Konzept

Selbstorganisiertes Lernen : Lernplan, Lernbüro und Logbuch im virtuellen Raum

Der Städtischen Gesamtschule Münster-Mitte gelang es im ersten Lockdown, ihr Konzept des eigen­verantwortlichen Lernens in den digitalen Raum zu über­führen und dort weiter­zu­entwickeln. Wichtige Bausteine sind die individuellen Lernpläne, Logbücher und Lernbüros. Die Schule hat sich auf ein einheitliches Vorgehen im Distanz­unterricht und im Wechsel­unterricht verständigt. Dadurch verändert sich das Lernen an der Schule auch lang­fristig.

19. April 2021
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Das Konzept

Mit ihrem Konzept des selbstgesteuerten Lernens konnte die Städtische Gesamtschule Münster-Mitte im Distanz­unterricht auf eine gute Basis zurück­greifen, denn alle Unterrichts­materialien sind seit Jahren gemeinsam von den Lehr­kräften differenziert erstellt und digital verfügbar. Eine Basis, die allerdings an eine völlig neue Situation angepasst werden musste.

Im Lockdown entschied die Schule, die vorhandene Tages­struktur auch im Distanz­lernen auf­recht­zu­erhalten. Dazu gehören virtuelle Klassen­rats­stunden, in denen die Woche geplant und besprochen wird, Unterrichts­stunden in Form von Video­konferenzen und freie Lernzeiten in digitalen Lernbüros.

Lernpläne:

In individuellen Lern- und Projektplänen werden für jede Schülerin und für jeden Schüler Wochen­ziele vereinbart und Arbeits­prozesse strukturiert. Die Pläne sind so angelegt, dass die Schülerinnen und Schüler nach gemeinsamen Ein­führungs­stunden selbst­ständig an den Zielen arbeiten können. Die Lehrkräfte laden die Lernpläne und Aufgaben in die Aufgaben­module der Lern­plattform hoch. Durch Erklär­videos und andere unter­stützende Module können die Inhalte vertieft werden. Mit Hilfe der digital eingestellten Lösungen in den Lernplänen können die Schülerinnen und Schüler sich selbst überprüfen.

Lernbüros:

In den Lernbüros arbeiten die Schülerinnen und Schüler selbst­ständig an ihren Lern­plänen, in Räumen, wo auch eine Fach­lehr­kraft ansprechbar ist. Im Lockdown steht in den Lernbüro-Zeiten für das freie Arbeiten nun digital eine Lehrkraft bereit, die bei Bedarf Fragen beantworten kann; gleich­zeitig können sich die Schülerinnen und Schüler über die Aufgaben austauschen. Alle Klassen und Vierer-Tisch­gruppen, in denen die Kinder oft gemeinsam arbeiten, erhalten eigene Video-Chatgruppen. Die gewohnten kooperativen Arbeits­formen finden nun in digitalen Breakout-Sessions, in denen sich Kleingruppen zusammen­finden, statt. Zu ihren Arbeits­ergebnissen erhalten sie von der Lehrkraft ein lern­förderliches Feedback über verschiedene Kommunikations­kanäle.

Logbücher:

In ihren persönlichen Logbüchern tragen die Schülerinnen und Schüler täglich ein, was sie in welchem Fach gelernt haben und was sie sich als nächstes vornehmen. Während der Corona-Pandemie wurde das Logbuch als Reflexions-, Dokumentations- und Planungs­instrument in ein digitales Format über­tragen. Was zunächst als eine Struktur­hilfe für das Lernen in der Schule gedacht war, musste nun erweitert und angepasst werden, so dass es auch außerhalb der Schule als sinnvolles Instrument des selbst­gesteuerten Lernens erfahr­bar wird. Über das Logbuch erhalten die Schülerinnen und Schüler in den normalen Präsenz­zeiten auch Feedback durch das Klassen­team. Im Lockdown ersetzten virtuelle Klassen­rats­stunden das gewohnte Peer-Feedback der Mitschülerinnen und Mitschüler.

Der Transfer der drei Säulen in den digitalen Raum wurde durch externe und interne Fortbildungen für das Kollegium begleitet. Die Schule erstellt für die Lernenden und für die Lehr­kräfte Checklisten für den Distanz­unterricht oder Tipps für Video­konferenzen.

Nicht alle Schülerinnen und Schüler können den Transfer der gewohnten Lernprozesse in den Distanz­unterricht ohne Schwierigkeiten leisten, das ergibt sich schon aus der großen Hetero­genität der Schülerschaft. Besonderes Augenmerk legt die Schule auf Kinder und Jugendliche, die wenig oder gar keine Unterstützung zu Hause bekommen. Die multi­professionellen Teams bieten technischen Support, Hilfe bei der Strukturierung des Lern­prozesses oder bei Motivations­problemen. Wer mit der Situation nicht zurecht­kommt, kann auch in der Schule begleitet werden. Dafür wurden Einzel­arbeitsplätze (study halls) eingerichtet.

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Präsentation des Konzepts beim Digitalen Impuls der Deutschen Schulakademie vom 20. April 2021

Die Städtische Gesamtschule Münster-Mitte ist Preisträger des Deutschen Schulpreises 20|21 Spezial. Mit dem Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung zukunftsweisende Konzepte aus, die Schulen in der Corona-Krise entwickelt oder weiterentwickelt haben und die das Potenzial haben, das Lernen und Lehren langfristig zu verbessern. Alle Konzepte der Bewerberschulen sehen Sie hier.