Fördermittel, Lehrbücher, Übersetzungen : Praktische Tipps für Schulen, die ukrainische Kinder aufnehmen

Schulen, die ukrainische Schülerinnen und Schüler aufnehmen, stehen vor vielen Herausforderungen. Wie kann man sich mit Eltern und Kindern verständigen, woher kommen Ranzen und Laptops, wo sind digitalisierte ukrainische Lehrbücher zu finden? In diesem Beitrag gibt es praktische Tipps, kurze Erklärvideos zum Umgang mit digitalen Tools und hilfreiche Links für Lehrkräfte.

Phuong Nguyen, Julia Zwick und Jöran Muuß-Merholz 18. Mai 2022 Aktualisiert am 23. Juni 2022

Dieser Inhalt wird im Rahmen einer gemeinsamen Initiative der Robert Bosch Stiftung und der Bertelsmann Stiftung bereitgestellt. >> Mehr erfahren

Inhalt
Wie organisieren Schulen Ausstattung und digitale Angebote für ukrainische Schülerinnen und Schüler?
©Marijan Murat/dpa

Fördermittel und Sachspenden für ukrainische Schülerinnen und Schüler in Deutschland

Selbstverständlich benötigen ukrainische Kinder und Jugendliche für ihren Start in die neue Schulzeit auch eine angemessene Ausstattung. Ob Schulranzen, Schulbücher oder digitale Endgeräte – vieles kann ausgeliehen oder in Form von Sachspenden den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden. Wir haben verschiedene Möglichkeiten zusammengetragen. Falls Sie noch weitere Hinweise haben, die mit aufgenommen werden sollten, melden Sie sich gern bei christian.welniak2@bosch-stiftung.de.

  • Schreibwaren, Schulranzen und -rucksäcke können kostenlos und unkompliziert beim Hanseatic Help e. V. bestellt werden.
  • Gefüllte Schulranzen können von Vereinen oder Initiativen über die Stiftung Stern e. V. bestellt werden.
  • Alle ukrainischen Schulbücher gibt es kostenfrei als Download. Eine deutschsprachige Anleitung für die ukrainische Website finden Sie in der Eduthek. Alternativ dazu sind die PDFs auch über die offene Bildungsmediathek der Länder Mundo abrufbar.
  • Die Schul- und Bildungsclouds der Länder Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen stehen auch auf Ukrainisch zur Verfügung.
  • Mobile Endgeräte können Schulen in einigen Medienzentren oder Landesinstituten – mancherorts sogar kostenfrei – ausleihen (bspw. in Baden-Württemberg und Hamburg). Hierfür werden teilweise auch Tastaturaufkleber für das kyrillische Alphabet bereitgestellt (beispielsweise beim Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz).

Für Hilfen bei der Ausstattung haben Schulen unterschiedliche Wege gefunden. Hier sind einige Beispiele:

  • Der Förderverein der Schule kann finanzielle Mittel zur Anschaffung bereitstellen.
  • Kooperationen mit dem Einzelhandel bieten die Möglichkeit, benötigte Produkte vergünstigt zu erhalten.
  • Lokale Stiftungen oder Vereine können bei der Finanzierung oder Organisation von Spendensammlungen unterstützen.
  • Privatpersonen, der Elternbeirat oder die Schülerinnen und Schüler können eine Sammlung von gut erhaltener Schulausstattung durchführen.
  • Privatpersonen oder Firmen können Patenschaften zur Finanzierung von Schulpaketen übernehmen.
  • Lokale Initiativen können sich zur Organisation von Sammelaktionen gründen bzw. dabei unterstützen.
    Eine Sammelaktion kann auch mit einem Kuchenverkauf, Spendenlauf oder Ähnlichem ergänzt werden, um Geld für weitere Anschaffungen zu generieren.

