Coronavirus : Live-Ticker: Was Schulen jetzt wissen müssen

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus. Die Bildungsbehörden in allen Bundesländern haben inzwischen Konsequenzen gezogen und landesweite Schulschließungen beschlossen. Jetzt geht es vor allem darum, wie eine Notbetreuung organisiert wird, wie die Abiturprüfungen gesichert werden und in welcher Form jetzt noch Unterricht stattfinden kann. Das Schulportal berichtet in diesem Live-Ticker über die aktuelle Entwicklung an den Schulen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Annette Kuhn / 16. März 2020
Wegen des Coronavirus leerer Schulhof mit Kicker
Dieser Schulhof eines Gymnasiums in Rheinland-Pfalz wird in den kommenden Wochen leer bleiben. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind die Schulen ab der kommenden Woche bundesweit geschlossen.
©Thomas Frey/dpa

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19:00

Ende des Live-Tickers

Hiermit beenden wir den Live-Ticker, in dem wir vier Tage fortlaufend über die Schulschließungen und ihre Auswirkungen berichtet haben. Wir werden Sie weiter in unserer aktuellen Berichterstattung zu dem Thema auf dem Laufenden halten.

18:50

In Großbritannien bleiben Schulen geöffnet

Während fast überall in Europa die Schulen wegen des Coronavirus geschlossen sind, bleiben sie in Großbritannien noch geöffnet. Wie „Daily Mail” berichtet, sagte Premierminister Boris Johnson, dass es zum jetzigen Zeitpunkt besser sei, die Schulen geöffnet zu lassen. Bislang werden an den Schulen in Großbritannien lediglich Kinder nach Hause geschickt, die husten. Eltern laufen jetzt Sturm gegen diese Entscheidung. Teilweise haben sie ihre Kinder schon am Montag nicht mehr zum Unterricht geschickt. Inzwischen gibt es auch eine Petition für Schulschließungen. Mehr als 600.000 Unterschriften kamen bislang zusammen. –

18:12

Mecklenburg-Vorpommern ist mit erstem schulfreien Tag zufrieden

Der erste Tag der flächendeckenden Schulschließungen in Mecklenburg-Vorpommern wegen des Coronavirus ist nach Einschätzung von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) geordnet verlaufen. Nur wenige Kinder seien zur Notfallbetreuung gebracht worden. „Fast alle Eltern konnten schon am Übergangstag zu den Schulschließungen ihre Kinder zu Hause betreuen”, sagte Martin.

Im nächsten Schritt gehe es nun darum, dass die Schüler von zu Hause lernen können. „Wir arbeiten deshalb mit Hochdruck an mobilen und digitalen Angeboten”, sagte Martin. Viele Schulen hätten schon eigene Möglichkeiten geschaffen.

17:14

Thüringen: Eltern sollen keine Hortgebühren zahlen

Die Eltern von Kindergarten- und Schulkindern in Thüringen können damit rechnen, dass sie für die Zeit der angeordneten Schließung von Kitas und Horten keine Gebühren zahlen müssen. Zwar sei innerhalb der Landesregierung noch nicht abschließend geklärt, wie den Eltern diese Kosten erstattet werden sollen, sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Montag in Erfurt. Er äußerte sich online zu Fragen, die ihm Eltern stellten. „Dass diese Gebühren nicht mehr erhoben werden, das halte ich für selbstverständlich”, fügte er aber an.

Wichtig sei, dass trotz der geplanten Kostenerstattung für die Eltern die Gehälter der Erzieherinnen weitergezahlt und auch die anfallenden Sachkosten der Träger weiter finanziert würden. „Hier wird die Regierung darüber beraten, wie genau diese Kosten ersetzt werden, damit die Eltern nicht für etwas eintreten, wofür sie keine Dienstleistung – in diesem Fall eine Betreuung ihres Kindes im Kindergarten oder im Hort – entgegennehmen”, sagte Holter.

