Dieser Artikel erschien am 20.03.2020 in DER SPIEGEL
Autorin: Silke Fokken

Umfrage unter Schulleitern : Das sind die größten Probleme an den Schulen

In Corona-Zeiten zeigt sich, wie wichtig die Digitalisierung des Unterrichts ist. Aber hier hakt es gewaltig - und das ist laut einer Umfrage unter Schulleitern noch nicht mal das größte Problem.

Computer legt eine Seite
Smartboards oder Tablets sucht man an vielen Schulen noch vergeblich (Symbolbild)
©iStock

Eigentlich soll das Lernen trotz “Coronaferien” irgendwie weitergehen – virtuell. Mithilfe digitaler Medien wäre das möglich, doch nur wenige Schulen sind auf internetbasiertes Lernen gut vorbereitet. Stattdessen stecken viele offenbar noch in der Kreidezeit fest. Das legt eine Umfrage des Verbandes für Bildung und Erziehung (VBE) unter mehr als 1300 Schulleitern in diesem Januar und Februar, noch vor der Coronakrise, in Deutschland nahe. Die digitale Ausstattung an Schulen lässt demnach vielerorts zu wünschen übrig.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Rund zwei Drittel der Schulleiter berichten, dass an ihren Schulen keineswegs in allen Klassenräumen WLAN und Breitbandinternet verfügbar ist. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe sich hier auch nichts getan.
  • An knapp zwei Drittel der Schulen gibt es zudem keine Klassensätze an Tablet-PCs und Smartphones. Die sind nur an rund einem Drittel der Schulen verfügbar, allerdings nicht für alle Klassen.
  • Klassensätze für alle Klassen gibt es nur vereinzelt – an zwei Prozent der Schulen. Gymnasien sind im Schnitt etwas besser ausgestattet als andere Schulformen.

Der Digitalpakt für Schulen, den Bund und Länder nach langem Hin und Her geschnürt haben, sollte die Ausstattung der Schulen deutlich verbessern. Rund 5,5 Milliarden Euro will der Bund in den kommenden Jahren etwa für Laptops und Lernsoftware zuschießen. Aber wissen die Lehrkräfte überhaupt, wie sie an die Gelder in ihrem Bundesland kommen?