Umfrage des Monats : Corona-Krise: Sollte es Samstagsunterricht geben?

Um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern während der Corona-Pandemie Unterricht an der Schule anbieten zu können, gibt es den Vorschlag, den Samstagsunterricht wieder einzuführen. Das Schulportal fragt nach Ihrer Meinung. Halten Sie diesen Vorschlag für sinnvoll?

Florentine Anders / 11. Mai 2020 / 9 Kommentare
Eine Viertklässklerin auf dem Weg in die Schule
Durch die Abstandsregelung während der Corona-Pandemie können nicht alle Klassen gleichzeitig in die Schule kommen.
©Peter Kneffel/dpa

Seit einigen Tagen läuft der Präsenzunterricht an den Schulen wieder schrittweise an. Klar ist, dass durch die Abstandsregelung nicht alle Klassen gleichzeitig in der Schule sein können. Das heißt, Präsenzunterricht ist nur in Schichten und sehr eingeschränkt möglich. Und dieser eingeschränkte Schulbetrieb wird sich wohl auch nach den Sommerferien fortsetzen.

Um möglichst viele Schülerinnen und Schüler in der Schule unterrichten zu können, hat Karin Prien (CDU), Kultusministerin von Schleswig Holstein, den Samstagsunterricht als „denkbar“ bezeichnet. Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU zeigte sich in einem Interview im Magazin „Der Spiegel“ offen für diese Option.

Doch längst nicht alle sind begeistert von dieser Idee. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von Schleswig-Holstein, Astrid Henke, lehnte Samstagsunterricht entschieden ab, weil dieser klar zulasten der Lehrkräfte gehe.

Die Sechs-Tage-Woche an der Schule ist nicht neu. In der Bundesrepublik gab es den Samstagsunterricht an den staatlichen Schulen bis 1972, in der DDR wurde der Samstag als regulärer Schultag erst 1990 abgeschafft.

Uns interessiert Ihre Meinung. Was halten Sie von der Option, während der Corona-Krise auch Samstagsunterricht anzubieten?

Sind Sie für die Einführung des Samstagsunterrichts während der Corona-Pandemie?
Ihre Auswahl

9 Kommentare

Diskutieren Sie mit über diesen Artikel. Kommentieren

#9 – 20.05.2020 Christine L.

Unterrichts- und Lehrplan-Absicherung stehen weit vor einer neuen Lernkultur unter digitalen Vorzeichen

Bevor man überhaupt an Samstagsunterricht denkt, sollte endlich das Schulsystem überdacht werden. Was ist Bildung eigentlich? Wozu geht man in die Schule? Welchen Auftrag gibt es dort und welche Rolle spielen dort die SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern? Wir unterrichten wie zu Kaisers Zeiten. Viel zu wenige Schulen machen sich auf den Weg. Das Schulportal zeigt auf, was möglich wäre, die Kultusministerien, die Lehrerausbildung und der Wille nach Veränderung seitens der Regierenden hinkt massiv hinter her. Corona zeigt es uns wie durch ein Vergfößerungsglas. Unsere Kinder können zuhause kaum selbständig arbeiten, LehrerInnen produzieren Arbeitsblätter. Traurige Realität. Hier ein gute Beitrag vom Verein Eine Schule für Alle in Bayern e.V. Bayern erlaubt noch nicht einmal Gemeinschaftsschulen. Traurige Welt. https://www.eine-schule.de/blog/unterrichts-und-lehrplan-absicherung-stehen-weit-vor-einer-neuen-lernkultur-unter-digitalen-vorzeichen/
#8 – 19.05.2020 peter K.

ein Blick in die Vergangenheit

Da schreien viele Menschen nach mehr Unterricht in den Ferien, samstags ... Vielen von Ihnen ist wohl nicht (mehr) bewusst, dass bis zum Jahr (ich glaube es war) 1966 das Schuljahr mit den Osterferien endete. Nun hatte man den Wunsch, das Schuljahr mit den Sommerferien enden zu lassen und beschloss, zwei Kurzschuljahre einzuführen. Das erste Kurzschuljahr reichte von Ostern bis 30. November, das zweite Kurzschuljahr bis zu den Sommerferien. Somit waren diesen beiden Schuljahren insgesamt acht Monate Schule (abzüglich Ferien) ERSATZLOS verlorengegangen. Trotzdem haben die Schüler nach der üblichen Anzahl an Schuljahren (in diesem Falle eben acht Monate eher als sonst) ihren Abschluss gemacht, konnten danach eine Lehre antreten oder studieren. Gibt es also ein Problem? Die Schüler müssen nun selbstgetrieben arbeiten. ENDLICH!!! Sie erlangen damit eine wirkliche Kern-Kompetenz für ihren weiteren Lebensweg!
#7 – 19.05.2020 Gabi D.