16:05

Bildungsverband: „Lernalltag begrenzt aufrechterhalten"

In Zeiten des Coronavirus geht es in den Schulen laut Bildungsverband VBE darum, „den Lernalltag begrenzt aufrechtzuerhalten”. Es gebe sehr unterschiedliche Wege der Schulen, mit ihren Schülerinnen und Schülern zu kommunizieren und Unterrichtsstoff zu vermitteln. Das sagte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Stefan Behlau, am Montag. Viele Schulen hätten die Kinder und Jugendlichen schon vorsorglich mit Aufgaben versorgt, noch bevor die Landesregierung die Schließung von Kitas und Schulen ab Montag ankündigte.

Zu „einer breiten Palette” gehöre es etwa, Material via E-Mail zu verschicken oder zum Herunterladen auf die Schul-Homepage zu stellen, berichtete Behlau. Auch der klassische Elternbrief werde genutzt. Wochenpläne würden versendet und Arbeitsblätter mit Selbstkontrolle. Einige Schulen seien digital sehr weit – es sei denkbar, auch via Skype Gelerntes zu vertiefen.

Der VBE-Chef begrüßte die Klarstellung des Düsseldorfer Schulministeriums, dass es keine Tests und Leistungsabfragen bis zu den Osterferien geben solle.

15:57

Sachsen schließt Schulen ab Mittwoch

Am Morgen war noch nicht klar, ab wann Sachsen die Schulen schließen wird. Zunächst war lediglich die Schulpflicht aufgehoben. Am Nachmittag verkündeten Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bei einer Pressekonferenz, dass alle Schulen in Sachsen ab diesem Mittwoch bis zum Ende der Osterferien (19. April) geschlossen werden.

15:30

Lernplattform Mebis wieder erreichbar

Der Hackerangriff auf die Online-Plattform Mebis für den Fernunterricht ist beendet. Seit den frühen Morgenstunden seien die Server einer Attacke ausgesetzt gewesen, teilte das bayerische Kultusministerium am Montag in München mit. Der Angriff erfolgte nach Auskunft der Betreiber durch Hunderttausende automatisierte Seitenaufrufe. Am Nachmittag war die Plattform wieder erreichbar, wenn auch mit Problemen. Laut Kultusministerium wird deshalb am Ausbau und der Optimierung der Systeme gearbeitet, um der stark gestiegenen Anzahl von Benutzern Rechnung zu tragen.

Während der Schulschließungen wegen des Coronavirus sollen die bayerischen Schüler in den kommenden Wochen von den Lehrkräften über Mebis mit Lernmaterial versorgt werden.

14:43

Gewerkschaft zum Lernen zu Hause: „Wir müssen es versuchen"

Arbeitsblätter per Mail, Arbeiten auf Online-Plattformen – für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind solche Wege angesichts der Schulschließungen nötig. „Wir wissen nicht, ob das funktioniert”, sagte die Vorsitzende der GEW Hessen, Maike Wiedwald, der Deutschen Presse-Agentur, „aber wir müssen es versuchen.” Es sei wichtig, über die Schließzeit Kontakt mit den Schülern zu halten und sie weiter lernen zu lassen.

„Vielleicht ist das auch eine Chance, selbstverantwortliches Lernen weiter zu üben”, sagte Wiedwald. Für den besten Weg hält er eine E-Mail an die Eltern mit Anhängen. Online-Plattformen findet sie „eher schwierig” – vor allem, weil es viele verschiedene gebe und nicht alle Eltern entsprechend ausgestattet seien.

„Ob die Kinder mitziehen, wissen wir alle nicht”, sagte die Biologie-Lehrerin. Für Lehrer gehe es darum, den Schülerinnen und Schülern motivierende Aufgaben zu stellen. „Aber auch die Eltern müssten in dieser Ausnahmesituation dazu beitragen, dass das Lernen zu Hause gelingt.”

14:08

Schülervertretung wünscht sich konkrete Vorgaben

Die hessische Schülervertretung begrüßt zwar die flächendeckenden Schulschließungen angesichts der vom Coronavirus ausgelösten Pandemie, aber sie hätte sich gewünscht, dass es mehr konkrete Vorgaben des Kultusministeriums zum Schulstoff geben würde, der in die Zeit der Schließungen fällt.

