Konzept

Tragfähige Netzwerke : Netzwerke im digitalen Raum erweitern

Die intensive Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern war schon vor der Pandemie ein Grundpfeiler des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn. Doch wie lässt sich dieser Grundpfeiler in einem Lockdown aufrechterhalten? Die niedersächsische Schule schaffte es, ihre Netzwerke in den digitalen Raum zu übertragen und sogar zu erweitern. Inzwischen ist sie nicht nur im eigenen Umfeld, sondern auch überregional und sogar international vernetzt.

05. April 2021
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Das Konzept

Vernetzung ist am Evangelischen Gymnasium Nordhorn ein entscheidender Faktor bei der Umsetzung der vier Leitziele der Schule. Während der Corona-Pandemie wurde die Vernetzung vor Ort und im Umfeld weitgehend in den digitalen Raum verlagert. Die wichtigste Erfahrung formuliert Schulleiterin Gabriele Obst so: „Digitalisierung unterstützt die Vernetzung nicht nur – sie fördert sie sogar.“

In vier Feldern des Schullebens und Unterrichts zeigt die Schule, wie sie, zusammen mit außerschulischen Partnern, auch während der Pandemie ihren Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten bietet, Gemeinschaft zu erleben, kompetenzorientiert und individualisiert zu lernen und Verantwortung zu übernehmen:

Kompetenzen fördern

Die Förderung der Kompetenzen stand von Beginn der Pandemie an im Mittelpunkt. Für die interne Vernetzung wurde die bereits vorhandene gemeinsame Kommunikationsplattform weiter ausgebaut. Die Lehrkräfte hielten den Kontakt zu Schülerinnen und Schülern durch Videosprechstunden aufrecht. Ein zuvor bereits etabliertes Coaching-System, auch mit externen Partnern, wurde zu einer digitalen Lernbegleitung weiterentwickelt. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung und der Volkshochschule organisierte das Gymnasium eine Sommer- und eine Herbstschule in den Ferien. Die Universität Essen bildet ältere Schülerinnen und Schüler durch ein Coaching zu Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern für jüngere aus. Ein geplanter Hochschulbesuch im Rahmen der Studienorientierung wurde in den virtuellen Raum verlegt.

Gemeinschaft stärken

Wöchentliche Andachten fanden während der Schulschließungen digital statt. Zum Schuljahresende haben Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrkräften einen schulweiten Gottesdienst organisiert und als Video produziert. Ein neuer Instagram-Account der Schule soll die Gemeinschaft fördern. Um demokratische Mitbestimmung auch in der Krise aufrechtzuerhalten, hat die Schule unmittelbar im ersten Lockdown eine „Task-Force Corona“ ins Leben gerufen. Alle Gremien tagten digital, um zentrale Entscheidungen mit allen an Schule Beteiligten zu diskutieren. Das Sportfest feierte die Schule digital in Form von Challenges („Digitaler Pentathlon“). Nach dem ersten Lockdown, im Herbst 2020, startete das Gymnasium ein Projekt im Rahmen des Programms „Erasmus+“. Zusammen mit den Partnerschulen in Bulgarien, Lettland und Frankreich entwickeln Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler nun gemeinsame Zukunftsvisionen zu Zeit- und Raumkonzepten im Zeitalter des digitalen Wandels an Schulen.

Verantwortung übernehmen

Ein wichtiges Element des „Service Learnings“ am Evangelischen Gymnasium Nordhorn ist das „sozial-diakonische Praktikum“. Coronabedingt wurden alternative Angebote entwickelt, um das Praktikum weiter durchzuführen. Dadurch hat sich das Netzwerk ausgeweitet, und es haben sich neue Elemente des „Service Learnings“ entwickelt. Einige Schülerinnen und Schüler haben vor Altenheimen Balkonkonzerte gegeben, sie haben Weihnachtskarten und Adventspäckchen in Krankenhäusern und Pflegeheimen verteilt. Andere konnten als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter jüngere Schülerinnen und Schüler beim Homeschooling unterstützen. Und eine weitere Gruppe erledigte Einkäufe für Seniorinnen und Senioren. Außerdem hat die Schule die Kooperation mit dem Arbeitskreis Eine Weltausgeweitet, um gemeinsam eine digitale Schülerbegegnung mit Ghana auf die Beine zu stellen.

Individualität achten

Die Projekte des teilgebundenen Ganztags sind wichtige Elemente des interessengeleiteten Lernens an der Schule. Die Angebote werden zum großen Teil in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern durchgeführt. Die Schule entschied – trotz Lockdowns und Fernlernens –, auch das Ganztagsangebot aufrechtzuerhalten, und stellte es  auf „digitale Projektarbeit“ um. So konnte das gemeinschaftliche klassen- und jahrgangsübergreifende Arbeiten erhalten und sogar um überregionale Angebote mit besonderer Expertise ergänzt werden. In diesem Bereich können nun auch entfernte überregionale Partner einbezogen werden. Die Schule arbeitet jetzt zum Beispiel mit „Agvolution“, einem Start-up-Unternehmen in Göttingen für klimafreundliche Landwirtschaft, zusammen. Schülerinnen und Schüler betreuen für das Start-up Messstationen vor Ort und werten die Daten gemeinsam mit den Projektleitern aus. Auch das Studienpraktikum in der Sekundarstufe II konnte während der Pandemie erhalten bleiben, indem es mit den Hochschulen digital umgesetzt wird.

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Die Präsentation des Konzepts des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn beim Digitalen Impuls am 6. April 2021.

Das Evangelische Gymnasium Nordhorn ist Preisträger des Deutschen Schulpreises 20|21 Spezial. Mit dem Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung zukunftsweisende Konzepte aus, die Schulen in der Corona-Krise entwickelt oder weiterentwickelt haben und die das Potenzial haben, das Lernen und Lehren langfristig zu verbessern. Alle Konzepte der Bewerberschulen sehen Sie hier.