Sommerferien kürzen

Samstagsunterricht finde ich nicht so gut. Ich finde es besser, wenn man die Sommerferien kuerzt und den wochenweise Unterricht weiterführt. Manchmal muss ein Thema erst richtig sitzen, bis die Schüler es alleine üben können. Es gibt ja eine Vielzahl von Fächern.
#6 – 18.05.2020 Andrea P.

Samstagsunterricht ist keine Option

Seit Jahren mache ich an unserer Schule sehr gerne und sehr erfolgreich Samstagsunterricht mit erwachsenen Schülern. Doch dies ist keine Lösung für alle Kollegen und Kolleginnen und schon gar nicht für alle Kinder und alle Familien. Das Wochenende als Familienzeit bietet für alle Akteure Erholung (ja auch Lehrer*innen müssen sich unbedingt erholen dürfen!) und eine sehr wichtige Lernzeit außerhalb des Lernorts Schule. Unabhängig von Noten und Leistungsmessungen kann hier intensiv so viel Wichtiges erfahren und gelernt werden. So lange die Schule sich hauptsächlich als Leistungsstandsinstitution versteht, ist diese Zeit des schulunabhängigen Lehrens und Lernens nicht zu schmälern. "Nur vom Messen wird das Wasser nicht wärmer" - das "Erwärmen des Wassers" wird oft als pädagogischen Auftrag nicht ausreichend geschätzt. Die Lust am Lehren und Lernen braucht keine Noten und keinen Samstagsunterricht, sondern ein Menschenbild, das dies ermöglicht (= Orientierungsqualität).
#5 – 18.05.2020 Andrea K.
Da leider nicht alles Schülerinnen und Schüler über neue Medien erreichbar sind, wäre der Samstagsunterricht ein guter Weg, die benachteiligten Schüler*innen mit besonderen Angeboten zu fördern und die Nachteile, egal ob schulisch oder familiär etwas auszugleichen.
#4 – 18.05.2020 Christa D.

Christa Derda

Ich denke das der Samstag und der Sonntag als Ruhe Tag für unsere Kuds bleiben sollte. Sie gehen jetzt zwar nur 1mal in der Wochen zur Schule lernen aber trotzdem jeden Tag zu Hause. Wir sollten den Kindern also auch mal etwas Ruhe gönnen.
#3 – 18.05.2020 Ursula R.

Akzeptable und schnelle Notlösung

Da der Samstagsunterricht ja nicht auf Dauer eingeführt werden soll, finde ich das einen akzeptablen Weg, um 6 Wochentage durch zwei zu teilen und z.B. mit Halbklassen gleich intensiv - mit reduzierter Unterrichtszeit und deutlich reduziertem Ansteckungsrisiko - sofort arbeiten zu können. Und das könnte sehr schnell an so gut wieder jeder Schule durchorganisiert werden. Es gibt ja auch Familien mit Kindern in verschiedenen Schulen! Wenn jede Schule einen anderen Weg geht, bricht das Familienmanagement zusammen. Andere Lösungen (Lehrpläne durchforsten und entschlacken, Unterrichtsformen verbessern, etc.) sind zwar eine sehr gute Idee, aber nicht schnell umzusetzen. Derzeit brauchen wir leider sehr schnelle (Not-)Lösungen, die ohne Konferenzen und ohne Lehrerweiterbildungen anlaufen können. Das ist das Merkmal von Krisenmanagement bei einer Pandemie: keine Vorlaufzeit für ordentliche "Reformen" vorhanden! Deshalb, und nur deshalb, bin ich für den Samstagsunterricht.
#2 – 11.05.2020 Thorsten K.

Qualität statt Quantität

Es gibt ein solch ungeheuer großes Potenzial an ungenutzten Zeitreserven in den Schulen, das zuvorderst angezapft werden sollte. Und so lange noch ein einziges Kind Langeweile und ein einziger Lehrer Frustration in sich erlebt, ist das so nicht erfolgt.
#1 – 11.05.2020 Julia T.

Julia Thomas

Das Wochenenden sollte auch weiterhin als wertvolle Familienzeit dienen sowohl für die Schüler als auch für die LehrerInnen, die auch Familien haben!!