Konzept

Eigenmotivation stärken : Feedback und Selbstüberprüfung statt Notendruck

Schon vor der Corona-Krise ist das Selbst­organisierte Lernen gelebte Praxis am Staatlichen Gymnasium Holzkirchen in Bayern. In der Pandemie entwickelt die Schule ihre Konzepte weiter. Dabei setzt die Schule weniger auf Noten­druck als darauf, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Arbeits­ergebnisse selbst zu über­prüfen und ihren Lern­fortschritt zu reflektieren. Alle Leistungs­nachweise erfolgen an diesem Gymnasium angekündigt oder, bei unangekündigten Tests, freiwillig. Die Schülerinnen und Schüler werden ermutigt, freiwillige Leistungs­nachweise zu erbringen.

19. April 2021 Aktualisiert am 10. Mai 2021
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Das Konzept

Die Förderung der Eigenständigkeit und Eigen­verantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler steht im pädagogischen Fokus des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen. Während der Corona-Pandemie kann die Schule beim „Lernen zu Hause“ daher auf die bereits vorhandenen Konzepte aufbauen. Die sogenannte Wochen­matrix – ein gut strukturierter Wochenplan für die Jahr­gangs­stufen 5 bis 10 – wird im Verlauf der Pandemie in ein neu etabliertes digitales Schüler-Eltern-Portal übertragen. Hier sammeln die Lehrerinnen und Lehrer alle Aufgaben für die Woche, die Schülerinnen und Schüler können den Zeitpunkt der Bearbeitung selbst bestimmen. Ebenfalls wöchentlich wird ein Dokument mit den Lösungen für alle Aufgaben im Wochenplan im Eltern-Portal bereit­gestellt. Wichtige Instrumente des selbst­organisierten Lernens sind zudem Vorlagen oder Online-Tools zur Selbst­kontrolle. Das in der Unter­stufe eingeführte Konzept „Lernen lernen“ und das Methoden­curriculum helfen den Kindern und Jugendlichen dabei, sich zu strukturieren, zu motivieren und eigene Lern­strategien zu entwickeln. Die Lehrkräfte haben während der Pandemie gemeinsam schüler­aktivierende Aufgaben­formate, Materialien oder Online-Angebote weiter­entwickelt. Erklärvideos, Lern-Apps und Vokabel-Quizzes sind dafür nur einige Beispiele.

Feedback ist eine wichtige Säule des eigen­verantwortlichen Lernens

Unverzichtbar für das erfolgreiche eigen­verantwortliche Lernen ist das Feedback. Während der Schul­schließungen gab es einen regelmäßigen Austausch zwischen Lehrkräften, Kindern und Eltern über Umfang und Qualität der Arbeits­aufträge, über die Situation und Arbeits­haltung zu Hause. Zudem wurden wiederholt standardisierte Evaluationen durchgeführt, um Aufgaben und Materialien an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler anzupassen.

Die wöchentliche Kommunikation der Klassen­lehrerinnen und Klassen­lehrer mit jedem einzelnen Kind – und oft auch mit den Eltern – ermöglichte eine unkomplizierte individuelle Rückmeldung. Der fachliche Dialog zwischen Lehrkräften und Lernenden lief über Videokonferenzen.

Weitere wichtige Ziele des Feedbacks sind Wertschätzung und Motivation. Zum Schuljahresende erhielten alle Schülerinnen und Schüler neben dem Zeugnis ein individuelles Zertifikat, das ihre Arbeit beim „Lernen zu Hause“ würdigt. Dabei wurden vor allem Kompetenzen des selbst­organisierten Lernens wie etwa „Eigen­initiative und Selbst­ständigkeit“, „Ausdauer und Zuverlässigkeit“ oder auch „Kreativität“ und „Lernstrategie“ aufgeführt. In Bezug auf Art und Anzahl der Leistungs­nachweise geht die Schule insgesamt neue Wege, die während der Pandemie weiter ausgebaut wurden. Das Noten­konzept beispiels­weise sieht vor, dass Leistungs­nachweise nur angekündigt oder freiwillig erfolgen.

Bei unangekündigten Leistungsnachweisen (kleine Tests, „Abfragen“) entscheiden die Schülerinnen und Schüler nach Ablegen selbst, ob sie den Test abgeben wollen oder nicht. Schülerinnen und Schüler werden zudem ermutigt, freiwillige Leistungen einzubringen, zum Beispiel in Form von Referaten, Recherchen oder Gruppen­präsentationen. Dadurch wird das Lernen im eigenen Tempo und nach eigenem Zeitplan unter­stützt sowie stress­freies Lernen gefördert. Die Eigen­verantwortung der Leistungs­erbringung steigt mit den Jahrgangs­stufen.

Zu Beginn des Schuljahres 2020/21 hat die Schule eine umfangreiche Lern­stands­diagnose durchgeführt und zahl­reiche Präsenz­kurse angeboten sowie Online-Förderkurse implementiert. Schul­aufgaben in allen Kern­fächern wurden reduziert zugunsten der nach­haltigen Festigung der Lerninhalte. Leistungs­starke Schülerinnen und Schüler der Begabtengruppe helfen Mitschülerinnen und Mitschülern online oder per Telefon.

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Präsentation des Konzepts beim Digitalen Impuls der Deutschen Schulakademie am 20. April 2021

Nominierung Deutscher Schulpreis 20I21

Das Staatliche Gymnasium Holzkirchen ist für den Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial nominiert. Mit dem Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung zukunfts­weisende Konzepte aus, die Schulen in der Corona-Krise entwickelt oder weiter­entwickelt haben und die das Potenzial haben, das Lernen und Lehren lang­fristig zu verbessern. Alle Konzepte der Bewerberschulen sehen Sie hier.