Weltkongress 2018 : Deutsche Auslandsschulen treffen sich in Berlin

Angesichts des Fachkräftemangels hat die Große Koalition den besonderen Wert der Deutschen Auslandsschulen entdeckt. Glaubt man dem Koalitionsvertrag, dann könnten künfitg mehr Mittel an die 140 Einrichtungen weltweit fließen. Der Wertbeitrag und die Leistungen des Schulnetzwerkes für die Neuausrichtung der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik werden zentrale Themen auf dem bevorstehenden Gipfeltreffen der Auslandsschulen vom 6. bis 9. Juni 2018 in Berlin sein.

Florentine Anders / 03. Mai 2018
Die Deutsche Auslandsschule in Johannesburg hatte 2016 den Deutschen Schulpreis gewonnen.
Die Deutsche Auslandsschule in Johannesburg hatte 2016 den Deutschen Schulpreis gewonnen.
©Kat Grudko (Robert Bosch Stiftung)

Veranstaltet wird der fünfte Weltkongress vom Auswärtiges Amt, vom Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) und von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA). Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern werden in Berlin erwartet. Neben den Deutschen Auslandsschulen werden auch Vertreterinnen und Vertreter der Deutsch-Profil-Schulen sowie der rund 1.100 von der ZfA betreuten Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) anbieten, teilnehmen. Erstmals sind auch zahlreiche Alumni der geförderten Schulen eingeladen.

Beitrag im Wettbewerb um Köpfe, Ideen und Werte

„Thematischer Schwerpunkt wird unter anderem eine neue Studie zum Wertbeitrag – dem Public Value – der Deutschen Auslandsschulen sein“, sagte Albrecht Wolfmeyer vom WDA dem Schulportal. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR hat die Untersuchung im Auftrag des Weltverbands durchgeführt. Die Ergebnisse werden am 8. Juni beim Weltkongress vorgestellt.

Der härter werdende globale Wettbewerb um Köpfe, Ideen und Werte verdeutlicht die wichtige Aufgabe der ,Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik‘ (AKBP) für Deutschlands Ansehen und Einfluss in der Welt.
Auszug aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vom 7.2.2018

Die Zielsetzung im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist deutlich: „Der härter werdende globale Wettbewerb um Köpfe, Ideen und Werte verdeutlicht die wichtige Aufgabe der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) für Deutschlands Ansehen und Einfluss in der Welt“, heißt es da. Sie sei integraler Bestandteil der Außenpolitik. In dieser Legislaturperiode sollen die Mittel für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik deshalb erhöht werden.

Die Absolventinnen und Absolventen kennen die deutsche Sprache und sind mit der deutschen Kultur vertraut

Die Auslandsschulen sind dabei viel mehr als nur ein wichtiger Standortfaktor für deutsche Unternehmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern in die jeweiligen Länder entsenden wollen. In den Schulen lernen mehrheitlich einheimische Kinder, und die Wartelisten sind oft lang. Nur ein Viertel der Schülerinnen und Schüler haben eine deutsche Staatsbürgerschaft. Die Schülerinnen und Schüler können deutsche, nationale und internationale Schulabschlüsse erwerben, die ihnen weltweit Zugang zu Hochschulen und Universitäten ermöglichen. An 14 Standorten gibt es sogar berufsbildende Abteilungen.

Die Absolventinnen und Absolventen kennen die deutsche Sprache und sind mit der deutschen Kultur vertraut. Das macht die Auslandsschulen als Quelle für potentielle Fachkräfte interessant. Nach einer Studie des WDA entscheidet sich fast die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen nach dem Abschluss der Auslandsschule für eine Ausbildung oder für ein Studium in Deutschland (48 Prozent).

Die Auslandsschulen haben aber auch einen Einfluss auf das hiesige Bildungssystem, die entsendeten Pädagoginnen und Pädagogen bringen nach ihrem befristeten Einsatz im Ausland ihre Erfahrungen in das deutsche Schulsystem mit ein. Viele Auslandsschulen haben innovative pädagogische Konzepte, zum Beispiel zum Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft. Das beweisen auch die Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises. Vor zwei Jahren erhielt beispielsweise die Deutsche Auslandsschule in Johannesburg den Deutschen Schulpreis.

Der Kongress findet alle vier Jahre statt. Im Jahr 2014 wurde das Gipfeltreffen nach Mexiko-Stadt, Kapstadt und Shanghai das erste Mal in Berlin veranstaltet.

Zahlen und Fakten

  • Die Bundesrepublik Deutschland betreut und fördert weltweit 140 Deutsche Auslandsschulen in mehr als 70 Ländern.
  • Die Auslandsschulen werden in der Regel von gemeinnützigen Schulvereinen getragen. Die Eltern zahlen Schulgeld.
  • Mehr als 83.000 Schülerinnen und Schüler lernen an Deutschen Auslandsschulen.

Die Auslandsschulen haben aber auch einen Einfluss auf das hiesige Bildungssystem, denn die entsendeten Pädagoginnen und Pädagogen bringen nach ihrem befristeten Einsatz im Ausland ihre Erfahrungen mit den Bildungssystemen in aller Welt mit. Vor zwei Jahren erhielt die Deutsche Auslandsschule in Johannesburg den Deutschen Schulpreis.

Auf dem Weltkongress im Juni sollen neue Studienergebnisse zum Wertbeitrag – dem Public Value – der Auslandsschulen vorgestellt werden. Der Kongress findet alle vier Jahre statt. Im Jahr 2014 fand das Gipfeltreffen nach Mexiko-Stadt, Kapstadt und Shanghai das erste Mal in Berlin statt.

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