Die Schulen würden zwar Arbeitsaufträge erteilen, sagte Landesschulsprecher Paul Harder am Montag auf dpa-Anfrage, „das liegt allerdings in Hand der jeweiligen Schulen und dementsprechend muss beobachten werden, wie erfolgreich die Herangehensweisen der Schulen sind.”

Nach den Worten von Harder könnte ein hessenweites Schulportal vom Ministerium das Lernen in der Krisenzeit deutlich vereinfachen. „Genauso wie es ein deutlich digitalisierteres Bildungssystem und deutlich digitalisiertere Schulen getan hätten.”

14:00

Sachsen: FDP verlangt Sofortprogramm für E-Learning

Die sächsische FDP verlangt ein Sofortprogramm für E-Learning an Schulen im Land. Der Bedarf an E-Learning-Angeboten sei so groß wie nie zuvor, begründeten die Liberalen am Montag ihre Forderung vor dem Hintergrund des sich ausbreitenden Coronavirus. „Sachsen ist leider überhaupt nicht gerüstet für Lehren und Lernen ohne physische Präsenz im Klassenraum”, betonte FDP-Chef Frank Müller-Rosentritt.

E-Learning sei weit mehr, als ein PDF der Lehrinhalte im Netz abzulegen. „Was wir brauchen, ist ein umfassendes Angebot, dass auch in Zukunft funktioniert, im normalen Lehrbetrieb genauso wie im Krisenmodus,” erklärte Müller-Rosentritt. Das könnten die Lehrkräfte allein nicht leisten, deshalb müsse der Freistaat schnell und unkompliziert den Aufbau dieser Angebote unterstützen, zum Beispiel mit IT-Fachpersonal, Software und Anleitungen. Dann gebe es die Chance für den Bildungsbereich, gestärkt aus der Corona-Krise hervorzugehen.

12:57

Nordrhein-Westfalen: Digitaler Lernstoff nicht prüfungsrelevant

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat an die Schüler appelliert, bis zu den Osterferien zu Hause zu lernen – auch wenn der Unterrichtsstoff nicht prüfungsrelevant sei. Die 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sollten den roten Faden nicht verlieren und ihr Material freiwillig bearbeiten.

Zum Abitur sagte Gebauer: Die meisten Vor-Abiklausuren seien geschrieben, notfalls werde sie auf die Tage nach den Osterferien verlegt. „In dieser Woche werden keine Prüfungen mehr stattfinden.” Es sei eine Liste in Arbeit, wie man Unterrichtsmaterial auch etwa via App herunterladen könne. Schulen sollten ihre Schüler digital mit Aufgaben versorgen, sofern sie über die technischen Möglichkeiten verfügten.

12:36

Lehrerverband gibt Eltern Tipps

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands

Heinz-Peter Meidinger (Foto), Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sieht in den anstehenden Schulschließungen in Folge des Coronavirus eine „riesige Herausforderung” für Schulen und Eltern. Der Verband rät Eltern in einer Pressemitteilung, folgende Regeln zu beachten:

  1. Einigen Sie sich in der Familie mit Ihren Kindern auf einen geplanten, strukturierten Tagesablauf, in den auch Lern- und Arbeitsphasen gut integriert sind.
  2. Vereinbaren Sie klare Regeln zur Mediennutzung, wobei Sie als Eltern klar unterscheiden sollten zwischen der Arbeit mit dem PC und dem Spielen am PC.
  3. Helfen Sie Ihrem Kind bei der Bewältigung von Ängsten im Zusammenhang mit dieser Pandemie. Reden Sie mit Ihren Kindern über die zahlreichen Fake News, die dazu in den sozialen Netzwerken derzeit verbreitet werden.
  4. Vermeiden Sie das Aufkommen von Langeweile („drohender Lagerkoller“) zuhause. Halten Sie dazu auch analoge Materialien wie Bücher, Brett- und Kartenspiele sowie Malsachen bereit.
  5. Machen Sie Ihren Kindern klar, dass auch sie eine Verantwortung dafür tragen, dass sie ihre Mitmenschen vor Infektionen bewahren. Jugendliche sollten in den nächsten Wochen soziale Kontakte reduzieren.
12:20

