Schüleraustausch : Auslandsjahr dank finanzieller Unterstützung

Ein Schüleraustausch soll Kinder und Jugendliche bereichern, sie charakterlich stärken und Sprachkenntnisse vertiefen. Den positiven Aspekten steht ein negativer entgegen: Die teils beträchtlichen Kosten. Diese können insbesondere für finanzschwache Familien abschreckend wirken. Was relativ wenig bekannt ist: Es gibt gerade für einkommensschwache Familien eine Vielzahl von Förderhilfen. Das Schulportal zeigt eine Auswahl von Anlaufstellen.

Fabian Schindler / 10. Januar 2019
Schüleraustausch
Ein Schuljahr in den USA ist ein besonderes, aber auch kostspieliges Erlebnis. Dank zahlreicher Förderprogramme ist solch ein Auslandsjahr dennoch oft finanzierbar - auch für einkommensschwache Familien.
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Ein Schüleraustausch fördert die Entwicklung junger Menschen. Vorurteile werden abgebaut, der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt und ein friedliches Miteinander gefördert. Zudem ist gerade für die Ausbildung von Führungskräften in allen Branchen laut der Studie „Wirkungen internationaler Jugendarbeit im Kontext beruflicher Bildungswege“  der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) eine Teilnahme an einem Schüleraustausch sinnvoll. Denn hierdurch würden interkulturelle Handlungskompetenzen gestärkt.

Für finanzschwache Familien stellt sich jedes Jahr die Frage, wie diese ihren Kindern einen Auslandsaufenthalt finanzieren können. Diesen Familien wird vielfältig geholfen, denn sowohl von öffentlichen Trägern als auch Verbänden, Vereinen und von privater Seite gibt es Finanzierungshilfen für Auslandsaufenthalte. Was Eltern auf alle Fälle mitbringen müssen, um in den Genuss einer finanziellen Unterstützung zu gelangen, ist Geduld. Denn einen Förderantrag zu stellen, bedeutet viel Papierarbeit. Und oftmals zusätzlich eine aufwendige Recherche, um aus der Vielzahl der Angebote das passende auszuwählen.

Neben öffentlichen gibt es private Förderungen

Eine umfassende Übersicht über vorhandene Landesförderprogramme, wie etwa den “Schüleraustausch Baden-Württemberg” oder das “Stipendienprogramm des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus für Oberschülerinnen und Oberschüler” bietet die „Austausch macht Schule“ Initiative. Sie wird von der Robert-Bosch-Stiftung und der Mercator Stiftung gefördert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Da aber nicht alle Länder in gleicher Fülle Förderprogramme anbieten, lohnt auch ein Blick zu den verschiedenen Jugendwerken, wie etwa dem Deutsch-Französischen Jugendwerk oder dem ConAct Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch. Ebenfalls in Betracht gezogen werden sollten die Angebote privater Einrichtungen und Kirchen.

Ein wichtiges Hilfsmittel ist für viele Eltern das Auslands-Bafög. Dieses wird abhängig vom Einkommen der Familie vergeben, muss aber, anders als das reguläre Bafög, nicht zurückgezahlt werden. Diese Förderung darf jedoch nicht mit einem Vollstipendium gleichgesetzt werden, da beispielsweise Reisekosten lediglich bezuschusst werden. Innerhalb Europas mit maximal 500 Euro für eine Hin- und Rückfahrt, bei Auslandsreisen liegt die Höchstgrenze bei 1000 Euro. Die Europäische Union bietet mit Erasmus+ ein weiteres, frei zugängliches aber bislang wenig bekanntes Förderprogramm für den individuellen Schüleraustausch. Mit ihm können Schülerinnen und Schüler von am Erasmus+-Programm teilnehmenden Schulen zwei bis zwölf Monate an einer der Partnerschule im Ausland verbringen.

Das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt fördern mit dem „Jugendaustausch-Programm“ gemeinsam gezielt deutsche Minderheiten in Osteuropa und Zentralasien. Dieses Programm bietet deutschen, russischen, kasachischen und kirgisischen Schülerinnen und Schülern aus finanzschwachen Familien die Möglichkeit zur interkulturellen Begegnung.

Interessant ist für viele Eltern und Schüler zudem das Jugendinformationsnetzwerk Eurodesk. Dieses berät bei geplanten Auslandsaufenthalten über etwaige Grundvoraussetzungen und hilft bei der Suche nach Fördertöpfen, Stipendien sowie der möglichen Bildung eines Unterstützerkreises.