Konzept

Das „Sprachbad“ : Mit Immersion zur Bilingualität

Mithilfe der Immersions-Methode erlernen spanisch­sprachige Kinder der Deutschen Schule „Mariscal Braun“ in Bolivien die deutsche Sprache mühe­los und auf einem sehr hohen Niveau.

22. August 2019

Mit Immersion zur zweiten Muttersprache: An der Deutschen Schule in La Paz wird allen Kindern ein natürlicher Zugang zur deutschen Sprache ermöglicht.

Informationen zur Schule

Das Konzept

Die Deutsche Schule „Mariscal Braun“ hat mit der Immersion einen besonderen Weg gewählt, um ihren Schülerinnen und Schülern einen effektiven Zugang zur deutschen Sprache zu ermöglichen. Das Konzept sieht vor, dass mutter­sprachlich deutsche und mutter­sprachlich spanische Kinder in den Kinder­garten­gruppen und Grund­schul­klassen gemeinsam spielen und lernen.

Obwohl die deutschen Kinder mit einem Anteil von insgesamt rund fünf Prozent deutlich in der Minderheit sind, findet das tägliche Mit­einander im Kinder­garten und in den ersten vier Schul­jahren der Grund­schule fast aus­schließlich in deutscher Sprache statt. Dies bedeutet, dass die Erzieherinnen und Erzieher wie die Lehr­kräfte mit den Kindern ausschließlich Deutsch sprechen. Auch der Unterricht erfolgt in deutscher Sprache, außer in den Fächern Sport, Spanisch, Mathematik (ab Klasse 3) und Musik (ab Klasse 4). So erleben die Kinder von Beginn an die deutsche Sprache als ihre Kommunikations­basis, die sie sich ungezwungen nach dem Sprach­vorbild der Lehrkräfte aneignen. Dies führt zu einem intuitiven Sprach­gebrauch der Kinder. Die Hemm­schwelle, die ihnen fremde Sprache einzusetzen, sinkt deutlich. Gleich­zeitig kann sich jedes Kind das Deutsche in seinem eigenen Lern­tempo aneignen.

Ich bin sehr stolz auf meine Kleinen und staune jeden Tag, was sie können. Wenn die Kinder anfangen, deutsche Sätze zu sprechen, dann ist das einfach super schön. Deswegen macht mir die Arbeit auch so viel Freude.
Florian Straub, Erzieher im Kindergarten der „Mariscal Braun“

Im Immersionsunterricht wird vor allem die produktive Sprach­fertig­keit erhöht, denn die Fähigkeit zu kommunizieren ist zunächst wichtiger ist als die sprachliche Richtigkeit. Durch die Ausdehnung des Sprach­lernens auf weitere Fächer nutzen die Schülerinnen und Schüler in möglichst vielen Unterrichts­stunden die deutsche Sprache und können ihren Wort­schatz kontinuierlich erweitern. Anders als im klassischen Fremd­sprachen­unterricht können die Kinder den neu erworbenen Wortschatz sowie neue Wort- und Satz­strukturen täglich umfänglich in ihrem Schul­all­tag einsetzen und dabei üben, variieren und erweitern.

Um den verschiedenen Sprachfähigkeiten aller Kinder gerecht zu werden, bedarf es einer Vielfalt an Methoden sowie zusätzlicher Materialien in Ergänzung der Lehrwerke. Die Lehrkräfte arbeiten eng in Jahr­gangs­teams zusammen, um die schulinternen Material­sammlungen und Hand­reichungen für jedes neue Schul­jahr zu erweitern bzw. zu über­arbeiten und den Unterricht gemeinsam zu planen. Eine Stunde pro Woche erfolgt der Unterricht in Tandem-Besetzung mit dem Ziel, sich den einzelnen Schülerinnen und Schülern in besonderer Weise zu widmen. Dazu gehören auch binnen­differenzierende Angebote für Schülerinnen und Schüler mit deutsch­sprachigem Hinter­grund.

Wir bedanken uns herzlich bei der Deutschen Schule „Mariscal Braun“ in La Paz.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.