Jugend trainiert für Olympia : Kalenderblatt: 26. September 1969

Die Serie „Kalenderblatt“ erinnert an wichtige Ereignisse, die die deutsche Bildungslandschaft noch immer prägen. Auf dem heutigen Kalenderblatt steht der 26. September 1969. An diesem Tag fand zum ersten Mal die Eröffnungsfeier von „Jugend trainiert für Olympia“ statt. Heute ist der Schulsportwettbewerb mit jährlich rund 800.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der größte der Welt. Wie schon vor einem halben Jahrhundert fand die Eröffnungsfeier auch zum 50. Geburtstag an diesem Montag im Berliner Olympiastadion statt.

Annette Kuhn / 25. September 2019
Läufer starten auf Bahn beim Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia"
Läufer am Start beim ersten Wettkampf von „Jugend trainiert für Olympia" 1969 in Berlin.
©DSSS/sampics

Begonnen hat alles mit Schwimmen und Leichtathletik. In diesen zwei Disziplinen wurde der erste Wettkampf von „Jugend trainiert für Olympia“ vor genau 50 Jahren in Berlin ausgetragen. Den Auftakt machte die Eröffnungsfeier am 26. September 1969 im Olympiastadion. Und genau hier fand auch an diesem Montag die feierliche Eröffnung zum 50. Jubiläum statt. Die Dimension der Veranstaltung ist heute allerdings eine andere. „Jugend trainiert für Olympia“ hat sich inzwischen zum größten Schulsportwettbewerb der Welt entwickelt.

Athletin beim Weitsprung im Stadion
Große Sprünge beim Finale von „Jugend trainiert für Olympia" 1969 in Berlin.
©DSSS/sampics

1969 waren 1.600 Sportlerinnen und Sportler in Berlin dabei, zum Herbstfinale in diesem Jahr sind es 472 Schulmannschaften mit insgesamt 4.670 Finalistinnen und Finalisten. Insgesamt beteiligen sich jedes Jahr fast 800.000 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Bundesgebiet am Wettbewerb, der unter dem Dach der Deutschen Schulsportstiftung stattfindet. Zuerst werden die Wettkämpfe zwischen den Sportlerinnen und Sportlern der Schulen in mehreren Stufen auf Landesebene ausgetragen. Die jeweiligen Landessiegerinnen und -sieger reisen dann zum Bundesfinale nach Berlin.

Und bei Schwimmen und Leichtathletik ist es längst nicht geblieben. Heute werden die Wettkämpfe in 19 olympischen und sieben paralympischen Sportarten ausgetragen. Darum heißt die Sportveranstaltung auch seit 2012 „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“.

Insgesamt gibt es jedes Jahr drei Bundesfinalveranstaltungen: Im Winter findet das Bundesfinale an wechselnden Orten statt, im Frühling und Herbst in Berlin. 1969 war es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch eine logistische Herausforderung, in die Stadt zu kommen. Mit Sonderzügen fuhren sie erst einmal nach Hamburg, Hannover und München, von dort ging es dann weiter mit Flugzeugen weiter in die Mauerstadt West-Berlin. Für sehr viele Schülerinnen und Schüler war es die erste Flugerfahrung.

Nachwuchs für den Sport gewinnen durch „Jugend trainiert”

Die Idee zum Wettbewerb ging vom damaligen Stern-Chefredakteur Henri Nannen aus, dessen Zeitschrift die Aktion mit ins Leben gerufen hat. Der Zeitpunkt war kein Zufall. Die Bundesrepublik hatte ein Jahr zuvor bei den Olympischen Spielen in Mexiko mit nur fünf Goldmedaillen den achten Platz im Medaillenspiegel belegt, die DDR hatte neun Goldmedaillen nach Hause gebracht. Die Gründung von „Jugend trainiert für Olympia“ war auch der Versuch, Nachwuchstalente zu finden und zu fördern. Außerdem wollte man der erfolgreichen Kinder- und Jugendspartakiade in der DDR etwas entgegensetzen.

Die Siegerehrung fand 1969 noch im Berliner Sportpalast statt, der 1973 abgerissen wurde. Damals gab es Quizspiele und Torwandschießen mit ZDF-Moderator Wim Thoelke und das Rias-Tanzorchester sorgte mit „Non Stop Dancing“ für den Sound der Zeit. Zum 50. Jubiläum haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Mittwochabend in der Max-Schmeling-Halle gefeiert.

Auf einen Blick

  • Gegründet wurde der Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ 1969 und geht auf die Idee des damaligen Stern-Chefredakteurs Henri Nannen zurück.
  • In diesen Sportarten findet „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ statt: Badminton, Basketball, Rollstuhl-Basketball, Beach-Volleyball, Fußball, Para-Fußball, Gerätturnen, Goalball, Golf, Handball, Hockey, Judo, Leichtathletik, Para-Leichtathletik, Rudern, Schwimmen, Para-Schwimmen, Ski Alpin, Skilanglauf, Para-Ski-Nordisch, Skispringen, Tennis, Tischtennis, Para-Tischtennis, Triathlon, Volleyball.
  • Die Wettkämpfe sind mehrstufig: Es gibt zunächst 10.000 Stadt- und Kreisfinale, dann 1.500 Regionalfinale sowie 350 Landesfinalveranstaltungen und schließlich drei Bundesfinale im Winter, Frühjahr und Herbst mit jeweils verschiedenen Sportarten. In diesem Herbst stehen zwölf Disziplinen auf dem Programm.