Advents-Tipp : Die zehn schönsten Filme über Schule

Für einen gemütlichen Adventsabend auf der Couch haben wir für Sie die zehn schönsten Filme über Schule herausgesucht. Darunter finden Sie ältere und neue Filme, Dokumentar- und Spielfilme. Sie können Inspiration für den Unterricht geben und eignen sich auch gut als Weihnachtsgeschenke.

Charlotte Steinbach / 09. Dezember 2020

Auf dem Weg zur Schule

Der 11-jährige Jackson aus Kenia läuft mit seiner kleinen Schwester 15 Kilometer durch die weite Steppe Kenias. Zahira klettert zusammen mit ihren Schulfreundinnen über das Atlasgebirge in Marokko. Der 13-jährige Samuel sitzt in einem klapprigen Rollstuhl und wird vier Kilometer von seinen Brüdern durch Dreck und Staub gezogen. Carlitos und seine Schwester reiten anderthalb Stunden mit einem Pferd durch Patagonien. Was haben diese Kinder aus den unterschiedlichen Ländern gemeinsam? Sie wollen am Ende ihrer langen, gefährlichen Reise sicher bei ihrer Schule ankommen. Ob sie das schaffen, zeigt der Dokumentarfilm „Auf dem Weg zur Schule“ von 2013 in sehr eindrucksvollen Bildern.

 

Das schweigende Klassenzimmer

Nachdem die Abiturienten Theo und Kurt 1956 in Westberlin vom niedergeschlagenen Volksaufstand in Budapest erfahren, sind sie geschockt. Zurück an ihrer Schule in der DDR wächst in ihnen und ihren Mitschülern die Idee, während des Unterrichts eine Schweigeminute für die Opfer einzulegen. Für den Schuldirektor ist das schweigsame Klassenzimmer ein jugendlicher Unsinn. Der Volksbildungsminister Lange sieht in den Jugendlichen jedoch politische Straftäter und versucht mit allen Mitteln, den Anstifter ausfindig zu machen. Schafft es die Klasse trotz Drohungen und Verdächtigungen, zusammenzuhalten? Der Spielfilm „Das schweigende Klassenzimmer“ von 2018 ruft diese wahre Geschichte in Erinnerung.

Das Prinzip Montessori

Als der Filmemacher Alexandre Mourot Vater wird, bemerkt er, dass seine Tochter vor allem dann große Fortschritte macht, wenn er sie selbstständig die Welt erkunden lässt. Angestoßen durch diese positive Erfahrung mit der Montessori-Pädagogik besucht er Frankreichs ältestes Montessori-Kinderhaus. Dort trifft er auf glückliche Kinder, die frei sind und doch diszipliniert ihren „Aufgaben“ nachgehen. Es sind hier die Kinder selbst, die zu ihrer Entwicklung beitragen, während die Erzieherinnen und Erzieher eher im Hintergrund bleiben. Mourot zeigt in dem Dokumentarfilm „Das Prinzip Montessori“ von 2017 die Welt aus den Augen der Kinder und fokussiert besonders die Rolle des Vertrauens und der Verantwortung in der Kindererziehung.

Berlin Rebel High School

Hanil hat Drogenprobleme, Lena ist Punkerin und Alex antiautoritär eingestellt. Obwohl die drei Jugendlichen so unterschiedlich sind, haben sie doch eines gemeinsam: Alle wollen ihr Abitur bestehen. Das aber nicht auf einem normalen Gymnasium, sondern auf der Schule für Erwachsenenbildung in Berlin. Die ist sehr außergewöhnlich, denn es gibt keinen Direktor, keine Prüfungen und keine Noten. Kurz: keinen Leistungsdruck. Regisseur Alexander Kleider zeigt anhand des Schulalltags der Lehrkräfte und Teenager in dem Film „Berlin Rebel High School“ von 2016, wie dieses Konzept funktioniert.

Die Schüler der Madame Anne

„Es gibt eine Welt jenseits der Peripherie – und dort habt auch ihr einen Platz!“, sagt Anne Gueguen zu ihrer Klasse im Film „Die Schüler der Madame Anne“ von 2014, der auf einer wahren Geschichte beruht. Solche Worte von einer Lehrerin zu hören ist an der Schule im Pariser Banlieue nicht selbstverständlich. Anne unterrichtet dort eine Klasse, die von ihren Kolleginnen und Kollegen als „Problemklasse“ bezeichnet wird. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus dem Brennpunktmilieu und sind der Polizei bekannt. Umso erstaunlicher ist es für Anne, als sie ihnen die Teilnahme an einem landesweit ausgeschriebenen Projekt zum Thema „Widerstand und Deportation im Frankreich des Nationalsozialismus“ anbietet und nach anfänglichen Schwierigkeiten auf großes Interesse seitens der Schülerinnen und Schüler stößt.

