Konzept

Digitale Lösungen : Lernen mit dem digitalen Werkzeugkasten

Schon seit 2018 nutzt die Integrierte Gesamtschule Lengede in Niedersachsen eine digitale Lernumgebung im Unterricht. In der Corona-Pandemie hat die Schule das Konzept ihres Digitalunterrichts für das Distanzlernen weiterentwickelt und das eigenverantwortliche Lernen der Schülerinnen und Schüler gestärkt.

03. Mai 2021 Aktualisiert am 28. Juli 2021
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Das Konzept

Schon vor den Schulschließungen im März 2020 hat die IGS Lengede eine schulinterne digitale Lernumgebung etabliert und seit 2018 dazu ein Konzept entwickelt. In den Jahrgängen 5 bis 10 werden alle Arbeitspläne für das eigenverantwortliche Lernen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre im Lernmanagementsystem abgebildet. Eigenverantwortliches Lernen war auch schon vor der Corona-Pandemie fester Bestandteil des Unterrichtstages. Dieses Konzept sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler mindestens eine Stunde am Tag selbstständig an ihren Lernplänen arbeiten.
Die Schule arbeitet auf der Basis von BYOD (bring your own device), das heißt, die Schülerinnen und Schüler bringen ihre eigenen Notebooks oder Tablets mit in die Schule. Die Beschaffung der Geräte haben die meisten Eltern übernommen. Für Familien, die nicht die entsprechenden Mittel hatten, hat sich die Schule um entsprechende Spenden bemüht.

Erklärvideos für den Umgang mit der digitalen Lernumgebung

Mit der Schulschließung im März 2020 fand die Kommunikation vor allem über die Nachrichtenfunktion des Lernmanagementsystems „itslearning“ statt. Täglich hat die Schulleitung dort Textnachrichten, Video-Beiträge oder Podcasts eingestellt, um über relevante Themen und Ereignisse zu informieren. Dafür hat sie den Kanal „Vom Schreibtisch der Schulleitung“ etabliert. Zunächst musste sichergestellt werden, dass alle Schülerinnen und Schüler tatsächlich mit allen Funktionen des Lernmanagementsystems und der schuleigenen digitalen Lernumgebung vertraut sind. Dafür gab es entsprechende Übungen und Erklärvideos. Außerdem mussten die Schülerinnen und Schüler sich jeden Tag auf dem Kanal als „anwesend“ melden und die Kenntnisnahme der Informationen bestätigen. So konnte die Schule sicherstellen, dass niemand „abtaucht“. Die wenigen Familien, die zu Hause keinen Internet-Zugang hatten, bekamen von der Schule Unterstützung bei der Beantragung einer Internetleitung und eines WLAN-Routers.

Digitale Kompetenzen fördern und Unterrichtsqualität steigern

Ziel der IGS Lengede im Distanzunterricht war es, die digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler weiter zu fördern und gleichzeitig die Unterrichtsqualität zu steigern. Basis dafür war ein digitaler Werkzeugkasten, den die Schule bereits 2018 mit der Etablierung der digitalen Lernumgebung „L3KIDS“ (Lengeder Lehr-, Lern-, Kollaborations-, Informations- und Dokumentenmanagementsystem) mit zehn Thesen zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht „gefüllt“ hat. Die Schule orientierte sich dabei am Strategiepapier der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ von 2016. Wichtige Punkte dabei sind unter anderem, Schülerinnen und Schülern individuell abgestimmte Herausforderungen zu geben, Lehrkräften eine größere methodische Vielfalt und mehr Zeit für die Lernbegleitung zu ermöglichen, digitale Kompetenzen und das kollaborative Arbeiten im digitalen Raum zu fördern und Unterrichtsprozesse effizienter zu gestalten.
Damit der Transfer des digitalen Lernkonzepts in den Distanzunterricht gelingt, hat
das Kollegium zu Beginn der Schulschließungen einen verbindlichen Rahmen für Lernprozesse im Distanzunterricht geschaffen.

Wir konnten unser System einem Stresstest unterziehen und durften feststellen, dass die aufgebaute digitale Umgebung geeignet ist, unsere Ziele im Hinblick auf eine systematische Differenzierung, eine Stärkung der Lernverbindlichkeit und die Verantwortungsübernahme zu unterstützen.
Schulleiter Jan-Peter Braun

Je nach Unterrichtsgegenstand haben die Lehrerinnen und Lehrer auf digitale Instrumente zurückgegriffen, die synchrone und asynchrone Unterrichtsverläufe ermöglichen. Die Unterrichtsinhalte haben sie in die „itslearning“-Kursräume eingestellt und den Schülerinnen und Schülern wöchentlich ein Feedback zu den Ergebnissen der Lernaufgaben gegeben.
Vereinbart wurde im Kollegium außerdem ein Differenzierungskonzept für die Aufgabenformate. Dabei wurden drei Niveaus berücksichtigt, zusätzlich gab es für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf weitere Abstufungen.
„Wir konnten, wenn auch ungewollt, unser System einem Stresstest unterziehen und durften feststellen, dass die aufgebaute digitale Umgebung geeignet ist, unsere Ziele im Hinblick auf eine systematische Differenzierung, eine Stärkung der Lernverbindlichkeit und die Verantwortungsübernahme zu unterstützen“, sagt der Schulleiter Jan-Peter Braun.
Der digitale Werkzeugkasten wird seit Beginn der Schulschließungen nicht nur für die pädagogische Arbeit, sondern auch für schuladministrative Aufgaben genutzt. Vor allem über die Cloudlösung Nextcloud mit ihren diversen Apps ist die Organisation und kollaborative Arbeit der Gremien im digitalen Raum datenschutzkonform möglich. Die verschiedenen Teams können zum Beispiel Aufgaben gemeinsam planen und dokumentieren.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema

Im Forschungsmonitor Schule werden wissenschaftliche Studien für Schulpraktikerinnen und Schulpraktiker knapp zusammengefasst und kommentiert.

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Präsentation des Konzepts beim Digitalen Impuls der Deutschen Schulakademie

Die IGS Lengede ist Preisträger des Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial. Mit dem Deutschen Schulpreises 20|21 Spezial zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung zukunftsweisende Konzepte aus, die Schulen in der Corona-Krise entwickelt oder weiterentwickelt haben und die das Potenzial haben, das Lernen und Lehren langfristig zu verbessern. Alle Konzepte der Bewerberschulen sehen Sie hier.