Konzept

Motivation durch Erfolg : Individualisiertes Lernen an der Förderschule

Die Schule am Voßbarg will ihre Schülerinnen und Schüler ganzheitlich fördern. Ein individualisierter Unterricht soll den Kindern und Jugendlichen dabei helfen, ihre Stärken zu entdecken, Vertrauen in die eigenen Fähig- und Fertigkeiten aufzubauen und Verantwortung zu über­nehmen.

27. Juni 2019

Durch Individualisierung des Unterrichts sollen die Schülerinnen und Schüler erfolg­reiches Lernen erfahren.

Informationen zur Schule

  • Name: Schule am Voßbarg
  • Ort: Rastede (Niedersachsen)
  • Schulform: Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen / Förderzentrum
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 75
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 31 Förder­schul­lehr­kräfte von denen jedoch drei Viertel regel­mäßig auch in anderen Schulen im Einsatz sind
  • Ansprechpersonen: Bernhard Schrape (Schulleiter)
  • Kontakt: schule.am.vossbarg@ewetel.net
  • Schulpreis im Jahr: 2008
  • Schul-Porträt: https://www.deutscher-schulpreis.de/preistraeger/schule-am-vossbarg-rastede

Das Konzept

Die Schule am Voßbarg ist eine Förderschule und gleich­zeitig Förder­zentrum für zwei Gemeinden im Landkreis Ammerland. Sie wird von Schülerinnen und Schülern mit den Förder­schwer­punkten Lernen, geistige Entwicklung sowie emotional/soziale Entwicklung besucht. Rund 90 Prozent schließen die Schule mit einem qualifizierten Haupt­schul­abschluss ab. Die Klassen bestehen aus 12 bis 16 Schülerinnen und Schülern, deren Lern­voraus­setzungen sehr heterogen sind.

Eine verlässliche und enge Bindung an die Klassen­leitung bildet die dem Alter und Entwicklungs­stand angemessene pädagogische Grund­lage. Lern­prozesse werden von den Lehr­kräften klein­schrittig und mit gezielter Unter­stützung durch pädagogische Assistenz­kräfte initiiert. Ein wichtiges Element sind dabei die Lern­tage­bücher, um die Mit­verantwortung der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Eltern für ihre Lern­prozesse zu fördern.

Ein wichtiger Bestandteil des individualisierten Unterrichts sind die sogenannten Lern­basen in den Klassen­stufen 8 und 9, die jeden Morgen für zwei bis drei Unterrichts­stunden in einem Englisch-, einem Deutsch- und einem Mathe­raum angeboten werden. In Absprache mit den Lehr­kräften entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst, wann sie dort wie viel Zeit mit welchem Fach verbringen möchten. So haben sie auch die Möglichkeit, sich über mehrere Tage nur einem Thema (zum Beispiel Bruch­rechnung) zu widmen, wenn es gerade ihr Bedarf ist. Der Unterricht in den Lern­basen erfolgt alters­gemischt und wird von drei Lehr­kräften durch­geführt. Außerdem entscheiden die Kinder, ob sie an ihren Arbeits­plänen an der „Lern­theke“ weiter­arbeiten möchten oder zu einer bestimmten Frage eine fachliche Beratung von einer Lehr­kraft benötigen.

Mit der Individualisierung des Unterrichts möchten wir möglichst allen Kindern die Möglichkeit geben, sich selbst erfolg­reich beim Lernen zu erleben, denn (Glück) Erfolg und Zufriedenheit sind ein wichtiger Faktor für erfolg­reiches Lernen.
Bernhard Schrape, Schulleiter

Ziel des Unterrichts in der Lernbasis ist es, die Mädchen und Jungen in ihrem eigen­ständigen Arbeiten zu fördern. Dazu dienen verschiedene Grundsätze, Strukturen und Rituale. So werden Themen­felder differenziert aufbereitet und es gibt Instrumente zur Selbst­kontrolle und Selbst­einschätzung, um individuelle Ziele und gemeinsame Vereinbarungen zu über­prüfen. Verbunden mit einer wöchentlichen schriftlichen Rück­meldung dienen diese Verfahren dazu, den eigenen Lern­prozess transparent zu machen, eigene Lern­ziele fest­zulegen, Erfolge nach­zu­voll­ziehen und ein eigenes Lern­tempo zu finden.

Zu Beginn jeder Woche planen die Schülerinnen und Schüler ihre Fach­raum­besuche und setzen sich in ihrem Arbeits­plan individuelle Ziele, die mit Hilfe von Rück­meldungen weiter­entwickelt werden. Am Ende jeder Lern­basis notieren sie ihre weiteren Arbeits­schritte für den nächsten Fach­raum­besuch. Mit einem gemeinsamen Einstieg zu Beginn jeder Lernbasis-Stunde können sich die Schülerinnen und Schüler zu einem vorgegeben Thema aus­tauschen, um danach in themen­spezifischen Gesprächen mit unter­schiedlichen Leistungs­niveaus gemäß ihren Interessen teil­zunehmen.

Das selbstständige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler ermöglicht der Lehr­kraft während des Unterrichts ausreichend Zeit für individuelle Beratung und Unter­stützung. Durch das klassen­über­greifende Arbeiten hat jeder und jede die Möglichkeit, sich selbst auch einmal in der Rolle erleben zu können, der oder die schon etwas kann und es anderen erklärt.

Wir bedanken uns herzlich bei der Schule am Voßbarg.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.