Neuland

Ob man einen Job oder eine Ausbildung nach der Schule bekommt, das ist eine der wichtigsten Fragen, die sich jeder Jugendliche auf der Welt kurz vor seinem Abschluss stellt. Besonders schwierig wird es, wenn man in dieser wichtigen Phase neu an einer Schule ist und die Sprache der Mitschülerinnen und Mitschüler nicht versteht. So geht es den jungen Menschen einer Integrationsklasse in der Schweiz. Sie stammen unter anderem aus Mazedonien, Pakistan, dem Iran oder Albanien. Ehsanullah Habibi aus Afghanistan und die albanischen Geschwister Nazlije und Ismail Aliji erzählen in Anna Thommens Dokumentarfilm „Neuland“ von 2013 von ihren Schicksalsschlägen, der beschwerlichen Reise bis nach Europa und von ihrer Angst vor der Zukunft, in der eine Abschiebung nicht ausgeschlossen ist.

Wunder

August „Auggie“ Pullman ist ein zehn Jahre alter witziger und kluger Junge. Wegen seines Gesichts, das aufgrund eines seltenen Gendefekts entstellt ist, empfindet er sich als Außenseiter und versteckt sich aus Scham am liebsten unter einem Astronautenhelm. Um ihn vor Anfeindungen zu schützen, haben seine Eltern ihn bisher zu Hause unterrichtet, wollen ihn aber künftig in eine reguläre Schule schicken. Dafür nimmt Auggie all seinen Mut zusammen und beschließt, sich den Abenteuern zu stellen, die das Leben für einen so außergewöhnlichen Jungen wie ihn bereithält. Der Spielfilm „Wunder“ von 2017 ist eine Integrationsgeschichte der besonderen Art.

Zwischen den Stühlen

Lehrerinnen und Lehrer haben es im deutschen Schulsystem nicht einfach: Erst ein langwieriges Lehramtsstudium und dann mehrere Jahre Referendariat, bis man endlich Kinder unterrichten kann, die teilweise gar keine Lust aufs Lernen haben. So ungefähr ergeht es den drei Referendarinnen und Referendaren Ralf, Katja und Anna. Ralf wagt mit dem Lehrerjob nach mehreren gescheiterten Jobs einen Neuanfang. Katja hat es mit einer anscheinend unkontrollierbaren Gesamtschulklasse zu tun. Und die angehende Grundschullehrerin Anna verzweifelt an ihren unzureichenden Rhetorik-Skills. Bei allen drei macht sich der Frust wegen des deutschen Schulsystems bemerkbar. „Zwischen den Stühlen“ von 2016 ist ein humorvoller Dokumentarfilm mit Systemkritik.

Half Nelson

Der Spielfilm „Half Nelson“ von 2006 erzählt von dem jungen Lehrer Dan Dunne, der an einer Junior High School in Brooklyn unterrichtet. Er ist mit seinen unkonventionellen Lehrmethoden sehr beliebt bei seinen Schülerinnen und Schülern. Mit viel Einfühlungsvermögen und passendem Unterrichtsstoff versucht er den zum Teil aus katastrophalen Verhältnissen stammenden Teenagern seiner Klasse eine Perspektive aufzuzeigen. Hinter der Fassade versteckt sich jedoch ein einsamer Mann, der sich mit Koks über die Enttäuschungen seines Lebens hinwegtröstet. Sein Leben ändert sich, als ihn eines Tages die 13-jährige Drey bei einem Crack-Trip auf der Toilette erwischt. Zwischen Dan und Drey entwickelt sich daraufhin eine außergewöhnliche Freundschaft.

Alphabet – Angst oder Liebe

Der österreichische Dokumentarfilm „Alphabet – Angst oder Liebe“ von 2013 zeigt mehrere Kommentare und Vorträge zum Thema Bildung. Unter anderem motivieren der Bildungsexperte Ken Robinson, der Pädagoge Arno Stern und der Hirnforscher Gerald Hüther dazu, kreativer im Unterricht zu werden und freies Spielen zu fördern. Der Bildungsforscher Andreas Schleicher, der mitverantwortlich für die PISA-Studien ist, fokussiert sich vor allem auf die Leistungsgesellschaft China. Wiederum zeigt sich der Pekinger Professor der Abteilung Bildung/Pädagogik, Yang Dongping, besorgt über den Leistungs- und Konkurrenzdruck in Chinas Schulsystem. Ebenfalls zu Wort kommt eine Schülerin aus Hamburg, die einen offenen Brief über das deutsche Schulsystem geschrieben hat. Sehr inspirierend und viel Diskussionsstoff für den eigenen Unterricht.