Finanzierungsoptionen

Sollte es keine Möglichkeit für Sachspenden geben, können die folgenden Finanzierungsmöglichkeiten eine Option darstellen:

  • Auf der Website Wissenscenter Ukrainehilfe des Netzwerks Stiftungen und Bildung werden fortlaufend Informationen und Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten veröffentlicht.
  • Auf der Website Stiftungen für die Ukraine des Bundesverbands Deutscher Stiftungen werden Unterstützungsmöglichkeiten durch regionale und bundesweite Stiftungen, unter anderem im Bereich Bildung, veröffentlicht.
  • Der Sonderfonds „Hilfe für geflüchtete Kinder und ihre Familien“ des Deutschen Kinderhilfswerks finanziert unter anderem Schulausstattung. Anträge stellen können beispielsweise Privatpersonen und gemeinnützige Vereine.
  • Die Stiftung Schüler Helfen Leben hat einen Aktionsfonds zur Unterstützung von ehrenamtlichem Engagement junger Menschen eingerichtet. Hier können Aktionen von Schülerinnen und Schülern unterstützt werden, die beispielsweise Sachspenden generieren. Anträge können die Schülerinnen und Schüler selbst stellen.
  • Wer in Deutschland Asyl bekommen hat, hat Anspruch auf Sozialleistungen. Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket umfassen auch Kosten für Schulbedarf, Klassenfahrten und Ausflüge, Mittagsverpflegung und Lernförderung. Anträge stellen können leistungsberechtigte Personen.
  • (Schulbezogene) Beratungsangebote, die extra für geflüchtete Kinder geschaffen werden, können über die Aktion Mensch finanziert werden. Anträge können freie gemeinnützige Organisationen stellen.

Wo finde ich digitale ukrainische Lehrbücher?

Bei mundo.schule sind mehr als 1.300 Lehrwerke aus der Ukraine auffindbar. Das besondere daran: Materialien auf Ukrainisch lassen sich mit deutschsprachigen Suchbegriffen finden. Und für alle Lehrwerke gibt es eine Vereinbarungen zur kostenlosen Nutzung in deutschen Schulen. Lisa Stanislawski, Redakteurin bei mundo.schule , erklärt im Interview Hintergründe und Nutzung des Angebots. 

Zusätzliche gibt es eine Rubrik „Unterstützung für Betroffene“ unter https://mundo.schule/cms/links. Dort finden sich eine Linksammlung mit Hintergrundwissen und Hilfestellung zum Thema Krieg, sortiert nach Schularten und Jahrgangsstufen.

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Wie funktionieren mündliche Unterhaltungen mit Google Translate?

Wenn zwei Menschen sich verständigen wollen, aber keine gemeinsame Sprache sprechen, können Apps die Übersetzung übernehmen. Das funktioniert inzwischen erstaunlich gut, wenn man die Funktionsweisen kennt und einige Tipps berücksichtigt. Wir stellen das Vorgehen anhand von Google Übersetzer, auch bekannt als Google Translate, vor.

Zur automatischen Übersetzung existieren verschiedene Werkzeuge. Das derzeit umfassendste und verhältnismäßig einfache Tool ist Google Übersetzer, auch im Hinblick auf die ukrainische Sprache. Das automatische Übersetzungstool kann als App auf Smartphones und Tablets (iOS/Android) genutzt werden. Zumindest für den Start ist eine Internetverbindung notwendig. Danach können die Wörterbücher für gewünschte Sprachen in der App heruntergeladen werden, so dass die App anschließend auch ohne Internetverbindung genutzt werden kann.

Das Grundprinzip ist einfach: Die Nutzenden machen eine Eingabe in einer Sprache, und die App übersetzt in die Zielsprache. Die Ausgangs- und die Zielsprache können aus einer entsprechenden Liste ausgewählt werden, zu denen auch Ukrainisch gehört. Eingabe und Ausgabe erfolgen standardmäßig in Schriftform. Es lassen sich auch Dokumente oder Fotos übersetzen – im Folgenden geht es aber um die gesprochene Sprache. Hierfür müssen Nutzende der App Zugriff auf das Mikrofon des Geräts gestatten, so dass man direkt in das Gerät sprechen kann. Anschließend erledigt die App mehrere Schritte direkt nacheinander: Der gesprochene Text wird in Schriftform umgewandelt. Der schriftliche Text wird in übersetzter Form angezeigt, ebenfalls schriftlich. Der übersetzte Text wird als gesprochene Sprache ausgegeben. Das mag in der Theorie kompliziert klingen, lässt sich in der Praxis aber intuitiv vollziehen.