Baden-Württembergs Schulen bekommen Zugang zu Lernplattform

Susanne Eisenmann bei einer Pressekonferenz

Vor der morgigen Schließung der Schulen in Baden-Württemberg in Folge des Coronavirus hat das Kultusministerium noch einige Hinweise gegeben. „Es hat heute kein regulärer Unterricht mehr stattgefunden, sondern die Schulen haben den Schülerinnen und Schülern Lernmaterialien und Anleitungen zum individuellen Lernen für die unterrichtsfreie Zeit gegeben. Gerade die Abschlussjahrgänge haben ein Recht auf wichtige Vorbereitungshinweise für die anstehenden Prüfungen“, erläuterte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU, Foto) in einer Mitteilung.

Die Schulschließungen bedeuteten keine Verlängerung der Osterferien. Schülerinnen und Schüler, die sich auf Abschlussprüfungen vorbereiten müssten, würden bei der Bearbeitung von Unterrichtsmaterialien von ihren Lehrkräften auch weiter unterstützt, so die Ministerin. Möglich seien dabei grundsätzlich alle Kommunikationswege, analog und digital.

„Insbesondere digitale Medien können dazu beitragen, ortsunabhängig zu kommunizieren, zu lernen und zu arbeiten. Aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation haben wir kurzfristig über das Wochenende die Möglichkeit geschaffen, allen Schulen im Land das Lernmanagementsystem moodle zur Verfügung zu stellen“, sagt Eisenmann. Das Angebot ist kostenfrei und sofort verfügbar. Selbstverständlich können die Schulen über die Nutzung von moodle hinaus auch über den Einsatz anderer digitaler Angebote eigenständig entscheiden.

11:36

Hamburgs Schulen erarbeiten Pläne für E-Learning

Für alle Daheimgebliebenen erarbeiteten die Schulen derzeit Pläne, wie diese mit Unterrichtsmaterial versorgt werden können. Wie sie dies konkret machen, sei aber den einzelnen Schulen überlassen, da diese sehr unterschiedlich ausgestattet seien, sagte Peter Albrecht, Sprecher der Hamburger Schulbehörde. Manche Schulen verfügten bereits über ein umfassendes E-Learning-System. „Da geht es sehr einfach. Es gibt aber auch Grundschulen, die haben noch nicht mal einen E-Mailverteiler der Eltern.” Dort werde teilweise in Turnhallen Unterrichtsmaterial zur Abholung bereitgestellt.

Behördensprecher Albrecht wies darauf hin, dass die Server derzeit überlastet sein könnten. Das System sei ja noch im Aufbau und könne in die Knie gehen, wenn gleichzeitig rund 260.000 Schüler und etwa 22.000 Lehrer darauf zugreifen würden. Trotz allem konnte Sprecher Albrecht der Lage auch etwas Gutes abgewinnen:

Das Positive der Krise ist, dass wir einen großen Schritt in der Digitalisierung vorankommen.

10:40

Bayern: Lernplattform Mebis wird von Hackern lahmgelegt

Eine Lehrerin sitzt im Anton-Bruckner-Gymnasium vor einem Computermonitor mit dem Programm «mebis – Landesmedienzentrum Bayern». Lehrkräfte können mit der Software Unterrichtsmaterialien hinterlegen, Lernaufgaben austauschen und Schülern Feedback geben. Wegen der Coronavirus-Krise sollen ab kommender Woche in Bayern Schulen und Kindergärten geschlossen werden.

Hacker haben am Montag die eigentlich für den Fernunterricht gedachte Online-Plattform Mebis lahmgelegt. Seit den frühen Morgenstunden seien die Server einer Attacke ausgesetzt, twitterten die Seitenbetreiber. Der Angriff erfolge durch Hunderttausende automatisierte Seitenaufrufe. Man arbeite daran, die Seite wieder zum Laufen zu bekommen, hieß es aus dem bayerischen Kultusministerium in München.

