Konzept

Jahrgangsgemischtes Lernen : Miteinander und voneinander lernen

An der Jenaplan-Schule in Jena lernen Schülerinnen und Schüler bis in die Oberstufe hinein in jahrgangsgemischten Gruppen.

11. April 2019
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An der Jenaplan-Schule in Jena ist der Unterricht jahrgangsübergreifend organisiert.

Das Konzept

Die Jenaplan-Schule (JPS) ist eine Thüringer Gemein­schafts­schule (TGS) mit einem Bildungs­angebot für Kinder vom Kinder­garten­alter bis zum Abitur. Ihr Schul­programm ist vor allem – aber nicht ausschließlich – an den Ideen des Reform­pädagogen Peter Petersen orientiert, dessen Konzept unter anderem eine Alters­mischung vorsieht.

Der Unterricht an der JPS ist jahr­gangs­über­greifend organisiert. Schülerinnen und Schüler der Stufen eins bis drei, vier bis sechs und sieben bis neun lernen jeweils in Stamm­gruppen zusammen. In Jahr­gangs­stufe 10 und im ersten Halb­jahr der 11. Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler in alters­homogener Zusammen­setzung. Im folgenden Halb­jahr arbeiten die Schülerinnen und Schülern der elften Jahr­gangs­stufe dann mit denen der zwölften und danach mit denen der drei­zehnten Jahr­gangs­stufe zusammen (11.2 und 12.2., dann 12.1 und 13.1.). In den Monaten, in denen die Abitur­prüfungen statt­finden (13.2), sind die Schülerinnen und Schüler wieder unter sich.

Jahrgangsgemischtes Lernen ist einfach wunderbar. Die Kinder können sich unter­einander helfen und sind nicht ständig in Konkurrenz mit­einander. Auch die Rolle des Lehrers ist eine andere: Ich muss nicht mehr vorne stehen und die Kinder bespaßen, sondern begleite sie beim Lernen.
Beate Bookhagen, Stammgruppenleiterin 1. bis 3. Jahrgangsstufe

In den Untergruppen (Jahr­gangs­stufen 1 bis 3) erfolgt fast der gesamte Unterricht alters­gemischt. Hier wird die Basis für das Projekt­lernen gelegt, indem die Schülerinnen und Schüler projekt­orientierte Wochen­pläne zu heimat- und sach­kundlichen Themen in verschiedenen Niveau­stufen bearbeiten. Sie finden eigene Lösungs­wege und bestimmen ihr Arbeits­tempo selbst.

In den Mittelgruppen (Jahr­gangs­stufen 4 bis 6) lernen die Kinder in der ersten Fremd­sprache Englisch ausschließlich alters­homogen. In allen anderen Fächern lernen sie alters­gemischt, wobei es zusätzliche auch alters­homogene Unter­richts­einheiten gibt. Eine Besonder­heit ist das Projekt­lernen in den Stamm­gruppen: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten drei­mal in der Woche für 100 Minuten alters­gemischt an Projekt­themen, die in einem Drei­jahres­rhythmus dem schul­eigenen Curriculum folgen. Wichtig für die Motivation und Leistungs­bereit­schaft ist die freie Wahl der sich aus dem Lehr­plan ergebenden Teil­themen sowie der Partnerinnen und Partner. Jede Schülerin und jeder Schüler präsentiert am Ende einer Arbeits­phase seine Ergebnisse. Selbst­reflexion und Bewertung durch die anderen Kinder sowie die Lehr­kraft erlauben das Abstecken neuer Lern­ziele.

In den Obergruppen (Jahr­gangs­stufen 7 bis 9) arbeiten die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Englisch und Mathematik, Geografie und Französisch alters­homogen. In den anderen Fächern lernen sie alters­gemischt, wobei es auch hier zusätzlich jahr­gangs­homogene Unterrichts­ein­heiten gibt. Die Arbeit in den Stamm­gruppen­projekten wird aus der Mittel­gruppe weiter­geführt.

In der Oberstufe findet der Unterricht in allen Fächer außer Italienisch jahr­gangs­gemischt statt. Auch hier kommen einzelne jahr­gangs­homogene Unterrichtseinheiten hinzu.

Beim jahrgangsgemischten Lernen lernen Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Jahrgänge miteinander und unterstützen sich gegenseitig.
Beim jahrgangsgemischten Lernen lernen Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Jahrgänge miteinander und unterstützen sich gegenseitig.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Jeder Jahrgang befindet sich abwechselnd in der Rolle der Jüngsten, der Mittleren und der Ältesten. Über die Jahre treffen sich die Kinder immer wieder und erweitern ihren Freundeskreis. Das stärkt auch die Schulgemeinschaft.
Jeder Jahrgang befindet sich abwechselnd in der Rolle der Jüngsten, der Mittleren und der Ältesten. Über die Jahre treffen sich die Kinder immer wieder und erweitern ihren Freundeskreis. Das stärkt auch die Schulgemeinschaft.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Die jüngeren Kinder lernen von den älteren. Diese profitieren, indem sie ihr Wissen vertiefen und methodische und soziale Kompetenzen ausbauen können.
Die jüngeren Kinder lernen von den älteren. Diese profitieren, indem sie ihr Wissen vertiefen und methodische und soziale Kompetenzen ausbauen können.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Durch das Lernen in altersgemischten Gruppen ist die Konkurrenz nicht so ausgeprägt, wie bei altershomogenen Lernumgebungen und die Kinder und Jugendlichen gehen offener miteinander um.
Durch das Lernen in altersgemischten Gruppen ist die Konkurrenz nicht so ausgeprägt, wie bei altershomogenen Lernumgebungen und die Kinder und Jugendlichen gehen offener miteinander um.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Das selbstständige Arbeiten stärkt das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler und das Vertrauen in ihre eigenen Stärken.
Das selbstständige Arbeiten stärkt das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler und das Vertrauen in ihre eigenen Stärken.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Die Lehrkräfte stehen den Kindern und Jugendlichen unterstützend zur Seite, allerdings nicht in der Rolle der Anleiter, sondern als Lernbegleiter.
Die Lehrkräfte stehen den Kindern und Jugendlichen unterstützend zur Seite, allerdings nicht in der Rolle der Anleiter, sondern als Lernbegleiter.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Wir bedanken uns herzlich bei der Jenaplan-Schule Jena. Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie ermöglicht Hospitationen an Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises. Mehr Informationen zum Hospitationsprogramm finden Sie hier.