Konzept

Digital arbeiten im Unterricht : Zwischen Chance und Herausforderung

An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamt­schule in Göttingen arbeiten alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8-13 mit ihrem eigenen Tablet. Durch ein fächer­über­greifendes Medien­konzept soll die Unterrichts­qualität verbessert und die Schule zukunfts­orientiert weiter­entwickelt werden.

13. Juli 2020
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Der Einsatz digitaler Medien ist im Schulprogramm der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamt­schule verankert und gehört zum täglichen Unterrichts­geschehen.

Das Konzept

Elternfinanzierte Tablets für alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8, eine verlässliche Administration der Schüler­geräte, Bildschirme in allen Räumen, ein flächen­deckendes Breit­band-WLAN und die Nutzung des Schul­servers iServ als zentrale Kommunikations­plattform – für die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule notwendige Innovationen, um im Unterricht den heutigen Bildungs­auftrag erfüllen zu können. Denn die Weiter­entwicklung des Unterrichts mit Hilfe digitaler Medien sollte aus Sicht der Schule der digitalen Entwicklung im gesellschaftlichen Umfeld und der Lebens­wirklichkeit der Schülerinnen und Schüler entsprechen.

Der Einsatz dieser Geräte lässt sich verantwortungs­bewusst nur dann recht­fertigen, wenn man den pädagogischen Mehrwert in jeder einzelnen Stunde versucht heraus­zu­kitzeln. Und nicht dabei stehen­bleibt, das Gerät einfach als Kopien-Einsparer zu benutzen.
Stefan Knapp, Stellvertretender Schulleiter

Der Gebrauch von Tablets und Smartphones gehört an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule zum täglichen Unterrichts­geschehen. Die schüler­eigenen iPads eröffnen im Sinne eines riesigen Werk­zeug­koffers vielfältige Möglichkeiten der Wissens­vermittlung und -aneignung und der Zusammen­arbeit im Klassen­verbund. Die Schülerinnen und Schüler können beispiels­weise über ihr eigenes Endgerät online recherchieren, über Apps wie Padlet die Ergebnisse ihrer Recherche inner­halb einer Gruppen­arbeit zusammen­tragen und direkt für die gesamte Klasse verfügbar machen, vernetzt und zeitgleich an einem gemeinsamen Dokument arbeiten oder über QR-Codes vertiefende Inhalte zusätzlich zu einem analogen Plakat bereit­stellen. Dabei eignen sich die Schülerinnen und Schüler neben einer selbst­ständigen und kooperativen Arbeits­weise unter­schiedliche Medien­kompetenzen an, wie beispiels­weise das Erstellen eigener Filme oder Quizzes, die Erschließung und Bewertung verschiedener Quellen oder die Dokumentation von Experimenten über Fotos und Notizen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die stetige Schulung der Lehrkräfte mit einer gezielten Weiter­gabe von Expertise in den Jahr­gangs­teams und Fach­konferenzen. So nimmt jedes Lehr­kräfte­team eines neuen 8. Jahr­gangs an einer zweitägigen Fortbildung teil, um grundsätzliche Bedienungs­elemente, Einstellungen und Anwendungen kennen­zu­lernen. Die Fortbildung wird von Medien­pädagoginnen und -pädagogen des Nieder­sächsischen Landes­instituts für schulische Qualitäts­entwicklung (NLQ) durch­geführt. Die in der Einführungs­phase der Tablets gemachten Erfahrungen werden innerhalb des Jahr­gangs­teams reflektiert. Dabei geht es vor allem um die Gestaltung der Einführung in den ersten Wochen, Regeln im Umgang und die Arbeit mit den Tablets im Unterricht. Neue Unterrichts­methoden und didaktische Über­legungen der Fachgruppen – sowie die in den Jahr­gängen erarbeiteten Regeln – werden in einer von der didaktischen Leitung organisierten Staffel­über­gabe systematisch weiter­gegeben. Jeder neue Jahr­gang kann so von den Erfahrungen des vorherigen profitieren. Darüber hinaus werden regelmäßig schulinterne Fortbildungen angeboten.

Unterrichtssituation
Elternfinanzierte Tablets für alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 8 sind zentraler Bestandteil des Medienkonzepts an der IGS Göttingen.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Tablet im Unterricht
Gruppenarbeit digital: Mit Hilfe ihrer Tablets können die Schülerinnen und Schüler vielfältige Informationen recherchieren und in gemeinsamen digitalen Dokumenten sammeln.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Tablet im Unterricht
Der Schulserver iServ wird verbindlich von allen Lehrkräften genutzt, unter anderem um Lernmaterial zur Verfügung zu stellen.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Videoanalyse im Sportunterricht
In jedem Raum der Schule steht eine Projektionsfläche für die Tablets zur Verfügung – so kann sogar die Theorie im Sportunterricht anhand eines Videos anschaulich präsentiert werden.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Tablet im Unterricht
Im Biologieunterricht werden die Tablets genutzt, um Versuchsabläufe zu dokumentieren und später individuelle Ergebnisse vor der Klasse zu präsentieren.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Umgang und bei der Arbeit mit den digitalen Endgeräten gelten verbindliche Regeln
Eine Checkliste zur Selbstkontrolle: Im Umgang und bei der Arbeit mit den digitalen Endgeräten gelten verbindliche Regeln.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Wir bedanken uns herzlich bei der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamt­schule.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie ermöglicht Hospitationen an Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises. Mehr Informationen zum Hospitationsprogramm finden Sie hier.