Konzept

Das Drehtürmodell : Potenzial­orientierte Begabungs­förderung

Das Drehtürmodell ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, sich besonderen Heraus­forderungen zu stellen, die ihren individuellen Stärken entsprechen. Um ihre Lern­wege zu individualisieren, verlassen sie ihre Klasse für einzelne Stunden.

13. November 2019

Das Drehtürmodell ermöglicht es Schülerinnen und Schülern ihre Klassen für einzelne Stunden zu verlassen und eigene Interessen zu vertiefen. So können sie zum Beispiel eine zusätzliche Sprache erlernen.

Informationen zur Schule

Das Konzept

Das Drehtürmodell ist ein zentraler Baustein des Konzeptes zur Begabungs­förderung am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium. Schülerinnen und Schüler verlassen den regulären Unterricht für einzelne Stunden, um an Projekten zu arbeiten oder an anderem Unterricht teil­zu­nehmen. Die dadurch versäumten Unterrichts­inhalte holen sie selbst­ständig mit Hilfe von Info-Patinnen und -Paten nach.

Wir benötigen nicht nur möglichst differenzierte Diagnose­instrumente, sondern vor allem auch geeignete Lern­umgebungen, damit Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale entwickeln können.
Prof. Dr. Christian Fischer, Direktor Internationales Centrum für Begabungs­forschung (ICBF), Münster

Das Drehtürmodell sieht verschiedene Varianten vor:

  • Schülerinnen und Schüler können erstens an einer parallelen Lerngruppe ihrer eigenen Jahr­gangs­stufe teil­nehmen, um in Klasse 6 zusätzlich zur zweiten Fremd­sprache (Spanisch, Französisch oder Latein) eine weitere Sprache zu erlernen. Das Angebot besteht auch für die Wahl zweier paralleler Fächer im Differenzierungs­bereich der Klassen 8 und 9.
  • Zweitens besteht die Möglichkeit, in einzelnen Fächern den Unterricht in einer höheren Klassen­stufe zu besuchen.
  • Zusätzlich eingerichteten Lern­gruppen an der Schule (z.B. Mathe-Erweiterungs­projekt, Forder-Förder-Projekt) bilden den dritten wichtigen Bereich. Für das Erweiterungs­projekt Mathematik in den Klassen 5 und 6 verlassen die Schülerinnen und Schüler ihren Mathe-Unterricht für eine Stunde pro Woche und setzen sich mit vertiefenden Aufgaben auseinander. Im Erweiterungs­projekt Fremd­sprachen bereiten sich Schülerinnen und Schüler der Jahr­gangs­stufe 8 auf die Teilnahme am Bundes­wettbewerb Fremd­sprachen vor. Nach demselben Prinzip können sie in den Jahr­gangs­stufen 8 und 9 auch am Geschichts­wettbewerb des Bundes­präsidenten teil­nehmen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Forder-Förder-Projekte (FFP), an denen Jungen und Mädchen der Jahr­gangs­stufen 6 bis 10 partizipieren können. In Projekten setzen sie sich mit einem Thema ihrer Wahl forschend-entdeckend auseinander, verfassen eine Experten­arbeit und präsentieren ihre Ergebnisse im Rahmen einer Experten-Tagung. Die individuellen Interessen der Schülerinnen und Schüler bilden dabei den Aus­gangs­punkt für die Erweiterung der lern­strategischen Kompetenzen.
  • Ebenfalls zum Drehtürmodell gehört viertens die Junior-Universität. Hier haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, während der Unterrichts­zeit Seminare und Vorlesungen an der Universität zu belegen und auch Leistungs­nach­weise zu erwerben.

Die Nominierung erfolgt mehrperspektivisch: Alle Schülerinnen und Schüler (unabhängig von ihrem Begabungs­profil) sowie deren Eltern werden von der Schule über das Angebot informiert. Zudem ermutigen Kolleginnen und Kollegen geeignete Schülerinnen und Schüler, sich für einzelne Angebote zu bewerben. Nachdem sich die Kinder und Jugendlichen in Absprache mit ihren Eltern für einzelne Maßnahmen gemeldet haben, prüft die Schule, ob die Teilnahme aus schulischer Sicht befürwortet werden kann. Dabei ist der jeweilige Leistungs­stand nicht zwingend entscheidend, ebenso spielen Motivation und Lern­freude eine wichtige Rolle. Für Schülerinnen und Schüler, die nicht berücksichtigt werden konnten, werden oft andere Angebote geschaffen.

Wir bedanken uns herzlich bei dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.