Konzept

Selbstlernzeit : Individuelles Lernen durch räumliche Vielfalt

An der Grundschule auf dem Süsteresch ist der Unterricht in eine „Selbstlernzeit“ und in eine „Trainings­zeit“ eingeteilt. In der einen Phase arbeiten die Kinder interessengeleitet und selbstständig in Lernateliers, in der anderen trainieren sie im Klassenraum gemeinsam vorgegebene Inhalte.

13. Juli 2018

In der Grundschule auf dem Süsteresch steht den Lernenden während der Selbst­lernzeit die ganze Schule zur Verfügung. Die thematischen Lernateliers sind Räume, die den individuellen Bedürfnissen der Kinder während des Schul­alltags Rechnung tragen.

Informationen zur Schule

  • Name: Grundschule auf dem Süsteresch
  • Schulform: Grundschule (offener Ganztag)
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 274
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 20
  • weiteres Personal: 19
  • Ansprechpersonen: Heinrich Brinker (Rektor/ Schulleiter)
  • Kontakt: Heinrich.Brinker@suesteresch.de
  • Schulpreis im Jahr: 2016
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Die Grundschule auf dem Süsteresch, im äußersten Südwesten Niedersachsens gelegen, versteht sich als eine Schule für alle – ungeachtet von Begabungen, Herkunft, oder Religion. Manche der Kinder erfassen den Stoff sehr schnell, andere benötigen mehr Zeit und Hilfe. Dennoch lernen alle gemeinsam und erfahren in ihren alters­homogenen Klassen, dass jede und jeder einzelne für die Gruppe bedeutsam ist.

Damit das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne sonder­pädagogischem Unter­stützungs­bedarf an der offenen Ganztags­grund­schule funktioniert, erfolgt der Unterricht binnen­differenziert, außerdem ist für einen ausgewogenen Wechsel von individualisierten und gemeinsamen Lern­situationen gesorgt. Allen Kindern wird Raum gegeben, um entsprechend ihrer individuellen Fähig­keiten, Neigungen und Interessen in ihrem eigenen Lern­tempo voranzuschreiten, Arbeits­inhalte mitzu­bestimmen und positive Lern­erfahrungen zu sammeln. Die angebotenen Arbeits­materialien ermöglichen unter­schiedliche Zugänge zu den Inhalten sowie verschiedene Anforderungs­niveaus.

Unsere Schülerinnen und Schüler bestimmen die Ausgestaltung ihres Lernprozesses mit. Dadurch erreichen wir eine hohe Akzeptanz – die Kinder lernen von sich heraus, sie fühlen sich als Teil ihrer eigenen Lernwelt.
Heinrich Brinker, Schulleiter

Der Tag am Süsteresch beginnt mit einem offenen Anfang zwischen 7:30 Uhr und 7:50 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler können sich entsprechend ihrer persönlichen Bedürfnisse auf den Schul­morgen einstimmen. Wer möchte, beginnt sofort mit seinem eigenen Lern­projekt. Wer noch keine Idee hat, kann sich von der Lehr­kraft beraten lassen. Auf den offenen Anfang folgt eine Selbst­lernzeit (SLZ) von 110 Minuten, während der die Kinder selbst­ständig arbeiten. Wie sie die Zeit nutzen, entscheiden sie selbst: Eine Geschichte schreiben oder einen Radio­beitrag aufzeichnen, am Computer arbeiten oder etwas konstruieren – die Möglich­keiten sind vielfältig. Um den individuellen Interessen gerecht zu werden, hat die Schule zusätzlich zu den Klassen­räumen verschiedene Lern­ateliers eingerichtet. Diese dienen auch dem jahr­gangs­über­greifenden Austausch, der Begegnung oder als Rückzugs­inseln. Insgesamt acht Lern­ateliers stehen zur Verfügung: Eine Bücherei, ein Forscher­labor, eine Druckerei, eine Küche, ein Musik- und Tanzraum, der Redaktions­raum des Schul­radios und ein Bau- und Konstruktions­raum zum „kooperativen Mathematisieren“. Der Licht­blick – ein von Fenstern umrahmter Multi­funktions­raum von 500 Quadratmetern Grundfläche – bildet das Herz der Schule und ermöglicht einen jahr­gangs­über­greifenden Austausch. Zusätzlich können kleinere Gruppen­räume, der Computer­raum, Flure und Klassen­räume von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Am Ende der Selbst­lern­zeit stellen jeweils zwei Kinder ihre Arbeits­ergebnisse in einem zwanzig­minütigen Präsentations­kreis vor. Diese Treffen sollen den Brücken­schlag zwischen Individualisierung und Gemeinschaftlichkeit sicher­stellen. Gleich­zeitig dienen sie dazu, die Lern­freude hoch­zuhalten, Ideen für neue Projekte zu finden sowie Leistungen zu würdigen. Wertschätzung und Arbeitshaltung sind zentrale Bausteine dieser Phase. Danach begeben sich alle Schülerinnen und Schüler in die zehn­minütige Hof­pause. Im Anschluss treffen sich alle Kinder und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule zu einer zehnminütigen Bewegungs­pause im Licht­blick, um dort zu einer, von wechselnden Schüler­gruppen vorbereiteten Choreo­graphie, gemeinsam zu tanzen.

Die Bewegungspause bietet die Möglichkeit, die Konzentration vor dem zweiten Arbeits­block noch einmal zu fokussieren. In der dann folgenden 40-minütigen Trainingszeit üben alle Kinder vorgegebene Inhalte wie z.B. das Einmaleins und Rechtschreibung oder bereiten sich auf anstehende Lernkontrollen vor. Anschließend erfolgt Unter­richt nach dem vorgegebenen Curriculum. Kinder mit Förder­bedarf erhalten parallel zur SLZ ein zusätzliches Training, das von Sonder­pädagoginnen und Grundschul­pädagogen im Team durchgeführt wird.

Wir bedanken uns herzlich bei der Grundschule auf dem Süsteresch.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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