Während der Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie sollen die bayerischen Schüler in den kommenden Wochen von ihren Lehrern über Mebis mit Lernmaterial versorgt werden. Auch ein Archiv mit Prüfungsaufgaben, ein Informationsportal und rund 55.000 Medien können in dem virtuellen Klassenzimmer abgerufen werden.

10:30

Empfehlungen des Grundschulverbandes

ein Kind mit Buch

Der Grundschulverband hat in einer Mitteilung Empfehlungen dafür gegeben, wie Eltern ihre Kinder in der Zeit der Schulschließung beim Lernen unterstützen können. Maresi Lasssek, Vorsitzende des Grundschulverbandes, stellte darin fest: „Grundsätzlich muss bedacht sein, dass Eltern zu Hause nicht den Schulunterricht ersetzen oder simulieren können. Sie haben andere Beziehungen als Lehrkräfte zu den Kindern und sollten authentisch in ihrerRolle bleiben.”

Eltern könnten aber versuchen, aus der ungewohnten Situation das Beste für ihre Kinder zu machen, ohne eine „Ersatzlehrerfunktion” zu übernehmen. Jetzt sei zum Beispiel viel Zeit zum Lesen, außerdem könnten Eltern ihren Kindern Aufgaben zum Knobeln und Kopfrechnen stellen, und über Gesellschaftsspiele ließen sich gut Regelverhalten, soziale Fähigkeiten und Strategieentwicklung üben.

10:28

Sachsen-Anhalt: Wenig los an den Schulen

Viele Schüler und Eltern in Sachsen-Anhalt haben sich offenbar gut eingestellt auf die Schulschließungen. „An den Schulen ist ganz wenig los”, schilderte ein Sprecher des Bildungsministerium am Montag die ersten Rückmeldungen von Gymnasien und Sekundarschulen. In vielen Schulen sei niemand aufgetaucht. „Die Menschen gehen mit der Situation schon sehr verantwortungsvoll um.” In den kommenden Tagen werde das Ministerium eine genaue Abfrage starten, wie groß der Betreuungsbedarf ist. Seit Montag bis zu den Osterferien sind die Schulen und Kitas wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Sachsen-Anhalt geschlossen.

09:35

Elternsprecher: Eltern sind keine Lehrkräfte

Eltern stehen jetzt vor enormen Herausforderungen. Viele haben mit ihrem Arbeitgeber Home-Office vereinbart und fühlen sich jetzt auch noch dazu verpflichtet, während der Zeit der Schulschließung wegen des Coronavirus ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. Der Vorsitzende des Berliner Landeselternausschusses, Norman Heise, sagte in einem Interview mit dem Inforadio vom rbb, dass Online-Lehrangebote zwar in der Oberstufe funktionierten, aber in der Grundschule schwierig in der Umsetzung seien. „Nicht umsonst haben wir die Schule und Lehrkräfte, die professionell und pädagogisch Fragen beantworten können. Das haben wir bei den Eltern vielfach nicht”, so Heise. Schwierig sei außerdem die Bewertung des Online-Lernens. „Wir haben der Senatsverwaltung nahegelegt, darüber nachzudenken, wie sinnvoll, wie relevant es ist, das in die Betreuung einfließen zu lassen”, sagt Heise.

08:58

Verwaiste Schulen in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sind heute schon alle Schulen zu (Foto). Im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg hat am Montag zum vorerst letzten Mal vor der mehrwöchigen Zwangspause durch das Coronavirus der Unterricht in den Schulen begonnen. Kinder und Jugendlichen sollen nach Angaben des Kultusministeriums Hausaufgaben und wichtige Informationen abholen können. Anschließend heißt es: Schulen und Kitas dicht bis zum Ende der Osterferien – was trotz einer häufig eingerichteten Notbetreuung vor allem viele berufstätige Eltern vor Probleme stellen dürfte.

