Konzept

Neue Lernstrukturen : Raum und Zeit gestalten

Die Lehrkräfte der Montessori-Oberschule Potsdam beobachten das Verhalten der Kinder und Jugendlichen und schließen daraus auf deren Bedürfnisse in Unterricht und Schul­alltag. Dement­sprechend sind die Räume gestaltet, ausgestattet oder auch leer. Verschiedene Formen des gemeinsamen und individuellen Lernens werden so möglich.

27. Juli 2018

Vom Zeitraster zur eigenen Zeit, von Klassenräumen zu offen Räumen.

Informationen zur Schule

  • Name: Montessori Oberschule Potsdam
  • Schulform: Oberschule mit Primarstufe
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 480
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 45
  • Ansprechpersonen: Ulrike Kegler (Schulleiterin)
  • Kontakt: info@potsdam-montessori.de
  • Schulpreis im Jahr: 2007
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Das Konzept hat seine Grundlagen in der Pädagogik Maria Montessoris, das Kind bzw. den Jugendlichen als ganze Persönlich­keit mit allen Besonder­heiten wahr­zunehmen, zu respektieren und jedem das Lernen nach seiner Art zu ermöglichen. Dabei wird die Gemein­schaft, die für jeden wichtig ist, nicht aus dem Auge verloren.

Auf dieser Basis entwickelt die Montessori-Ober­schule Potsdam Konzepte für ihre Lern- und Pausen­räume, die an die Bedürfnisse jeder Alters­stufe angepasst sind. So lernen die Kinder der Grund­schule in Räumen mit Montessori-Materialien, die nach einem bestimmten Muster angeordnet sind. Dazu gehört der runde Teppich, auf dem gemeinsame Gespräche oder Darbietungen statt­finden und gearbeitet wird. Alle Arbeits­materialien haben ihren festen Platz und müssen nach Benutzung dorthin zurückgelegt werden. Die Flure und der Hof sind ebenfalls Arbeits­bereiche. Draußen bewegen sich die Kinder in natur­belassenem Terrain, beobachten, experimentieren, ruhen sich aus oder spielen. Sie kümmern sich um den Garten und pflegen die Tiere. Die Klassen­stufen 1 bis 3 halten sich ausschließlich auf dem Schul­gelände auf Die Klassen­stufen 4 bis 6 gehen auch auf Reisen inner­halb Branden­burgs oder in andere Bundes­länder.

Wenn man das Zeit-Raum-Konzept verändert, ändert man die ganze Schule. Das Klima verbessert sich und wir schaffen vollkommen neue, produktive Arbeits­zusammen­hänge.
Ulrike Kegler, Schulleiterin

Die 12- bis 14-Jährigen brauchen mehr Platz in ihren Räumen, die bewusst karg gestaltet sind, um Raum zu lassen für das, was von den Jugendlichen selbst entwickelt wird. Arbeits- und Dokumentations­flächen sowie Sitz­möbel sind flexibel einsetzbar. Die Hälfte der Zeit verbringen die Schülerinnen und Schüler auf dem Gelände der Jugendschule am Schlänitzsee, wo sie an konkreten Projekten in der Natur arbeiten.

Die 14 bis 16-Jährigen kehren in anregend gestaltete Räume zurück, in denen sie sich in kleineren Projekt­gruppen treffen und Platz ist für die Ausstellung der Arbeits­ergebnisse. Von hier aus starten die Jugendlichen in die nähere und fernere Umgebung – auch ins Aus­land –, um ihre Vorhaben zu realisieren.

Die Schule als eine Art osmotischer Raum: Kommen und Gehen, raus und wieder rein. Das gilt für die Schülerinnen und Schüler genauso wie für die Lehr­kräfte, Experten, Gäste und Eltern.

Das Konzept umfasst nicht nur die Komponente Raum, sondern auch die Komponente Zeit. In den Klassen­stufen 1 bis 6 haben die Kinder täglich bis 14:30 Uhr Unterricht, Haus­aufgaben gibt es nicht. Die Schüler­innen und Schüler haben jeden Morgen einen Drei-Stunden-Block zur individuellen Frei­arbeit zur Verfügung. In den sogenannten „Darbietungen“ erläutern die Lehr­kräfte einzelnen Kindern, Kleingruppen oder manchmal auch der ganzen Lern­gruppe neue Unterrichts­inhalte. Die älteren Schüler­innen und Schüler haben bis spätestens 15:30 Uhr Unterricht in 90-Minuten-Blöcken. Die Mittags­pause ist mit 85 Minuten relativ lang, um zu gewähr­leisten, dass jede Schülerin und jeder Schüler in Ruhe essen kann.

Wir bedanken uns herzlich bei der Montessori Oberschule Potsdam.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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