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Komplette Dokumente automatisch übersetzen lassen

Im Umgang mit ukrainischen Schülerinnen und Schülern werden Lehrkräfte oft mit Lehrwerken oder anderen Unterlagen auf Ukrainisch konfrontiert. Für sie gibt es eine gute Nachricht: Der Google Übersetzer kann Dokumente von Ukrainisch auf Deutsch übersetzen. Dieses Übersetzungstool funktioniert für PDF-, Word-, Powerpoint- und Excel-Dateien.

Wie funktioniert die Übersetzung?

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Das Video oben zeigt die Übersetzung von Dokumenten in Google Translate: Wenn ein Dokument hochgeladen wird, ersetzt das Tool die vorhandenen Texte im Dokument mit den übersetzten Texten. Abschließend wird das übersetzte Dokument im gleichen Format wie das Quelldokument zum Herunterladen bereitgestellt. Wurde zum Beispiel eine PDF-Datei zum Übersetzen hochgeladen, wird das übersetzte Dokument ebenfalls eine PDF-Datei sein. Zu beachten ist, dass lediglich geschriebene Texte übersetzt werden. Andere Objekte im Dokument, wie Texte innerhalb von Grafiken, werden nicht übersetzt. Die Dokumentstruktur und Verlinkungen (sog. Hyperlinks) werden im übersetzten Dokument zum großen Teil beibehalten.

Beispiel: Eine Seite vom Lehrbuch „Ukrainische Literatur“ für die 7. Klasse“ (links) und die automatische Übersetzung von Google Translate (rechts)

Hintergründe zu Google Translate

Hinter Google Translate steckt Translation AI , ein Sprachübersetzungstool mit künstlicher Intelligenz von Google Cloud. Da es sich hier um ein kostenloses Produkt von Google handelt, ist die Nutzung von Google Translate hinsichtlich der DSGVO-Konformität umstritten. Einerseits stellt Google den Nutzenden eine Datenschutzerklärung zur Verfügung, andererseits ist es offensichtlich, dass Google technische Daten oder sprachliche Präferenzen für personalisierte Dienste inklusive Inhalten und Werbeanzeigen erhebt. Im Zweifelsfall sollten keine Dokumente hochgeladen werden, die personenbezogene Daten enthalten. Alternativ kann man Google Translate ohne eingeloggtes Google-Konto nutzen, um die Erhebung von personenbezogenen Daten zu vermeiden.

Mit dem kostenlosen Tool können außerdem nicht alle Dokumente übersetzt werden, sondern nur Dateien, die maximal 300 Seiten haben und kleiner als 10 MB sind.

Welche Alternative zu Google Translate gibt es?

Als Alternative für Google Translate gibt es den DeepL Übersetzer. Dies ist auch auf künstlicher Intelligenz basierendes Sprachübersetzungstool, was allerdings derzeit kein Ukrainisch übersetzen kann, sondern nur Russisch. Dieser Übersetzer nimmt PDF-, Word- und Powerpoint-, aber keine Excel-Dateien an. Die Dateigröße darf maximal 5 MB betragen. Mit einem kostenpflichtigen Abonnement können Dateien bis zu 10 MB hochgeladen werden. Die Funktionsweise des DeepL Übersetzers ist Google Translate sehr ähnlich: Man lädt ein Dokument hoch, das Tool übersetzt und erzeugt ein neues Dokument mit den übersetzten Inhalten. Auch hier werden nur geschriebene Texte übersetzt, die Dokumentstruktur sowie Verlinkungen werden zum großen Teil beibehalten.

Wie gut funktioniert das?

Bei der Nutzung von Google Translate sowie anderen automatischen Übersetzern ist stets zu berücksichtigen, dass es sich hier um maschinelle Übersetzungen handelt. Das heißt, die Übersetzungen sind oft nur zum groben Verständnis von Dokumenten ausreichend; für präzise Übersetzungen wird nach wie vor eine menschliche Übersetzung benötigt.

