Konzept

Teamarbeit im Kollegium : Gemeinsam Unterricht entwickeln

Teamteaching, gegenseitige Hospitationen und die Präsentation selbst entwickelter Lern­materialien gehören an der Sophie-Scholl-Schule in Oberjoch für Lehr­kräfte zum Arbeits­alltag. In Rollen­spielen nehmen sie außerdem die Perspektiven von Lernenden und Eltern ein und üben auf diese Weise eine konstruktive Kommunikations- und Konfliktlösung.

02. Mai 2018

An der Sophie-Scholl-Schule präsentieren sich Kolleginnen und Kollegen regelmäßig gegenseitig ihre selbst erstellten Lernmaterialien, was die Kreativität aller anregt und oft zu dem Wunsch führt, auch die eigenen Themenportfolios weiterzuentwickeln.

Informationen zur Schule

  • Name: Sophie-Scholl-Schule an der Alpenklinik Santa Maria
  • Schulform: Förderschule (Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) und Schule für Kranke (alle Schularten)
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: ca. 150
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 11
  • Ansprechperson: Christian Stähler (Gymnasiallehrer)
  • Kontakt: schule@santa-maria.de
  • Schulpreis im Jahr: 2010
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Die Sophie-Scholl-Schule ist Teil der Alpenklinik Santa Maria und liegt auf 1200 Metern Höhe in Oberjoch im Allgäu. Sie wird von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen besucht, die sich aufgrund von Allergien, Asthma oder anderen Beschwerden für etwa sechs bis acht Wochen in der Klinik aufhalten. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus verschiedenen Bundesländern und verschiedenen Schulformen. Aufgabe des Kollegiums ist es, diese heterogene Gruppe zu unterrichten und durch Individuelle Lernarrangements mit vielfältigen gemeinsamen Arbeitsphasen gelingendes Lernen für alle zu gestalten.

Veränderung beginnt immer im Lehrerzimmer. Will ich Schule anders gestalten, muss ich also bei mir selbst anfangen.
Andrea Rahm, Schulleiterin

Für die Schulleitung und das Kollegium der Sophie-Scholl-Schule sind die Steigerung der Unterrichtsqualität, die persönliche Weiterentwicklung jeder einzelnen Lehrkraft, die professionelle Organisationsentwicklung und die Herausbildung eines starken „Wir-Gefühls“ wichtige Bestandteile der Schulentwicklung. Diese kann aus ihrer Sicht jedoch nur gelingen, wenn die kollegiale Zusammenarbeit höchste Priorität erhält. Die Schulleitung steuert diese Teamarbeit und nutzt dazu bestimmte Instrumente. Dazu zählen Mitarbeitergespräche, regelmäßige Präsentationen, das Vorstellen von Arbeitsergebnissen sowie die Dokumentation von Schulentwicklungsprozessen, aber auch Aufgaben im Schulleben wie den interaktiven Lehrerzimmerdienst. Daneben gibt es feste Strukturen wie die Arbeit in Kleinteams, schulinterne Fortbildungen und Schulentwicklungsnachmittage, sowie Lernangebote bestehend aus Fortbildungen und aus individuellen Aufgaben, damit Umfang und Intensität der kollegialen Zusammenarbeit nicht allein von der Motivation einzelner Lehrkräfte abhängen.

Die Lehrpersonen unterstützen sich durch Teamteaching, gegenseitige Hospitationen sowie regelmäßige Berichte aus ihren Lerngruppen vor dem Kollegium. Außerdem präsentieren sie sich gegenseitig ihre selbst erstellten Lernmaterialien, was die Kreativität aller anregt und oft zu dem Wunsch führt, auch die eigenen Themenportfolios weiterzuentwickeln. Darüber hinaus gibt es fest verankerte Formen der Zusammenarbeit wie den SENAT (Schulentwicklungsnachmittag), der wöchentlich an einem Nachmittag stattfindet. Dabei kann es sich um eine schulinterne Fortbildung handeln, um eine kollegiale Beratung, um die gemeinsame Arbeit an einem bestimmten Thema oder an einer konstruktiven Kommunikations- und Konfliktkultur. Ein weiteres Format ist das wöchentliche AIT (Arbeit im Team), bei der an dem Verfassen von Konzepten und an der Herstellung von lerngruppen-übergreifend genutzten Themenräumen wie dem Regenwaldzimmer oder der Gestaltung von individuellen Lernarrangements gearbeitet wird.

Die Kommunikation innerhalb des Vierecks Schülerschaft – Erziehungsberechtigte – Heimatschulen – Lehrpersonen ist keineswegs immer konfliktfrei. Um schwierige, im Alltag häufig auftauchende Situationen besser meistern zu können, hat die Sophie-Scholl-Schule ein besonderes Format entwickelt, das intern „heißer Stuhl“ genannt wird. Mit Hilfe von ausführlich ausformulierten Situationsbeschreibungen wird das Kollegium eingeladen, Gesprächssituationen nachzustellen, wie sie im Schulalltag immer wieder vorkommen können. Das angeleitete Eintauchen in die konkrete Situation ermöglicht es, die Professionalität in solchen Situationen zu optimieren. Bei der Durchführung werden die Rolle der Lehrkraft und ihre Verhaltensweisen kritisch beleuchtet und hinterfragt. Das gesamte Kollegium setzt sich ein und wirkt entweder durch eigenes Agieren oder durch unterstützende Beiträge bei den Kommunikationsübungen mit. Ein anderes Setting ist die kollegiale Fallberatung, bei der konkrete Konfliktfälle besprochen werden. Sie dient ebenfalls dazu, das genaue Hinsehen, die Perspektivübernahme und das Erkennen der zugrunde liegenden Thematik einer Situation zu erfassen.

Wir bedanken uns herzlich bei der Sophie-Scholl-Schule.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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