Fridays for Future : Globaler Protesttag von Schülerinnen und Schülern

Am Freitag, 15. März, wollen erneut zehntausende Schülerinnen und Schüler an den Fridays for Future-Demonstrationen teilnehmen, um einen Wandel in der Wirtschafts-, Verkehrs- und Klimapolitik zu erzielen, so dass der Ausstoß klimaschädlicher Gase verringert wird. Die Veranstalterinnen und Veranstalter gehen davon aus, dass dem internationalen Demonstrationsaufruf Schülerinnen und Schüler aus mehr als 100 Ländern folgen werden. Es wäre die größte globale Schülerdemonstration, die jemals stattgefunden hat. Alleine in Deutschland sind in bislang 222 Städten Demonstrationen angekündigt worden. Das Schulportal hat mit dem 18-jährigen Moritz von Courten, der in Kiel die Demonstrationen mitorganisiert, darüber gesprochen, wie Schülerinnen und Schüler mit der Kritik an ihrem Engagement umgehen und welche Auswirkungen die Aktionen auf den schulischen Bereich haben.

Fabian Schindler / 15. März 2019
Weltweite Klima-Demo
Weltweit gehen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Fridays for Future-Bewegung auf die Straße, um für eine nachhaltige Klimapolitik zu demonstrieren.
©dpa

Deutsches Schulportal: Sie gehen an die Kieler Gelehrtenschule. Aber nicht diesen Freitag, denn dann wird demonstriert. Wie lange engagieren Sie sich schon für die Fridays for Future-Bewegung?

Moritz von Courten: Ich bin fast von Anfang an dabei. Bei dem ersten großen Streik in Kiel am 14. Dezember konnte ich zwar leider nicht teilnehmen, danach aber habe ich bei der Organisation mitgeholfen und auch bei weiteren Aktionen teilgenommen.

Schülerinnen und Schüler demonstrieren in ganz Europa. Wie gut sind sie inzwischen organisiert und mit dem Ausland vernetzt?

Fridays for Future ist in der Tat eine weltweite Bewegung. Die Vernetzung geschieht hauptsächlich über soziale Netzwerke und Telefonkonferenzen. Die einzelnen Aktionen werden allerdings meistens dezentral in den einzelnen Ortsgruppen organisiert. In Kiel treffen wir uns beispielsweise einmal pro Woche um Aktionen zu planen und weitere wichtige Themen zu besprechen.

Moritz von Courten
Moritz von Courten gehört zu den Organisatoren der Fridays for Future-Bewegung in Kiel.
©privat

Den Schülerinnen und Schülern, die sich engagieren, ist mehrfach abgesprochen worden, sich kompetent zur Klimapolitik äußern zu können. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?

Erstmal ist natürlich klar, dass wir keine Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind, sondern Schülerinnen, Schüler und Studierende. Daher kann von uns auch nicht erwartet werden, dass wir das gleiche Wissen aufweisen können. Die Petition „Scientists for future“ zeigt allerdings, dass die „Profis“, die die Ahnung haben, uns zu großen Teilen unterstützen und uns Recht geben, wenn wir sagen, dass mehr getan werden muss. Außerdem versuchen wir auch durch Gespräche und Workshops von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei unseren Aktionen, uns und andere über den Klimawandel und seine Folgen zu informieren. Hierdurch wollen wir auch den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern helfen, ihre Forschungsergebnisse bekannter zu machen.

Hat sich das Verhältnis zwischen Schule, den Eltern und der Schülerschaft durch die Demonstrationen an Ihrer Schule eigentlich in irgendeiner Form verändert?

Ich habe schon beobachtet, dass sich durch die Demonstrationen mehr Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen und erkennen, wie wichtig es ist sich politisch zu engagieren.

Einige Eltern und Lehrerinnen und Lehrer finden es in Ordnung dafür auch mal nicht zum Unterricht zu gehen und loben uns, andere haben da eine andere Meinung und kritisieren uns. Das Verhältnis hat sich insofern verändert, dass mehr über politisches Engagement und Klimapolitik gesprochen wird.

Einige Schulen begleiten inzwischen thematisch die Klima-Demos im Unterricht. Ist das an Ihrer Schule auch der Fall?

Bisher haben wir die Demonstrationen nicht im Unterricht thematisiert. Das finde ich eigentlich sehr schade. Meiner Meinung nach sollte politische Bildung und Bildung für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Unterricht generell eine stärkere Rolle spielen.

Was erhoffen Sie sich persönlich vom Engagement für die Fridays for Future-Aktionen?

Ich erhoffe mir, dass in der Politik und in der Öffentlichkeit endlich genug getan wird, um die Folgen des Klimawandels zu minimieren, damit auch meine Generation und die darauffolgenden noch eine Welt zum Leben haben.

Sie haben JavaScript deaktiviert oder verwenden einen veralteten Browser. Aktuelle Browser finden Sie hier. x