08:10

Bei der Notbetreuung wird es „ruckeln"

Die Bundesländer versuchen, Notbetreuungen in der Zeit der Schulschließungen wegen des Coronavirus auf die Beine zu stellen. Es geht dabei vor allem darum, dass Eltern in sogenannten kritischen Berufen wie Polizei, Feuerwehr, Krankenpflege oder Rettungsdienst weiterhin zur Arbeit gehen können. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy (Foto), warb um Verständnis für anfängliche Probleme in den Kommunen bei der Notbetreuung von Kindern, deren Eltern in „systemrelevanten Berufen” arbeiten. „In den ersten Tagen wird es hier sicher noch ruckeln. Denn wir müssen Bescheinigungen der Arbeitgeber für bestimmte Berufsgruppen erhalten, dass Eltern am Arbeitsplatz unbedingt gebraucht werden”, sagte Dedy der „Saarbrücker Zeitung”. Wichtig seien genaue Angaben der Länder zu den Berufen, damit die Kommunen einheitlich vorgehen könnten.

08:00

Schließungen betrifft Millionen Kinder

Wenn ab dieser Woche bis zum Ende der Osterferien, also bis Mitte oder Ende April, die Schulen wegen des Coronavirus geschlossen sind, werden von dieser Einschränkung Millionen Menschen betroffen sein. Deutschlandweit gibt es allein 2,8 Millionen Grundschüler, in Tageseinrichtungen und Horten werden 3,7 Millionen Kinder betreut. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Anspruch auf eine Notbetreuung für ihre Kinder haben Eltern aus „systemrelevanten” Berufen.

07:50

Berlin: Scheeres sichert Abschlussprüfungen zu

In einem Interview mit dem Inforadio des rbb hat Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD, Foto) zugesichert, dass in Berlin alle Abschlussprüfungen stattfinden können. Die Präsentationsprüfungen sollen wie geplant laufen. Die Prüfungen, die ab 21. April geplant waren, werden um zweieinhalb Wochen verschoben, weil ja nun der Vorbereitungsunterricht nicht in gewohnter Form stattfinden kann und die Schülerinnen und Schüler deshalb nicht gleich am zweiten Schultag nach den Osterferien, wenn nach jetzigem Stand der Unterricht wieder aufgenommen werden soll, eine Prüfungsarbeit schreiben sollen. Von der Verschiebung betroffen sind die Prüfungen in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache.

Auch das Abitur laufe wie geplant, versicherte die Bildungssenatorin gegenüber dem rbb. Hier sei die Bildungsverwaltung in enger Abstimmung mit dem Bildungsministerium in Brandenburg.

07:30

Die Lage an den Schulen am Montag

+++ Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, schließen die Schulen in dieser Woche bundesweit. Konkret ist geplant:

+++ In Baden-Württemberg sind die Schulen ab Dienstag geschlossen.

+++ In Bayern bleiben die Schulen ab Montag zu.

+++ In Berlin sind heute nur die Oberstufenzentren dicht, alle anderen Schulen werden ab Dienstag geschlossen.

+++ In Brandenburg sind die Schulen am Montag und Dienstag noch offen, die Schließung gilt ab Mittwoch.

+++ In Bremen bleiben die Schulen ab Montag zu.

+++ Hamburg hatte in den vergangenen zwei Wochen Frühjahrsferien und öffnet die Schulen heute erst gar nicht.

+++ In Hessen sind die Schulen ab Montag zu, es gibt nur noch eine Notbetreuung.

+++ Mecklenburg-Vorpommern schließt die Schulen ab Mittwoch, Montag und Dienstag sind „Übergangstage”.

+++ In Niedersachen gibt es ab Montag keinen Schulbetrieb mehr.

+++ Nordrhein-Westfalen schließt ab heute die Schulen. Am Montag und Dienstag sind die Lehrkräfte noch für die Betreuung da.

+++ In Rheinland-Pfalz werden die Schulen bereits heute umgesetzt.

+++ Auch in Saarland sind die Schulen ab Montag zu.

+++ Sachsen hebt die Schulpflicht ab heute auf. Im Laufe der Woche werden die Schulen geschlossen.

+++ Sachsen-Anhalt hat die Schulen ab heute geschlossen. Ab Mittwoch nur für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Beruf arbeiten.

+++ In Schleswig-Holstein sind die Schulen ab heute zu.

+++ In Thüringen sind die Schulen ab Dienstag flächendeckend geschlossen.