Praktische Tipps : Wie gelingt die Gründung eines Schulfördervereins?

Schulfördervereine können einen großen Beitrag für die Bildungs­qualität an einer Schule leisten. Doch wie schafft man es, einen solchen Verein mit vielen Aktiven auf­zu­bauen? Funktioniert das auch in sozial schwierigen Lagen und was muss man bei der Gründung beachten? Das Schulportal hat Antworten auf die häufigsten Fragen zusammen getragen.

Florentine Anders / 24. Januar 2019
Schülerfirmen werden häufig von Schulfördervereinen unterstützt.
Schülerfirmen werden häufig von Schulfördervereinen unterstützt.
©dpa

Wie kann ein Schulförderverein die Schule voranbringen?

Fortbildungen, Arbeitsgemeinschaften oder einen Schüler­aus­tausch organisieren – Schulen stehen vor vielen Heraus­forderungen, und Förder­vereine können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese zu bewältigen. Der Schul­förder­verein kann Diskussionen anstoßen, Feste organisieren, Schülerinnen und Schüler bei ihren Vorhaben unter­stützen oder sogar Honorar­kräfte für bestimmte Aufgaben einstellen. Der Erfolg ist nicht allein von den finanziellen Mitteln abhängig – wichtiger sind eine große Anzahl an Engagierten und ein großer Ideen­reich­tum.

Wie finde ich Verbündete – auch in schwierigen sozialen Lagen?

Die Initiative, einen Schulförder­verein zu gründen, muss nicht – wie viele denken- nur von den Eltern kommen. Häufig sind es auch Pädagoginnen und Pädagogen oder Schul­leitungen, die den Anstoß dazu geben. Ganz gleich, wer den Anfang macht: Der wichtigste Schritt ist, Verbündete zu finden. Und die müssen nicht unbedingt aus dem Kreis der Schul­gemeinschaft kommen. Wenn es zum Beispiel schwer ist, Eltern zu aktivieren, kann man sich an Ehemalige wenden, die die Schule mal besucht haben. Gute Ansprech­partner sind auch Plattformen, die Ehren­amtliche in der Nach­bar­schaft organisieren und vermitteln. Auch Unter­nehmen im Umfeld haben ein Interesse, den Bildungs­stand­ort zu unter­stützen. „Große Bereit­schaft für ein Engagement gibt es in der Schul­gemein­schaft und darüber hinaus erfahrungs­gemäß, wenn es gelingt, eine Dringlichkeit deutlich zu machen“, sagt Katja Hintze, Vorstand­vorsitzende der spenden­finanzierten Stiftung Bildung, die aus dem bundes­weiten Netz­werk der Kita- und Schul­förder­vereine entstanden ist. Wer klar anspreche, welche Heraus­forderungen mit dem Förder­verein in Angriff genommen werden sollen, habe es leichter, Mit­gestalterinnen und Mit­gestalter zu finden.

Was ist bei der Gründung des Schul­förder­vereins zu beachten?

Bevor der Schulförderverein ins Leben gerufen wird, müssen sich alle Interessierten zusammen­finden, um die Gründung zu beschließen und eine Satzung vorzu­bereiten. Die Satzung ist das Herz­stück eines jeden Vereins und sollte deshalb sorg­fältig formuliert werden. Tipps und Muster­satzungen gibt es zum Beispiel im „Handbuch für Kita- und Schul­förder­vereine“ vom Landes­verband der Kita- und Schul­förder­vereine Berlin-Brandenburg (lsfb). Wichtig ist, dass eine Satzung möglichst viele Ziele und wenig Einschränkungen enthält, damit später alles Denkbare umgesetzt werden kann. Darüber hinaus sind einige Formalien zu beachten. Die Gründung des Vereins erfolgt dann auf der sogenannten Gründungs­versammlung, wo auch über den Entwurf der Satzung abgestimmt und der Vorstand gewählt wird. Die Satzung muss schließlich von mindestens sieben Gründungs­mitgliedern unter­schrieben werden.

Wie beantragt man die Gemein­nützig­keit?

Wenn ein Schulförderverein die Anerkennung der Gemeinnützigkeit anstrebt, sind die entsprechenden Vorschriften der Finanz­verwaltung einzuhalten. Hierbei sind in der Satzung vor allem die Abschnitte über die Vereins­zwecke und über die sogenannte Vermögens­bindung bei der Auflösung wichtig. Aus der Zweck­bestimmung muss der gemein­nützige Charakter erkennbar sein. Zur Anerkennung der Gemein­nützig­keit ist es ratsam, den Entwurf der Satzung vorab mit dem Finanzamt abzustimmen. Das Finanz­amt prüft, ob die formalen Voraus­setzungen für eine Steuer­befreiung erfüllt sind. Mit der ersten Steuer­erklärung nach einem Jahr gibt es dann die Freistellungs­bescheinigung, wenn alle Voraus­setzungen für die Gemein­nützig­keit erfüllt sind. Der Vorstand meldet schließlich die Vereins­gründung über ein Notariat beim Amts­gericht an.

Was ist beim Umgang mit den Spenden zu beachten?

Da der Verein mit Geld zu tun haben wird, kann in der Satzung die Position der Schatz­meisterin oder des Schatz­meisters fest­gehalten werden. Vorteil­haft wäre es, ein Konto einzurichten. Das Konto sollte immer als Vereins­konto beziehungs­weise Geschäfts­konto geführt werden. Abzuraten ist davon, das Konto auf den Namen einer Privat­person zu führen. Im Falle einer Pfändung etwa würde das Vereinsgeld dem Privat­vermögen dieser Person zugerechnet. Zudem sind Privat­personen nicht berechtigt, Zuwendungen beispiels­weise von Stiftungen zu empfangen.

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