Konzept

„BQM“ : Berufs­vorbereitende Qualifizierungs­maßnahme für Jugendliche mit Lern­schwierigkeiten

In Würzburg betreut ein Team von Berufsschul­lehr­kräften und Praxis­anleitenden Jugendliche mit Lern­schwierig­keiten so intensiv und praxis­nah, dass sie anschließend in der Regel eine sozial­versicherungs­pflichtige Beschäftigung oder Ausbildungs­stelle finden.

28. Mai 2018

Die Qualifizierung über praxisrelevante Bausteine ermöglicht jungen Menschen schnell positive Erfahrungen zu sammeln. Ziel ist der Zugang zu einer sozial­versicherungs­pflichtigen Beschäftigung auf dem ersten Arbeits­markt oder die anschließende Aufnahme einer Berufs­ausbildung.

Informationen zur Schule

  • Name: Don Bosco – Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung
  • Schulform: Berufsschule
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 610 an der Schule, 1100 externe Schüler/-innen im Beratungszentrum
  • Pädagogisches Personal: 50
  • Weiteres Personal: 10
  • Ansprechperson: Susanne Niederhammer (mig GmbH, Leiterin der Maßnahme), Dr. Harald Ebert (Schulleiter)
  • Kontakt: susanne.niederhammer@mig-edv.de, ebert@dbs-wuerzburg.de
  • Schulpreis im Jahr: 2015
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Was ist der konkrete Bedarf am Arbeitsmarkt? Welche Qualitäten und Fähigkeiten werden benötigt? Ausgehend von Fragen wie diesen hat die Don Bosco Schule in Würzburg gemeinsam mit dem Bildungsträger mig GmbH verschiedene Module entwickelt, die gezielt und praxisorientiert für Helfertätigkeiten qualifizieren. Ein solches Modul, das Teile eines Berufsfeldes abbildet, ist im Bereich Agrarwirtschaft zum Beispiel der Umgang mit einer Heckenschere inklusive Reparatur, im Bereich der Pflege die sogenannte Grundpflege.

Die Berufsvorbereitende Qualifizierungsmaßnahme (BQM) erfolgt zumeist in sechs Modulen, von denen jedes einen Themenkomplex umfasst, der an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst ist. Die Jugendlichen erlernen jeden Themenkomplex anhand eines Qualifizierungsbildes in Theorie und Praxis sowie in einem angeleiteten Praktikum. Nach sechs bis acht Wochen erfolgt eine Prüfung, bei der auch externe Prüferinnen und Prüfer anwesend sind. Für jeden bestandenen Baustein erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat, das von offiziellen Stellen anerkannt wird. Im Bereich Pflege erhalten sie am Ende der BQM jeweils einen Ausweis zum Pflegehelfer und zum Betreuungsassistenten. Das Team der Don Bosco-Schule und der mig GmbH unterstützt die Jugendlichen anschließend bei der Übernahme in Arbeit oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

In vielen Ausbildungen liegt der Schwerpunkt auf der Theorie. Hier steht dagegen das Praktische im Vordergrund. Und diese Vorbereitung brauchen unsere Jugendlichen auch. Sie müssen wirklich an der Basis praktisch lernen und nicht nur theoretisch auf der Schulbank.
Marion Schultheiss, Bildungsbegleiterin und Anleiterin, mig GmbH

Die insgesamt elfmonatige BQM beginnt mit einer Orientierungsphase: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen zunächst drei der vier verschiedenen Fachbereiche Gesundheit, Agrarwirtschaft, Handel/Lager und Hauswirtschaft/Reinigung kennen und erproben dabei ihre Fähigkeiten und Interessen. Zusätzlich absolvieren sie ein pädagogisches Assessment, in dem ihre Fähigkeiten praktisch getestet werden. Danach entscheiden sich die Jugendlichen für einen Fachbereich und die Qualifizierungsphase beginnt. In dieser Zeit besuchen die Teilnehmenden einen Tag in der Woche die Don Bosco Berufsschule. Dort haben sie allgemeinbildenden Unterricht bei sonder- und sozialpädagogische Fachkräften sowie Unterricht in Fachtheorie bei Fachlehrkräften. An einem weiteren Tag erhalten sie fachpraktischen Unterricht in den Lehrwerkstätten der mig GmbH, den die Anleiterinnen und Anleiter in enger Absprache mit den Lehrkräften der Schule durchführen. An den übrigen drei Tagen arbeiten die Teilnehmenden als Praktikanten in einem Betrieb und können die erworbenen Kenntnisse direkt unter realen Bedingungen anwenden. Einmal pro Woche bekommen alle Jugendlichen am Arbeitsplatz Besuch von dem Anleiter oder der Anleiterin, der bzw. die dann für einige Stunden individuell mit ihnen arbeitet und Hilfestellung sowie weitere Anleitung gibt. Probleme lassen sich so schnell erkennen und beheben.

Jedes der vier Fachteams, zu denen auch jeweils eine Sozialpädagogin gehört, trifft sich regelmäßig zur Einzelfallbesprechung. Dabei wird der Entwicklungsprozess aller teilnehmenden Jugendlichen detailliert besprochen, um weitere Schritte für jede und jeden gemeinsam zu planen.

Die Agentur für Arbeit finanziert und vermittelt die Jugendlichen in die Maßnahme. Die BQM hat pro Jahr etwa 15 Teilnehmende, davon absolvieren rund ein Drittel im Anschluss eine berufliche Ausbildung.

Wir bedanken uns herzlich bei Don Bosco.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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