Konzept

Aufbauender Musikunterricht : Erfolgreiche Kooperation im Ganztag

Die enge Zusammenarbeit mit einer Musikschule ermöglicht es, dass alle Kinder im Ganztagsbereich einer Grundschule eine musikalische Grundausbildung erhalten und zusätzlich ein Streichinstrument erlernen können.

21. April 2018

Seit mehr als 10 Jahren besteht durch die Kooperation mit der Kreismusikschule Alzey-Worms die Möglichkeit, dass die Schüler­innen und Schüler an der Grundschule Gau-Odernheim ein Streich­instrument erlernen.

Informationen zur Schule

  • Name: Grundschule Gau-Odernheim
  • Schulform: Grundschule
  • Zahl der Schülerinnen und Schüler: 210 davon 164 im Ganztag
  • Zahl der Lehrerinnen und Lehrer: 22
  • weiteres Personal: 19
  • Ansprechperson: Susanne Rammenzweig-Fendel (Schulleiterin), Kurt Steffens (Leiter der Musikschule des Landkreises Alzey-Worms)
  • Kontakt: info@gs-go.de
  • Schulpreis im Jahr: 2013
  • Schul-Porträt: http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Das Konzept

Der Mangel an fachlich qualifiziertem Personal führt dazu, dass bis zu 80 Prozent des Musik­unterrichtes an Grund­schulen fach­fremd oder gar nicht erteilt wird. An der Grund­schule Gau-Odernheim in Rheinland-Pfalz genießt das Fach Musik hingegen einen hohen Stellen­wert. Möglich macht dies eine enge Kooperation mit der örtlichen Kreis­musik­schule. Beide Einrichtungen haben gemeinsam das Konzept eines aufbauenden Musik­unter­richtes entwickelt, der sich konzeptionell an die Prinzipien des übrigen Unter­richts anlehnt und eng mit dem Schul­all­tag verzahnt ist.

Wenn die Kinder selbst ein Musikinstrument in die Hand nehmen, es erlernen und die Musik dann am eigenen Leib erfahren – einen besseren Musikunterricht kann ich mir nicht vorstellen.
Susanne Rammenzweig-Fendel, Schulleiterin

Alle Kinder der ersten Klassen des Ganztagsbereiches erhalten obligatorisch eine musikalische Grund­aus­bildung mit dem Schwer­punkt Solmisation und Rhythmus­sprache durch ausgebildete Musik­pädagog­innen und Musik­pädagogen der Kreis­musik­schule. Dabei lernen sie Ton­silben und Hand­zeichen kennen und spielen „lebendiges Klavier“ Auch Schüler und Schüler­innen mit Behinderungen wie Autismus oder Down-Syndrom nehmen mit Spaß daran teil und machen oftmals auf diesem Weg ihre ersten musikalischen Erfahrungen. Ab der zweiten Klasse können die Kinder in den „normalen“ Musik­unter­richt wechseln – meist fach­fremd erteilt –, oder den Unter­richt auf einem Streich­instrument wählen, wofür sich jeweils etwa die Hälfte entscheidet. Die alters­gemischten Klassen erlauben eine Leistungs­differenzierung, so dass auch Kinder mit Beeinträchtigungen teil­nehmen können. Die Schule verfügt mittler­weile über einen Pool von Geigen, Bratschen, Celli und Kontra­bässen in verschiedenen Größen. Die Eltern bezahlen für die Teil­nahme ihres Kindes 25 Euro im Monat, das Instrument ist als Leihgabe im Preis enthalten. Derzeit nehmen 60 Schüler­innen und Schüler der Klassen­stufen 2 bis 4 am Instrumenten­unter­richt teil.

Die Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse erhalten einmal in der Woche 50 Minuten Musik­unter­richt; die älteren Jahr­gänge mindestens zweimal. Der Unterricht gliedert sich in einen Großgruppenunterricht (Orchesterstunde), der in drei Niveaustufen unterteilt ist, sowie in einen Gruppen­unter­richt, der nach Geigen und Bratschen sowie Celli und Kontra­bässe getrennt statt­findet. Jede Woche erhalten einzelne Schüler­innen und Schüler zusätzlich individuelle Übungs­stunden. Wer, das wechselt von Woche zu Woche. Auch die Anlässe unter­scheiden sich: Manche Schülerinnen und Schüler brauchen mehr Unter­stützung, weil sie mit ihrem Instrument alleine noch nicht zurecht­kommen, andere benötigen aufgrund ihres Interesses oder einer Begabung zusätzlichen Input.

Seit 2014 wird der Streicher­unter­richt auf Grund­lage der Colour­strings-Didaktik erteilt. Diese Methode bietet eine Ausbildung, die von Beginn an alle technischen und musikalischen Anforderungen des Instruments umfassend schult. Dabei steht das Kind mit seinen Bedürfnissen und spezifischen Entwicklungs­phasen stets im Zentrum der Konzeption; so transportieren zum Beispiel Farben und Symbole komplexe Inhalte und machen sie leichter verständlich. Die Methode ermöglicht den Kindern raschere Fort­schritte beim Lernen und führt damit zu mehr Freude an ihrem Instrument. Ein Vorbild für die Grundschule Gau-Odernheim ist das East Music Helsinki Institute, das in seinem Gebäude eine Musik­schule und eine Grund­schule beherbergt, die auch mit der Color­strings-Methode arbeiten.

Wir bedanken uns herzlich bei der Musikschule des Landkreises Alzey-Worms.
Die Schule gehört zum Preis­­träger­­netz­­werk des Deutschen Schul­preises, aus dem die Deutsche Schulakademie die Beispiele guter Praxis gewinnt.

Die Deutsche Schulakademie vergibt jährlich 150 Hospitations­­stipendien an den rund 70 Preis­­träger­­schulen des Deutschen Schul­preises. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

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