Konzept

Team-Kleingruppen-Modell : Schule in Team­strukturen denken und leben

An einer großen Gesamtschule in Göttingen arbeiten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern, in kleinen Einheiten zusammen. Eine von Vertrauen und Wohl­fühlen geprägte Atmos­phäre schafft die Voraus­setzungen, um effektiv zusammen­zu­arbeiten und erfolg­reich zu lernen.

13. Juni 2019

An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen ist die Arbeit in Teams organisiert.

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Das Konzept

An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen setzt man in jeder Hinsicht auf Team­arbeit: Alle Bereiche der Schule sind in verschiedenen Einheiten organisiert, die weit­gehend eigen­verantwortlich arbeiten. Die größten Einheiten sind die Jahr­gänge. In der Sekundar­stufe I bilden sie den räumlichen, personellen und organisatorischen Rahmen für jeweils rund 180 Schülerinnen und Schüler sowie 12 bis 15 Lehr­kräfte. Jeder Jahr­gang hat eigene Klassen-, Frei­arbeits-, Differenzierungs- und PC-Räume sowie Teamräume für das Lehr­personal. Ausgestattet mit eigenen Entscheidungs­kompetenzen hinsichtlich des Stunden- und Vertretungs­plans, der Schul­jahres­gestaltung und Anschaffungen funktioniert jeder Jahr­gang für sich als kleine Schule in der großen. Jährliche Wechsel von Raum und Personal gibt es nicht: Jede Stamm­gruppe bleibt die gesamte Zeit der Sekundar­stufe I in ihrem Raum.

Jeder Jahrgang in der Sekundarstufe I gliedert sich in sechs Stamm­gruppen mit je 30 Kindern, die sich wiederum aus jeweils fünf Tisch­gruppen zu je sechs Kindern zusammen­setzen. Jede Stamm­gruppe wird von einem Tutoren­team aus mindestens zwei, manchmal aber auch drei oder vier Lehr­kräften begleitet. Der Fach­unterricht im Jahr­gang wird weit­gehend durch die Lehrkräfte des Jahr­gangs­teams, zu dem immer auch Sozial­pädagoginnen und Förder­schul­lehrer gehören, erteilt. Ihre Fach­lehrerinnen und Tutoren behält eine Stamm­gruppe, wenn möglich, über die gesamte Zeit der Sekundar­stufe I. Auch in der Sekundar­stufe II gehören die Lehr­kräfte über­schaubaren und über mehrere Jahre beständigen Jahr­gangs­teams an.

Dadurch, dass wir im Team-Klein­gruppen-Modell organisiert sind, erlebe ich eine sehr hohe Identifikation mit dem, was wir tun, verbunden mit einer hohen Berufs­zufrieden­heit. Wir tragen das System alle gerne mit.
Simone Gebauer, Jahrgangs­leiterin in der Sekundar­stufe I und Lehrerin für Natur­wissenschaften, Biologie und Chemie

Die Tischgruppen werden so zusammen­gesetzt, dass die Anzahl von Mädchen und Jungen aus­gewogen ist und Schülerinnen und Schüler mit unter­schiedlichen Leistungs­niveaus zusammen­kommen. Geeignete Aufgaben­stellungen verbunden mit unter­schiedlichen Rollen dienen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler eng zusammen­arbeiten und sich gegen­seitig unter­stützen. So können die Leistungs­starken beispiels­weise in bestimmten Phasen des Unterrichts eine Tutoren­funktion über­nehmen und werden nicht dadurch aus­gebremst, dass deutlich schwächere Schülerinnen und Schüler mit am Tisch sitzen. Die Zusammen­setzung der Tisch­gruppen ändert sich etwa alle drei bis sechs Monate. Eine weitere Besonder­heit sind die Tisch­gruppen­eltern­abende: Zweimal pro Halbjahr lädt eine der Familien die Eltern und Kinder der Tisch­gruppe zu sich nach Hause ein. Auch das Tutoren­team ist mit dabei. In einem ritualisierten Verfahren stellen die Schülerinnen und Schüler vor, was sie in den vergangenen Monaten gemeinsam erarbeitet und gelernt haben. Anschließend tauschen sie sich darüber aus, wie sie die Zusammen­arbeit erleben. Danach wird der Tisch­gruppen­eltern­abend ohne die Schülerinnen und Schüler mit einem Gespräch zwischen den Eltern und Lehr­kräften fort­gesetzt.

Auch in anderen Bereichen wie Schul­leitung, Sozial­pädagogik, Verwaltung, Bibliothek, Haus­meister und Mensa hat sich die Schule in Teams organisiert.

Wir bedanken uns herzlich bei der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.