Konzept

Schule in Zeiten von Corona : Gelungener Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht

Wenn die Kinder nicht ins Klassenzimmer kommen können, dann bringt die Hardtschule in Durmersheim den Unterricht zu ihnen nach Hause. Die Gemeinschafts­schule hat einen Weg gefunden, die Heraus­forderungen der Corona-Pandemie zu meistern und setzt dabei auf digitale Anwendungen, feste Strukturen und intensive Beziehungs­gestaltung.

24. September 2020
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Die Hardtschule Durmersheim sendet den Unterricht von überall nach überall und ist so in der Lage, flexibel auf unterschiedliche Gegebenheiten zu reagieren.

Das Konzept

Die Hardtschule Durmersheim hat die Idee des Fern­unterrichts weiter­entwickelt. Sie konzipierte während der Corona-Pandemie „School@Home“ und „School@School“. Dazu gehört, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur einfach ihre Aufgaben daheim abarbeiten, sondern in ihrem Lern­prozess von den Lehr­kräften unterstützt werden, weiterhin die Schule als Gemeinschaft erfahren und einen strukturierten Alltag erleben. Die Schule sendet den Unterricht von über­all nach überall und ist so in der Lage, flexibel auf unter­schiedliche Gegeben­heiten zu reagieren – ob reiner Fern­unterricht oder Hybrid­unterricht mit teilweiser Präsenz in der Schule. Dieser Ansatz bietet eine große Chance für die Zukunft und ermöglicht durch­gängigen Unterricht auch bei punktuellen Schließungen oder wenn Lern­gruppen kurz­fristig verkleinert werden müssen.

Wir können Kinder, die aufgrund von Infektionen oder Krankheit nicht in die Schule kommen können, trotzdem von zu Hause am Unterricht teilhaben lassen. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten.
Heike Kordas, Konrektorin der Hardtschule Durmersheim

Ein Unterrichtstag @Home startet mit einem verbindlichen Video-Meeting am Morgen. Die Lern­begleiter besprechen mit ihren Schülerinnen und Schüler den anstehenden Tag, die Aufgaben und aktuelle Informationen. Der Schultag endet mit einem Abschluss­meeting. Dabei reflektiert die Klasse die Lern­ergebnisse und bespricht wichtige Themen. In der Zeit dazwischen sind die Lehr­kräfte in fach­bezogenen Video­konferenzräumen für die Schülerinnen und Schüler jederzeit erreichbar. Über die Lern­platt­form ‚LEARNscape‘ organisieren und koordinieren die Kinder und Jugendlichen ihr Lern­pensum, suchen sich selbst­ständig sogenannte „Lern­jobs“ und arbeiten diese eigen­verantwortlich ab. Bei Fragen können sie die entsprechenden Video­konferenz­räume betreten und sich mit den Lern­begleitern austauschen. Die Lernenden sollen selbst entscheiden, wann sie Hilfe benötigen. Ergebnisse ihrer Arbeit schicken die Schülerinnen und Schülerinnen an ihre Lehr­kräfte per Messenger („Threema.Work“) – das Feedback dazu besprechen sie in der Regel wiederum persönlich in einem Videomeeting.

Beziehungsarbeit im Fernunterricht

Wie Zusammenhalt und persönliches Miteinander auch aus Distanz gestärkt werden kann, zeigt der zweite Teil des Konzepts aus der Hardtschule Durmersheim.

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Die Hardtschule bemüht sich auch während des reinen Fern­unterrichts darum, den individuellen Voraus­setzungen gerecht zu werden. Kinder, die deutlich mehr Unter­stützung brauchen, werden enger betreut und bleiben zum Beispiel den ganzen Morgen im Meeting, um intensiver und gemeinsam mit der Lehrkraft zu arbeiten. Kinder, die besser mit dem selbst­ständigen Lernen zurecht­kommen, haben dagegen mehr Freiheiten in der Gestaltung ihres Schultages.

Das persönliche Coaching, ein wichtiger Bestand­teil der pädagogischen Arbeit an der Hardtschule, wurde in der Corona-Zeit per Video­konferenz fort­gesetzt. Das ermöglicht der Schule, die Kinder und Jugendlichen in der belastenden Situation abzuholen sowie Ängste und Unsicherheiten abzubauen.

Neben dem Unterricht organisiert die Schule (digitale) Gemeinschafts­erlebnisse – zum Beispiel Pausen, die die Kinder zusammen verbringen, oder Challenges. So haben die Schülerinnen und Schüler unter anderem Reportagen über die Hardtschule verfasst, Indoor-Sportarten erfunden, sich gegenseitig Komplimente ausgesprochen oder Blumensträuße gepflückt und die Bilder davon im Messenger gepostet.

Über die Lernplattform ‚LEARNscape‘ suchen sich die Schülerinnen und Schüler sogenannte „Lernjobs“ und bearbeiten diese eigenverantwortlich.
Über die Lernplattform ‚LEARNscape‘ suchen sich die Schülerinnen und Schüler sogenannte „Lernjobs“ und bearbeiten diese eigenverantwortlich.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Die Lernenden sollen selbst entscheiden, wann sie Hilfe benötigen. Das Feedback zu ihrer Arbeit besprechen sie persönlich mit den Lernbegleitern. Vor Ort oder im Videomeeting.
Die Lernenden sollen selbst entscheiden, wann sie Hilfe benötigen. Das Feedback zu ihrer Arbeit besprechen sie persönlich mit den Lernbegleitern. Vor Ort oder im Videomeeting.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)
Das persönliche Coaching, ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit an der Hardtschule, wurde in der Corona-Zeit per Videokonferenz fortgesetzt.
Das persönliche Coaching, ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit an der Hardtschule, wurde in der Corona-Zeit per Videokonferenz fortgesetzt.
©Lars Rettberg (Die Deutsche Schulakademie)

Mehr zum Thema

Gute Schule in Zeiten von Corona? Die Hardtschule Durmersheim beweist, dass das möglich ist. Die Gemeinschafts­schule setzt auf einen Wechsel von Präsenz- und Fern­unterricht, digitale Anwendungen, feste Strukturen und nicht zuletzt eine intensive Beziehungs­gestaltung. Wie Zusammenhalt und das persönliche Miteinander auch aus Distanz gestärkt werden kann, zeigt Teil 2 des Konzepts aus Durmersheim: Nähe trotz Distanz – Beziehungsarbeit im Fernunterricht aufrechterhalten.

Wir bedanken uns herzlich bei der Hardtschule Durmersheim.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie ermöglicht Hospitationen an Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises. Mehr Informationen zum Hospitationsprogramm finden Sie hier.