Netzwerk Schulentwicklung : Gemeinsam Schule nachhaltig verändern

Angetreten, um andere Schulen in ihrem Schul­entwicklungs­prozess zu unterstützen und zu begleiten, gründeten acht ausgezeichnete Schulen in Schleswig-Holstein vor drei Jahren ein Netzwerk. Projekt­leiterin Karin Krawietz spricht im Interview darüber, was die Schulen gemeinsam erreicht haben und wie es nach dem offiziellen Ende weitergeht.

Antje Tiefenthal / 16. Juli 2018
Von der Waldschule Flensburg, Preisträgerschule des Deutschen Schulpreises, kam der Anstoß zur Gründung eines Netzwerkes in Schleswig-Holstein.
Von der Waldschule Flensburg, Preisträgerschule des Deutschen Schulpreises, kam der Anstoß zur Gründung eines Netzwerkes in Schleswig-Holstein.
©Theodor Barth/Robert Bosch Stiftung

Deutsches Schulportal: Das Projekt „Netzwerk Schul­entwicklung Schleswig-Holstein“ ist offiziell zu Ende. Lassen Sie uns zurückblicken – wie hat alles angefangen?
Karin Krawietz: Mit einer E-Mail vor drei Jahren, die kaum länger als drei Zeilen war. Volker Masuhr, Schul­leiter der Waldschule Flensburg, schrieb vier Schulen an und fragte, ob sie nicht gemeinsam ein Netz­werk in Schleswig-Holstein installieren wollten, um anderen Schulen bei der Schul­entwicklung zur Seite zu stehen. Die Idee entstand aus einem Bedürfnis heraus, gute Erfahrungen weiter­zugeben. Denn die angeschriebenen Schulen hatten bereits Begleitung erfahren – in erster Linie durch die Deutsche Schulakademie. Mich erreichte die Mail damals noch als Schul­leiterin der Schule im Autal. Ich fand die Idee total gut und sagte: Okay, ich wäre gern dabei. Ohne zu wissen, was dabei herauskommt.

Wie wuchs aus einer kurzen Mail ein ganzes Netzwerk?
Wir haben uns im August 2015 das erste Mal getroffen, da waren wir nur Vertreter­innen und Vertreter von vier Schulen. Schnell haben wir andere Schulen dazu­geholt, sodass wir am Ende acht Initiativ­schulen waren. Uns war klar: Ohne Konzept geht es nicht. Was wollen wir konkret? Wie lange planen wir? Was stellen wir uns vor? In mehreren intensiven Sitzungen haben wir ein Konzept entwickelt. Ich glaube, das hatte eine ganz gute Qualität, weil wir alle­samt erfahrene Schul­leiter­innen und -leiter waren. Wir wussten, was im Schul­all­tag passiert und was leist­bar ist. Fast zeit­gleich sind die Deutsche Schulakademie und das Bildungs­ministerium des Landes auf unsere Pläne aufmerksam geworden. Beide sagten uns ihre Unter­stützung zu. Im Januar 2016 konnten wir endlich mit der Ausschreibung starten, und wenige Wochen später begannen wir mit zehn Projekt­schulen, die sich mithilfe der acht Initiativ­schulen weitere­ntwickeln wollten.

Was haben Sie mit dem Netzwerk erreicht?
Die Schulen, die sich wirklich entwickeln wollten, haben unser Netzwerk intensiv genutzt. Unsere Besuche vor Ort und unser Feed­back waren für die Schulen teil­weise schon schmerzlich. Doch genau dieser Schmerz hat dazu geführt, dass die Schulen ziel­strebig an ihren Plänen weiter­gearbeitet haben.

Welchen Moment der vergangenen zwei Jahre haben Sie als Höhepunkt erlebt?
Mein persönlicher Höhepunkt war, dass ich als Projektleiterin die Gelegenheit hatte, von außen zu sehen, was Lehr­kräfte und Schul­leitung im Alltag alles leisten. Ich habe dabei noch mal eine Hoch­achtung vor der Arbeit bekommen, die ich selber viele Jahre lang geleistet habe.

Wie geht es jetzt weiter?
Im September werden wir gemeinsam mit der Schulakademie erarbeiten, wie unser Konzept so verändert werden muss, damit es über­trag­bar ist. Wir wollen eine Form finden, die über die Landes­grenzen Schleswig-Holsteins hinaus funktioniert. Darüber hinaus bin ich sehr glücklich, dass ich die Chance hatte, nach meiner Pensionierung die Leitung für dieses Projekt zu übernehmen, und so einen guten Ausstieg aus meiner pädagogischen Tätigkeit gefunden habe.

Mehr zum Thema

Zur Person

  • Karin Krawietz ist Projektleiterin des Netzwerks Schul­entwicklung Schleswig-Holstein. Co-Projekt­leiterin ist Edda Laudahn vom Landesinstitut für Lehrer­bildung und Schul­entwicklung Hamburg.
  • Karin Krawietz leitete bis zu ihrer Pensionierung 2015 die „Schule im Autal“ in Sieverstedt.
  • Die Grundschule war 2013 für den Deutschen Schulpreis nominiert.
Sie verwenden einen veralteten Browser. Aktuelle Browser finden Sie hier. x