Konzept

Lernentwicklungsberichte : Leistungsbewertung im Dialog

Anders als Ziffernzeugnisse oder Kompetenz­raster bieten individuelle Lern­entwicklungs­berichte eine konkurrenz­arme, lern­diagnostische und informationsreiche Leistungs­bewertung.

19. April 2018

Bei den Lernentwicklungsberichten geht es unter anderem um die Einbeziehung der Lernenden bei der Erarbeitung von Transparenz in Bezug auf Zielhorizonte, Überprüfungsverfahren und Beurteilungskriterien.

Informationen zur Schule

  • Name: IGS Franzsches Feld (IGS:FF)
  • Schulform: Integrierte Gesamtschule
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 850
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 96
  • Weiteres Personal: 7
  • Ansprechperson: Andreas Meisner (Schulleiter)
  • Kontakt: igsff@braunschweig.de
  • Schulpreis im Jahr: 2006
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

An der Integrierten Gesamtschule Franzsches Feld (IG:FF) in Braunschweig erhalten die Schülerinnen und Schüler statt eines klassischen Zeugnisses einen Lernentwicklungsbericht (LEB) und damit eine individuelle, differenzierte Lernrückmeldung in motivierender Form. Die Kinder und Jugendlichen sollen durch die LEB gestärkt werden, indem sie erfahren, dass sie in ihrer individuellen Lern- und Persönlichkeitsentwicklung akzeptiert sind.

Im Unterschied zu Ziffernzeugnissen oder Kompetenzrastern werden in einem Lernentwicklungsbericht keine Lernstände, sondern Lernentwicklungen beschrieben. Es geht also nicht um die Frage „Wo steht die Schülerin oder der Schüler gerade hinsichtlich bestimmter Lernziele?“, sondern darum, wie er bzw. sie sich entwickelt hat. So ermöglichen die Lernentwicklungsberichte eine differenzierte Rückmeldung und dienen zugleich als Dokumentation für die persönliche Entwicklung der einzelnen Schülerin und des Schülers.

Wenn ich meinen Schülerinnen und Schülern beschreibend zurückmelde, wie ich sie im Unterricht beobachte, sagt ihnen das mehr als jede Note. Mich selbst macht es auch zufriedener, denn ich merke, welche positiven Auswirkungen die Entwicklungsberichte haben.
Ritva Bock, Didaktische Leiterin an der IG:FF

Die LEB gliedern sich in drei Teile: Die Fachrückmeldungen, den Schülerinnen- und Schülerbrief und den Tutorinnen- und Tutorenbrief. Die Fachrückmeldungen werden von Lehrkräften verfasst und beschreiben den individuellen Lernfortschritt einer Schülerin oder eines Schülers in einem Fach. Die Lehrerinnen und Lehrer machen Vorschläge und geben Empfehlungen zur künftigen Arbeit und zu bestimmten Verhaltensweisen. Die Fachrückmeldungen dienen als Grundlage für die sich daran anschließenden Lernentwicklungsgespräche.

Die Briefe der Schülerinnen und Schüler sowie der Tutorinnen und Tutoren (Klassenlehrkräfte) sind ebenfalls Bestandteil des Zeugnisses. Die Briefe der Tutorinnen und Tutoren beschreiben das individuelle Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten über die Fachgrenzen hinweg. Dabei geht es um den einzelnen Schüler und die einzelne Schülerin, aber auch um die Lerngruppe insgesamt. Mit dem Schülerinnen- und Schülerbrief erhalten die Kinder und Jugendlichen ihrerseits die Möglichkeit, den Verlauf des Schulhalbjahres zu reflektieren. Es steht ihnen z.B. frei, darin den Brief der Tutorinnen und Tutoren zu kommentieren, Kritik zu äußern oder Wünsche zu artikulieren.

Die Tutorinnen- und Tutorenbriefe können die Inhalte der Briefe der Fachlehrkräfte noch einmal zusammenfassen. Zusätzlich beziehen sie sich auf besondere Themen. So liegt der Schwerpunkt in den Klassen fünf und sechs auf dem Ankommen und Einfinden in der neuen Schule. In den Klassen sieben und acht nehmen die Beurteilungen in den LEB dann bereits stärker Bezug auf die geltenden Lernstandards. Erst in den Klassen neun und zehn erhalten die Lernenden klassische Ziffernzeugnisse. Der Tutorinnen- und Tutorenbrief sowie der Schülerinnen- und Schülerbrief werden jedoch beibehalten; zudem ergänzen und kommentieren kurze Rückmeldungen der Fachlehrkräfte die Zeugnisnoten.

Wir bedanken uns herzlich bei der IGS Franzsches Feld.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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