Drei Tipps für den Start

Damit Sie die Übersetzer mit Zuversicht nutzen können, lohnt es sich, im Vorfeld folgende Punkte zu beachten:

  1. Wenn Sie nicht wissen, um welche Sprache es sich in einem Dokument handelt, wählen Sie auf Google Übersetzer anstelle der Originalsprache „Sprache erkennen“ aus. Dann wird das Tool versuchen, die Sprache zu identifizieren und das Dokument in die Zielsprache Ihrer Wahl zu übersetzen.
  2. Achten Sie darauf, dass die Dokumente keine personenbezogenen Daten beinhalten! Wenn es anders nicht geht, müssen Sie die vertraulichen Informationen vor dem Hochladen entfernen oder schwärzen, denn die Übersetzung von personenbezogenen Daten verstößt gegen die Nutzungsbedingungen der Übersetzungstools.
  3. Weil maschinelle Übersetzungen viel Rechenleistung verbrauchen, beschränken die meisten Übersetzer die Dateigröße beim Hochladen. Generell sind PDF-Dateien kleiner als Word-, PowerPoint oder Excel-Dateien. Mit einem kostenlosen Webtool wie smallpdf können Sie bis zu 2 Dokumente pro Tag bearbeiten. Damit können Sie eine PDF-Datei verkleinern, Seiten löschen und sogar eine große PDF-Datei in mehrere kleine Dateien zerstückeln.

Websites automatisch übersetzen lassen

Es gibt unterschiedliche Webtools, mit denen man Webseiten im Browser automatisch übersetzen lassen kann, zum Beispiel von Ukrainisch auf Deutsch (und umgekehrt). Dadurch können Lehrkräfte die ukrainischen Inhalte von zum Beispiel der staatlich anerkannten Online-Schule optima school auf Deutsch anschauen.

Wie funktioniert die Übersetzung?

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Das Video oben zeigt die Übersetzung von Dokumenten in Google Translate (auch Google Übersetzer genannt): Wenn die URL von einer Website in das Adressfeld von Google Translate eingegeben wird, öffnet das Tool die Seite in einem neuen Browser-Tab. Im oberen Bildschirm befindet sich die Werkzeugleiste, in der man die Original- und Zielsprache ändern kann. Auch hier ist es möglich, die Seite im Original oder in der Übersetzung anzeigen zu lassen. Auf der Seite in der Übersetzung werden die originalen Texte in Echtzeit übersetzt und durch die übersetzten Texte ersetzt.

Die Übersetzung von Websites durch Google Translate funktioniert in allen Browsern, solange eine Internetverbindung besteht.

Übersetzung im Browser (Google Chrome, Microsoft Edge und Firefox)

Als Alternative für den Google Übersetzer gibt es zum Beispiel die Übersetzungsfunktion bei Google Chrome oder Microsoft Edge, die direkt in diese Browser integriert werden. Wenn eine fremdsprachige Seite geöffnet wird, fragt der Browser automatisch, ob die Seite übersetzt werden soll

Wenn die Übersetzungsfunktion nicht automatisch angeboten wird, kann sie manuell durch Klicken auf das entsprechende Symbol in der Adressleiste aufgerufen werden.

Ist die Übersetzungsfunktion gar nicht in der Adressleiste zu finden, kann es daran liegen, dass sie in den Browsereinstellungen aktiviert werden muss. So muss beispielsweise in den Spracheinstellungen von Google Chrome die Option „Übersetzung von fremdsprachigen Seiten anbieten“ aktiviert werden.

Microsoft Edge bietet eine ausführliche Anleitung an, wie man Webseiten mit dem Microsoft Translator automatisch übersetzen lassen kann. Die Funktionsweise von diesem Übersetzungstool ist sehr ähnlich zu dem von Google Chrome.

Firefox hat keine integrierte Übersetzungsfunktion. Durch Installation eines Add-ons (also Browsererweiterung) auf addons.mozilla.org kann eine solche Funktion hinzugefügt werden. Mit dem Suchbegriff „übersetzen“ können Sie zahlreiche Add-ons finden.

