkt der Bewerbung genügt es allerdings, wenn die Schulen das eingereichte Konzept noch erproben und die angestrebten Ziele in der Kurzbewerbung darstellen. Nach dem Bewerbungsschluss empfiehlt ein Auswahlgremium, bestehend aus pädagogischen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis, bis zu 30 schulische Konzepte aus allen Regionen Deutschlands. „Überall in Deutschland wachsen Schulen in dieser herausfordernden Zeit über sich hinaus und erproben neue Lehr- und Lernformate. Wir wollen diese Ideen in die Breite tragen und suchen Konzepte, die langfristig Bestand haben können“, sagt Michael Schratz, Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises. Im Interview mit dem Schulportal hat er die Corona-Krise als „Jahrhundertchance“ bezeichnet.

Neu beim Deutschen Schulpreis 20I21 Spezial ist ein Camp mit den TOP-30-Schulen

Die TOP-30-Schulen werden zu einem „Schulpreis-Camp“ Anfang 2021 eingeladen. Im Rahmen des Camps werden die Schulen ihre Konzepte im gemeinsamen Austausch weiterentwickeln können. Denn das Camp will Schulen zusammenbringen, die alle dasselbe Ziel verfolgen: mit zukunftsfähigen Konzepten Schule und Unterricht nachhaltig zu verbessern. Der Deutsche Schulpreis wird mit bundesweiten und regionalen Angeboten die Bewerberschulen in ihrer Entwicklung unterstützen und miteinander vernetzen.

Im Anschluss an das Camp nominiert ein Auswahlgremium maximal 15 Schulen für den „Deutschen Schulpreis 20I21 Spezial“. Die 15 Nominierten bekommen jeweils einen Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro. Sie werden außerdem in das Entwicklungsprogramm des Deutschen Schulpreises aufgenommen und werden so in ihrer Schulentwicklung weiter begleitet. Bis zu sechs Schulen werden schließlich im Rahmen einer festlichen Preisverleihung im Frühjahr 2021 ausgezeichnet und erhalten als Preisträger jeweils 10.000 Euro. Die weiteren Details zum Schulpreis-Camp und zur Preisverleihung werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Die nächste reguläre Vergabe des Deutschen Schulpreises findet dann 2022 statt. Bewerbungen dafür sind ab Januar 2021 wieder möglich.

Deutscher Schulpreis 2020

  • Von der Corona-Krise ist auch der Deutsche Schulpreis 2020 betroffen. Die ursprünglich für den 20. Mai geplante Preisverleihung wird nun im September 2020 stattfinden.
  • 81 Schulen aus 15 Bundesländern und eine Auslandsschule haben sich in diesem Jahr Eine Expertenjury hat 15 Schulen für das Finale nominiert. Sie kommen aus Nordrhein-Westfalen (5), Baden-Württemberg (2), Hessen (2), Niedersachsen (2), Bayern (1), Berlin (1), Bremen (1) und Hamburg (1).
  • Das Schulportal stellt die nominierten Schulen bis zur Preisverleihung in loser Folge vor. Beiträge zur Grundschule Schuttertal, Baden-Württemberg, zur Grund- und Mittelschule Thalmässing, Bayern und zum Gymnasium Essen Nord-Ost in Nordrhein-Westfalen sind bereits erschienen.