Wie gut funktioniert das?

Bei der Nutzung von Google Translate sowie anderen automatischen Übersetzern ist stets zu berücksichtigen, dass es sich hier um eine maschinelle Übersetzung handelt. Das heißt, die Übersetzung ist oft nur zum groben Verständnis von Dokumenten ausreichend; für präzise Übersetzungen wird nach wie vor eine menschliche Übersetzung benötigt.

 

Wo gibt es Ferienangebote

Der Sommer steht vor der Tür – und damit beginnen die Sommerferien auch für viele ukrainische Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Das bietet Chancen, abseits vom Schulalltag die Zeit für das Vertiefen von Freundschaften, das intensive Lernen einer Sprache oder für berufliche Orientierung zu nutzen.

Wir stellen hier einige Optionen für eine Feriengestaltung vor, die für ukrainische Kinder und Jugendliche diesen Sommer interessant sein könnten.

Sprachen lernen:

  • Sprachcamps: In Sprachcamps verbringen Kinder und Jugendliche eine gemeinsame Zeit, die neben dem Sprachkurs auch andere Aktivitäten und selbstverständlich die Übernachtungen umfasst. Die Preise und Altersgruppen variieren je nach Anbieter. (Goethe-Institut; Berlitz)
  • Onlinekurse und Präsenzkurse: Das Sprachenlernen im Kursformat erlaubt es, die Ferien zu Hause zu verbringen und nebenbei auch anderen Aktivitäten nachzugehen. (Goethe-Institut; VHS oder Sprachschulen vor Ort)
  • Selbstlernkurse: Mit Apps und mobilen Kursen lernt es sich wohl am flexibelsten. Hier kann ganz nach persönlichen Vorlieben mal mehr, mal weniger Zeit investiert werden – wie es eben in den Ferien gut passt. (z. B. „Learn German“, Deutsche Welle, als webbasierter Kurs oder per App; Papagei)

Ferienfreizeiten:

  • Anbieter vor Ort: Kreisjugendringe, Kirchengemeinden, Pfadfindergruppen und andere Organisationen bieten Ferienfreizeiten an, die meist nahe dem Wohnort stattfinden. So können Freundschaften zu Kindern und Jugendlichen aus der Nähe geknüpft werden, und nebenbei wird das Umland erkundet.
  • Überregionale Anbieter, meist kommerziell, organisieren abwechslungsreiche Ferienfahrten innerhalb Deutschlands oder ins Ausland.

Tagesausflüge:

  • Ferienpass: Viele Städte und Gemeinden bieten sogenannte „Ferienpässe“ an. Sie enthalten Tipps, Rabatte und Gutscheine für Ausflüge mit Kindern.
  • Regionale Plattformen: Besonders in Großstädten, aber auch in ländlichen Regionen gibt es digitale Angebote, die Ausflugsziele mit Kindern sammeln und vorstellen. So können Familien geeignete Aktivitäten für sich finden, wenn sie die Umgebung noch nicht gut kennen.
  • Ferienbetreuung an der Schule: Einige Schulen bieten auch eine Ferienbetreuung an. Sie werden individuell von den Trägern gestaltet.
  • 9-Euro-Ticket: Insbesondere für Tagesausflüge mit Regionalzügen und im Nahverkehr bietet sich das 9-Euro-Ticket an, das es für die Sommerferien-Monate 2022 zu kaufen gibt. So können mit kleinem Geld Ausflugsziele erreicht werden.

Berufliche Orientierung:

  • Praktika: Die Sommerferien bieten ausreichend Zeit, um ein oder mehrere Praktika zu machen. Gerade Jugendliche, die bald ihren Abschluss in der Tasche haben, können sich so orientieren, wo es beruflich hingehen kann.

Da die vorgestellten Aktivitäten sehr stark von den Angeboten vor Ort geprägt sind, finden sich jeweils über eine Internetrecherche schnell die unterschiedlichsten Angebote. Hier ist es sicherlich hilfreich, die automatische Seitenübersetzung des Browsers zu nutzen oder eine deutschsprachige Person mit einzubinden.

Der Ukraine-Blog für Schulen:

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